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Integrationsaufgabe und Integrationsfunktion von Public Service Medien

Integrationsaufgabe und Integrationsfunktion von Public Service Medien

Öffentlich-rechtlichen Medienangeboten bzw. Public Service-Medien kommt in der deutschen Medienordnung wie auch in den Medienrepertoires der Bevölkerung eine wesentliche Stellung zu. In den vergangenen Jahren hat sich die Debatte um ihren Auf­trag und Leistungsumfang allerdings verschärft, insbesondere in Hinblick auf den Stellenwert in digitalen Medien.

Ziel des interdisziplinär angelegten Projektes im Rahmen des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) ist es, die rechts- bzw. regulierungswissenschaftliche mit einer kommunikations­wis­senschaftlichen Perspektive zu kombinieren und auf dieser Grundlage folgende Leit­fragen zu beantworten:
  • Wie kann ein für Public Service-Medien aus (Verfassungs-)Recht ableitbarer Auftrag zur Herstellung gesellschaftlichen Zusammen­halts aussehen?
  • Und wie nehmen gesellschaftliche Teilgruppen die Leistungen öffentlich-rechtlicher Medien in dieser Hinsicht wahr?
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Projektbeschreibung

Thematischer Bezug zu gesellschaftlichem Zusammenhalt

Angesichts ihrer staatsfernen Organisation und ihrer Beitragsfinanzierung sind öffentlich-recht­liche Medienanbieter weniger von negativen Marktexternalitäten betroffen. Dieser Umstand führt theoretisch zu Vorteilen bei der Selektion von Themen und der Produktion von Me­dien­inhalten. Eine Ausrichtung an öffentlichen Berichterstattungsinteressen bietet  – wiederum theoretisch – die Chance einer besonderen Stellung dieser Medien bei der Herstellung von Öffentlichkeit, der Integration divergierender Bevölkerungsgruppen, der Ermöglichung politischer Teilhabe sowie der Akzeptanz der öffentlich-rechtlichen Medienangebote in der Gesellschaft. Das Projekt arbeitet heraus, wie ein aus dem Grundgesetz sowie dem einfachgesetzlichen Rundfunk- und Medienrecht abgeleiteter Integrationsauftrag öffentlich-rechtlicher Anbieter ausgestaltet ist und inwieweit die derzeitigen Rundfunkanstalten diesem Auftrag aus Sicht der Bevölkerung nachkommen.

Das Projekt verbindet somit begrifflich-theoretische Grundlagenarbeit zu institutionellen Grundlagen der Gesellschaft – ihrer Medienordnung – mit empirischen Analysen zur Konzeption, Umsetzung und Akzeptanz von „gesellschaftlichem Zusammenhalt“ als Zielwert öffentlich-rechtlicher Angebote. Von den in der FGZ-Heuristik angelegten Faktoren bzw. Quellen gesellschaftlichen Zusammenhalts fokussiert das Vorhaben insbesondere a) auf Einstellungen und Haltungen (affektive Dimension) sowie b) institutionelle Strukturbedingungen. Mittelbar werden zudem Befunde zur Präsenz der Public-Service-Medien in öffentlichen (Social-Media-)Diskursen ermittelt, sodass auch Befunde zu Formen kollektiv wirksamen Erzählens ermittelt werden.

Methoden, empirischer Zugang, Vorgehen

Das Projekt umfasst fünf Arbeitspakete. Es arbeitet zunächst, auch unter Rückgriff auf internationale Vergleiche, heraus, ob und welche Integrationsfunktion der Public Service-Medien sich aus dem bestehenden verfassungsrechtlichen und einfachgesetzlichen Rechtsrahmen ergibt. Dieser Integrationsauftrag wird im Rahmen des Projekts weiter ausdifferenziert und operationalisiert.

Darauf aufbauend ermittelt das Projekt in mehreren Teilstudien mit unterschiedlichen empirischen Methoden, wie sich angesichts des medialen und gesellschaftlichen Wandels die zusammenhaltsbezogenen Leistungen der Public Service-Medien sowie die damit korrespondierenden Erwartungen in der Bevölkerung definieren und messen lassen:
  • Interdisziplinäre wissenschaftliche Expert*innen-Workshops sowie Stakeholder-Workshops (mit öffentlich-rechtlichen Anstalten; Bürger*innen; relevanten zivilgesellschaftlichen Institutionen), um die Gestalt und Konkretisierung der Integrationsfunktion von öffentlich-rechtlichen Medien zu eruieren und fortzuführen;
  • Sekundärauswertung von Daten des „Reuters Institut Digital News Survey“, um den Stellenwert und die Akzeptanz öffentlich-rechtlicher Angebote in Deutschland sowohl im Längsschnitt seit 2013 als auch im internationalen Vergleich zu ermitteln (wird in Kooperation mit dem Hamburger Teilprojekt im FGZ „Mediennutzung und gesellschaftlicher Zusammenhalt” durchgeführt);
  • Analyse der Präsenz von öffentlich-rechtlichen Angeboten in sozialen Medien, um den Stellenwert öffentlich-rechtlicher Inhalte in zusammenhaltsbezogenen Diskursen sowie in Informationsrepertoires von Social Media-Nutzer*innen zu ermitteln (wird unter Rückgriff auf Daten des Hamburger Teilprojekts im FGZ „(Social) Media Observatory“ durchgeführt und umfasst zwei Analysewellen);
  • eine quantitative repräsentative Bevölkerungsumfrage, um Erwartungen an Public Service-Medien, insbesondere in Bezug auf gesellschaftlichen Zusammenhalt zu ermitteln (wird in Kooperation mit dem Hamburger Teilprojekt im FGZ „Was Journalisten wollen und sollen“ durchgeführt).

Infos zum Projekt

Überblick

Laufzeit: 2020-2024

Forschungsprogramm:
FP3 - Wissen für die Mediengesellschaft

Drittmittelgeber

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Kooperationspartner

Forschungsinstitutionen im Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Ansprechpartner

Dr. Stephan Dreyer
Senior Researcher Medienrecht & Media Governance

Dr. Stephan Dreyer

Leibniz-Institut für Medienforschung │ Hans-Bredow-Institut (HBI)
Rothenbaumchaussee 36
20148 Hamburg

Tel. +49 (0)40 45 02 17 - 33
Fax +49 (0)40 45 02 17 - 77

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