Wandel der Mediensysteme in Asien

Viele Staaten in Asien sind in einem vielschichtigen Umbruch, was ihre Medienordnungen angeht. Die technischen Möglichkeiten, die die Digitalisierung und Internet-basierte Kommunikation mit sich bringen, treffen die Länder ebenso wie etwa europäische Staaten. Zugleich haben politische Umbrüche Auswirkungen auf die Medienordnung und auch das Verständnis von Meinungsfreiheit.

Hier ist das Institut als Gesprächspartner gefragt, auch wegen der Erfahrungen Deutschlands in der Nachkriegszeit. So ist etwa das Verständnis der Meinungs- und Medienfreiheit von Art. 5 Abs. 1 GG interessant für Gesellschaften, die sich in einem Demokratisierungsprozess befinden, zugleich aber angesichts der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung Meinungsmacht starker privater Gruppen fürchten. Auch an der Expertise über neue Regulierungsformen und die Funktion eines öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems besteht Interesse.

Das Institut begleitet vor diesem Hintergrund – mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung – den Reformprozess in Thailand, etwa durch Workshops mit Regierungsvertretern, dem dortigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Reformern.

In Korea wird derzeit ein System der Kontrolle vorherrschender Meinungsmacht nach deutschem Vorbild eingeführt, hier hat das Institut in mehreren Expertengesprächen Wissen zur Verfügung gestellt.

Schließlich ist auch das Konsortium chinesischer und europäischer Forschungseinrichtungen IPRNME in diesem Kontext zu sehen.

Bei diesen Aktivitäten handelt es sich um mehr als nur Wissenstransfer. Zum einen arbeiten viele Kolleginnen und Kollegen dort auf einem international hohen Niveau, so dass Forschungskooperationen sinnvoll erscheinen. Zum anderen vertieft das Institut sein Verständnis vom Mediensystemvergleich und dem Funktionieren von rechtlichen Steuerungsinstrumenten in unterschiedlichen sozialen und kulturellen Kontexten.

Das Institut denkt über Möglichkeiten nach, diese Aktivitäten im Asia-Pazifik-Raum unter Einschluss der Kontakte zu Kollegen des Center of Creative Industries in Brisbane systematisch zu bündeln.

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Prof. Dr. Wolfgang Schulz

Hans-Bredow-Institut
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