Struktur und Prozess der Meinungsbildung im Genre des Kommentars

Kommentaren kommt als Aushängeschild der Zeitung besondere Aufmerksamkeit zu. Durch ihre Kommentierung positionieren sich Zeitungen auf dem Meinungsmarkt und grenzen sich von ihren Konkurrenten ab. Im bislang von der Forschung weitgehend vernachlässigten Genre des Kommentars schlägt sich der potenziell politisch relevante Themenhaushalt einer Gesellschaft nieder. Strukturen und Prozesse des Diskurses dürften hier besonders deutlich erkennbar werden.

Diese Überlegungen bildeten den Ausgangspunkt eines DFG-Projekts zum Kommentardiskurs der überregionalen Tagespresse zwischen 1994 und 1998. Die Antragsteller (C. Eilders, F. Neidhardt und B. Pfetsch) legten in Kooperation mit einigen anderen Autoren (u. a. U. Hasebrink) den Band „Die Stimme der Medien. Pressekommentare und politische Öffentlichkeit in der Bundesrepublik“ vor und präsentierten die Ergebnisse umfangreicher Inhaltsanalysen der meinungsführenden deutschen Tageszeitungen sowie einer Befragung der relevanten Kommentatoren.

In der Habilitationsschrift von C. Eilders wurden diese Befunde aufgenommen und auf ein öffentlichkeitstheoretisches Fundament bezogen. Kommentare wurden als spezifischer Ausdruck öffentlicher Meinung konzeptionalisiert, Kommentatoren als Sprechertyp im Kommunikationssystem Öffentlichkeit diskutiert.

In weiteren Veröffentlichungen und Vorträgen wurde der öffentlichkeitstheoretische Stellenwert von Kommentaren als Ausdruck des Akteursstatus’ von Medien weiter theoretisch fundiert und auch die öffentlichkeitstheoretischen Grundlagen auf Fragestellungen der Rezeptions- und Wirkungsforschung hin bezogen.

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Prof. Dr. Christiane Eilders

Kommunikationswissenschaft
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