Medienerziehung durch Eltern: Medienkompetenzförderung in der Familie zwischen Anspruch und Realität
Ein Kooperationsprojekt des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung an der Universität Hamburg und des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis
Medienerziehung ist ein Erziehungsbereich von stetig wachsender Bedeutung, da Medien den Kinder- und Familienalltag zunehmend durchdringen. Eine gelingende Medienerziehung setzt voraus, dass Eltern neben allgemeiner Erziehungskompetenz über Medienkompetenz sowie über Wissen zur kindlichen Medienaneignung verfügen.
Der konkrete erzieherische Alltag findet unter Bedingungen statt, die eine medienerzieherische Auseinandersetzung für die Eltern erschweren können. Hierzu zählen die zunehmende Mobilisierung der Internetnutzung sowie eine Verlagerung der kindlichen Mediennutzung in das eigene Zimmer. Beide Entwicklungen haben zur Folge, dass sich die Mediennutzung der Kinder immer mehr den Augen bzw. dem Einfluss der Eltern entzieht. Zudem ist es Eltern aufgrund permanent voranschreitender medialer Entwicklungen nahezu unmöglich, immer auf dem aktuellsten Stand zu sein. Dieser Umstand wird dadurch verstärkt, dass die Eltern selbst eine gänzlich andere Mediensozialisation erfahren haben als ihre Kinder. Nicht zuletzt trägt auch die mediale Berichterstattung zu einer Verunsicherung der Eltern bei, da diese häufig stark überzeichnet und eher risikoorientiert ist.
Bislang liegen nur wenige umfassende Ergebnisse zum Umgang mit Medien in der Familie vor. Das Projekt möchte die empirische Grundlage erweitern und untersucht im Rahmen einer Mehrmethodenstudie die elterlichen Vorstellungen über Medienerziehung, die medienerzieherische Praxis innerhalb der Familie, mögliche Widerstände, die eine Umsetzung der medienpädagogischen Leitvorstellungen erschweren, sowie Informationsbedarfe in Bezug auf das Thema.
Aufbau der Studie
Das Forschungsprojekt setzt sich aus fünf Modulen zusammen. Im ersten Schritt wird der internationale Stand der Forschung zum Thema Medienerziehung in der Familie erfasst. Parallel dazu findet im zweiten Modul eine Sichtung und Kategorisierung von Informations- und Beratungsangeboten zur Medienerziehung auf bundesweiter Ebene statt.
Der empirische Teil der Studie setzt sich aus zwei Modulen zusammen. In einer repräsentativen CAPI-Befragung von Eltern mit Kindern im Alter von fünf bis zwölf Jahren (N = 450) werden die elterliche Medienkompetenz und Mediennutzung, Medienerziehungskonzepte, die praktizierte Medienerziehung in den jeweiligen Familien und vorhandene Informationsbedarfe sowie Informationsquellen im Kontext Medienerziehung erfasst. Im qualitativen Modul, das auf den Ergebnissen der quantitativen Erhebung aufbaut, werden Familien-Interviews mit Eltern und Kindern durchgeführt (N = 48). Der Fokus im qualitativen Modul liegt auf der Erforschung der Einbettung der Medienerziehung in den familialen Kontext, den Ursachen für eine mögliche Diskrepanz zwischen medienerzieherischem/-er Anspruch und Wirklichkeit sowie auf spezifischen Bedarfslagen bzw. Informationsbedürfnissen.
Die Ergebnisse der vier Module münden schließlich in Handlungsempfehlungen. Bedarfe zur Förderung elterlicher Medienerziehungskompetenz werden formuliert und Wege der Vermittlung von Information und Beratung zur Medienerziehung herausgearbeitet, wobei die unterschiedlichen Ziel- und Akteursgruppen berücksichtigt werden. Dabei werden sowohl Weiterentwicklungsmöglichkeiten für bereits bestehende Konzepte als auch Prinzipien für neue Ansätze der Förderung eruiert.
Die Laufzeit des Projekts beträgt 15 Monate, Projektende ist September 2012.
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Co-operation partners
JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (Dr. Ulrike Wagner, Christa Gebel)