Konvergenz aus Nutzerperspektive – das Konzept der Kommunikationsmodi
Mit diesem Eigenprojekt setzt das Institut frühere Arbeiten zur Zukunft der Fernsehnutzung fort. Angesichts der absehbaren Schwierigkeit der Forschung (wie auch der Medienanbieter), in technisch weiter konvergierenden Medienumgebungen Tendenzen der Mediennutzung an der Nutzung der jeweiligen Einzelmedien festzumachen, wird das Konzept des Kommunikationsmodus vorgeschlagen.
Dieses verdient deshalb besondere Aufmerksamkeit, weil es zunehmend schwerer wird, anhand der Nutzung eines bestimmten technischen Geräts zu erkennen, was die Nutzer tun. Beim Umgang mit Geräten, die – vereinfacht gesagt – „alles“ können, wissen letztlich nur die Nutzer selbst, was sie konkret tun, d. h. in welchem Kommunikationsmodus sie sich aktuell befinden. Die These dabei ist, dass zwar die Grenzen zwischen technischen Mediendiensten verschwimmen, dass aber die Grenzen zwischen verschiedenen Kommunikationsmodi und ihre psychische, soziale und kulturelle Bedeutung erhalten bleiben.
Integration alter und neuer Medien bedeutet nicht, dass die mit verschiedenen Medien verbundenen spezifischen Gebrauchsweisen und Alltagsroutinen sich nivellieren und in einer unspezifischen allgemeinen kommunikativen Aktivität aufgehen. Im Gegenteil: Vorliegende empirische Befunde, insbesondere solche, die gezielt nach den medienübergreifenden Mustern individueller Mediennutzung suchen, verweisen auf die Herausbildung sehr spezifischer Arbeitsteilungen zwischen den verschiedenen Mediendiensten. Diese und die mit ihnen verbundenen Kommunikationsmodi wird das Institut künftig im Rahmen seines Forschungsprogramms zur Klassifikation von Formen der öffentlichen Kommunikation systematisch untersuchen; damit stellt dieses Vorhaben ein sozialwissenschaftliches Pendant zu den rechtswissenschaftlich motivierten Arbeiten zu einer dienstespezifisch diversifizierten Informationsordnung dar, bei denen mehrfach die Frage nach der Abgrenzung zwischen verschiedenen Kommunikationsmodi aufgetreten ist.
Im Rahmen eines Dissertationsvorhabens werden derzeit speziell die Kommunikationsmodi identifiziert, die beim Umgang mit dem Internet zu beobachten sind. Als fruchtbar hat sich das Konzept bei der Analyse der Besonderheiten linearen und nicht-linearen Fernsehens erwiesen; derzeit bildet es die konzeptionelle Grundlage für das Projekt zur Bewegtbildrezeption.
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