Fern-Sehen im Alltag
In einem ersten Schritt wird ein System alltagspraktischer Orientierungen erarbeitet, die als "generative Prinzipien" das Handeln in den verschiedenen Sphären des Alltags - Beruf, öffentliches Leben, Privatleben - organisieren. Diese Struktur des Alltagsbewusstseins treibt Dimensionen sozialer Identität hervor, die die individuelle Suche nach Selbstvergewisserung und Selbstbehauptung inhaltlich prägen. Um zu ermessen, was das Medienerleben im Alltag bedeuten kann, wird systematisch differenziert, wie Rezipienten sich bei verschiedenen Formen des Fern-Sehens den vom Medium vermittelten Inhalt und ihre Affektion beim Medienerleben vergegenwärtigen.
Die Theorie über den "praktischen Sinn" des Fern-Sehens im Alltag verbindet Ansätze aus Theorie des kommunikativen Handelns von Habermas, der Kultursoziologie und der Theorie der Praxis von Bourdieu, der Psychologie Hegels und der Theorie des Alltagslebens von Heller.
Die Diskussion einer Vielzahl von Thesen und Befunden aus der Kommunikationswissenschaft und aus den Cultural Studies, die auf der Grundlage der erarbeiteten Konzeption neu eingeordnet und interpretiert werden, führt aus, was das Fern-Sehen bedeuten kann: für den "praktischen Sinn" bei der Alltagsbewältigung und für den Eigensinn der Selbstbehauptung sozialer Identität.
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