EU Kids Online I

Die Nutzung neuer Medien durch Kinder stand im Mittelpunkt des Projektvorhabens, das Anfang 2006 von der Europäischen Kommission im Rahmen des Safer Internet Plus Programms bewilligt wurde. Hierbei handelt es sich um eine internationale Vernetzungsinitiative, die europaweit verfügbare Daten zur Mediennutzung von Kindern bündelt, internationalen Kooperationspartnern zur Verfügung stellt und auf dieser Basis Forschungsbedarfe identifiziert. Der Fokus richtete sich u. a. auf folgende Fragen:

  • Welche Arten von Forschungsprojekten und Daten liegen vor und bezüglich welcher Fragen besteht ein Bedarf an empirischen Daten?
  • Welche Problembereiche und Risiken werden in diesen Studien hinsichtlich der Nutzung neuer Medien mit besonderem Blick auf Kinder identifiziert?
  • Welche Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang gesellschaftlichen Faktoren zu (z. B. soziale, kulturelle oder rechtliche Rahmenbedingungen)?
  • Welche Fragestellungen und Herausforderungen ergeben sich für die (künftige) international vergleichende Forschung?

An dem Projektverbund waren Einrichtungen aus insgesamt 21 Ländern beteiligt. Die Koordination des Netzwerkes lag bei Prof. Dr. Sonia Livingstone und Dr. Leslie Haddon von der London School of Economics and Political Science (LSE).

Das Gesamtprojekt gliederte sich in verschiedene Themenschwerpunkte, die sich u. a. mit Datenverfügbarkeit, methodischen Fragen, Herausforderungen international vergleichender Forschung etc. befassten. Auf dieser Basis wurden schließlich Handlungsempfehlungen für künftige Forschungs­projekte und Maßnahmen für einen sicheren Umgang mit dem Internet und anderen Online-Diens­ten erarbeitet. Das Hans-Bredow-Institut hat in diesem Projekt u.a. die Koordination für ein Work Package übernommen, in dem eine vergleichende Ana­lyse der internationalen Befunde durchgeführt wurde.

Die vorliegenden Befunde zur Onlinenutzung von Kindern wurden zusammengetragen und vor dem Hintergrund kultureller Rahmenbedingungen international vergleichend ausgewertet. Dabei konnten u.a. die Länder in verschiedene Typen eingeteilt werden: So zeigt sich, dass sowohl in Ländern mit wenig Online-Erfahrungen (z.B. Polen, Tschechische Republik) als auch in solchen, in denen Onlinemedien bereits länger verbreitet sind (z.B. Großbritannien, die Niederlande), offensichtlich ein besonders hohes Risiko in der Onlinenutzung wahrgenommen wird. 

Die Ergebnisse des dreijährigen Projekts, die am 10. Juni 2009 in London vorgestellt wurden, geben einen Überblick über die verfügbare Datenlage sowie über drängende Forschungs- und Handlungsbedarfe.

Der Abschlussbericht wird in Kürze verfügbar sein. 

Eine Forschungslücke wurde mit dem Anschlussprojekt EU Kids Online II geschlossen, in dessen Rahmen eine international vergleichende Repräsentativbefragung zu den Risiken der Onlinenutzung in über 20 Ländern durchgeführt wird. Das Hans-Bredow-Institut übernimmt in diesem Projekt die Koordination der Datenanalyse. Die Ergebnisse werden 2011 vorliegen.

Nähere Informationen zum Projekt finden sich unter www.eukidsonline.de.

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Dr. Claudia Lampert

Hans-Bredow-Institut
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Funding

Europäische Kommission, Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, AOL, Microsoft Deutschland