Wissenstransfer, Beratung und Serviceangebote
Wissenstransfer und Beratung
Das Hans-Bredow-Institut zielt auf einen möglichst breiten Transfer seiner Arbeit an unterschiedliche Zielgruppen und mit unterschiedlichen Formen.
Seine Expertise wird nachgefragt von Medienpolitik und -praxis; hier unterstützt das Institut bei der Bearbeitung aktueller Fragen, etwa auf Anhörungen und mit Stellungnahmen und Expertisen, aber auch mit eigenen Veranstaltungen. Es liefert Informationen über das deutsche Mediensystem an Interessierte im Ausland. Es beantwortet Anfragen von Journalisten und vermittelt Ansprechpartner innerhalb und außerhalb des Instituts. Darüber hinaus werden seine Forschungsergebnisse auch von einer breiteren Öffentlichkeit, etwa von Lehrern oder Eltern, die sich um die Aktivitäten ihrer Kinder im Internet sorgen, nachgefragt.
Zudem macht es sich das Institut zur Aufgabe, die in den Projekten erarbeiteten Ergebnisse auf ihre praktische Relevanz zu überprüfen und Ergebnisse aktiv zielgruppengerecht zu vermitteln. Viele der Projekte des Instituts haben schon von ihrer Konzeption her einen – jeweils unterschiedlich stark ausgeprägten – Anteil an Transferleistung. Das Projekt zur Unabhängigkeit der Regulierungsbehörden (Projekt "Entwicklung von Indikatoren für die Unabhängigkeit und Effektivität von Regulierungsbehörden im Feld audiovisueller Medien") ist hierfür ein gutes Beispiel, da das Institut nicht nur einen Beitrag zum konzeptionellen Verständnis von Unabhängigkeit leisten konnte, sondern auch ein Software-Tool zur Verfügung gestellt hat, mit dem Regulierer oder Akteure der Zivilgesellschaft die Schwachpunkte bei der Absicherung der Unabhängigkeit eines Regulierers ermitteln können.
Zu den aktuellen gesellschaftlichen Themenbereichen, zu denen das Institut einen Beitrag geleistet hat, zählten in den Jahren 2012/2013 folgende:
Anpassung der Medienordnung an Internet-vermittelte Kommunikation
Das Internet als technische Plattform, auf der ganz unterschiedliche – mediale und nicht mediale – Angebote zu finden sind, setzt die Medienordnung an verschieden Stellen unter Druck. Das Institut unterstützt die Medienpolitik mit Expertise, für die damit verbundenen Fragen Lösungen zu finden, v. a. durch folgende Aktivitäten:
- W. Schulz gehörte als Sachverständiger der im April 2010 eingesetzten Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages an. Die Enquete-Kommission hat sich mit den Chancen und Herausforderungen der „digitalen Gesellschaft“ befasst und dem Parlament Handlungsvorschläge unterbreitet. Ab Juni 2012 leitete W. Schulz die Projektgruppe „Kultur, Medien, Öffentlichkeit“ der Kommission. Der Endbericht der Enquete wurde im April 2013 im Bundestag beraten. Über die Arbeit der Kommission hat W. Schulz vor unterschiedlichen Zielgruppen informiert:
- „Bericht über die Arbeit der Enquete-Kommission ‚Internet und digitale Gesellschaft’ des Deutschen Bundestags und die Zukunft der digitalen Gesellschaft“, Vortrag von W. Schulz im Rahmen des 5. Parlamentarischen Abends der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein und der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein am 21. März 2013 in Kiel.
- „Internet and Politics: the Impact of New Information and Communication Technology on Democracy“, Teilnahme von W. Schulz an der gleichnamigen Diskussionsrunde im Rahmen der Zusammenkunft der Mitglieder des Committee on Culture, Science, Education and Media des Europäischen Rates am 11. März 2013 in Paris.
- „Bürgerbeteiligung an der Gesetzgebung im Internet“, Vortrag von W. Schulz und Teilnahme an der gleichnamigen Diskussionsrunde im Rahmen des 12. Symposium des Deutsch-Chinesischen Rechtsstaatsdialog „Bürgerrechte und staatliche Gesetzgebung im digitalen Zeitalter“ am 15. Juli 2012 in München.
- „Wie verändert das Netz die Demokratie?“, Teilnahme von W. Schulz an der gleichnamigen Diskussionsrunde im Rahmen der Veranstaltung „Debatte Digital – Wie das Netz die Demokratie verändert“ am 8. Februar 2012 in Berlin.
- W. Schulz wurde zudem am 9. Mai 2012 zum Gespräch in die Rundfunkkommission der Länder eingeladen, um über die Ergebnisse und Perspektiven der Arbeit der Enquete-Kommission „Internet und Digitale Gesellschaft“ zu diskutieren.
- Zudem nehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an verschiedenen formellen und informellen Gesprächsrunden teil, so etwa mit dem Vortrag von S. Dreyer „Vernetzte Themen – vernetzte Öffentlichkeit(?)“ im Rahmen der Fachtagung „Vernetzte Themen – Vernetzte Öffentlichkeit: Das Internet als Plattform eines europäischen gesellschaftlichen Bewusstseins“ der Friedrich-Ebert-Stiftung am 10. November 2012 in Berlin.
Die Expertise des Instituts im Bereich „Anpassung der Medienordnung an Internet-vermittelte Kommunikation“ ist auch im Ausland gefragt. Das Institut hat hier – neben engen Kontakten zu anderen europäischen Staaten – einen Schwerpunkt im asiatisch-pazifischen Raum gesetzt (Projekt "Wandel der Mediensysteme in Asien"). Dort konnte das Institut zu entsprechenden Diskussionen um Anpassungen der Medienordnungen beitragen durch Vorträge von W. Schulz im Rahmen zu den Themen „Selfregulation and Broadcasting“ und „Hate speech“ auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Thailändischen Aufsichtsbehörde NBTC vom 31. Mai bis 1. Juni 2012 in Bangkok.
Dazu beteiligt sich das Institut an der Diskussion über die internationale Kommunikationsordnung durch die im Rahmen der Mitgliedschaft von W. Schulz im Fachausschuss Information/Kommunikation der Deutschen UNESCO-Kommission.
Jugendmedienschutz
Auch nach dem Scheitern der Novelle des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages (JMStV) Ende 2010 bleibt dieser Bereich ein wichtiges Feld der Kommunikationspolitik. Das Institut begleitete die Diskussion um einen effektiven Jugendmedienschutz zudem u. a. durch folgende Aktivitäten:
- Im Zusammenhang mit der Studie „Jugendschutzsoftware im Elternhaus“ präsentierte U. Hasebrink Befunde und Empfehlungen bei einer Arbeitssitzung der Initiative „Sicher online gehen“ am 20. Februar 2013.
- „Entwicklungs- und Nutzungstrends im Bereich der digitalen Medien und damit verbundene Herausforderungen für den Jugendmedienschutz“, Vortrag von U. Hasebrink beim 2. Nationalen Fachforum Jugendmedienschutz „Kompetent mit den Chancen und Gefahren von digitalen Medien umgehen“ am 7. März 2013 in Bern.
- „Recht haben, Recht bekommen, Recht Recht sein lassen... wo und wie Gesetze bei Cyber-Mobbing helfen können“, Vortrag von S. Dreyer im Rahmen der ajs-Jahrestagung „Cyber-Mobbing“ am 13. März 2013 in Leinfelden sowie „Persönlichkeitsrechte im Netz. Mobben bis der Anwalt kommt?“, Vortrag von S. Dreyer im Rahmen der Fachtagung „Cybermobbing – da hört der Spaß auf!“ der Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein, dem Schnittpunkt e.V. und dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung auf den Media Tagen Nord am 21. November 2012 in Kiel.
- „Bausteine für einen zukunftsfähigen Jugendschutz im Netz“, Teilnahme von U. Hasebrink an einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Brennpunkt Medien und Recht“ am 5. Dezember 2012 in Kassel.
- „Jugendschutzsoftware im Elternhaus – Stand der Forschung“, Vortrag von S. Dreyer vor dem Ausschuss Medien und Netzpolitik des Landtags Rheinland-Pfalz am 1. März 2012 in Mainz.
Über die nationale Debatte hinaus bringt das Institut seine Expertise in Überlegungen ein, die sich mit den Herausforderungen und Realisierungsoptionen von supranationalen Labeling-Systemen beschäftigen (siehe Projekt "Möglichkeiten und Ausgestaltung grenzüberschreitender Online-Kennzeichnungen"). In diesem Zusammenhang stehen auch Vorträge von S. Dreyer, etwa zu „GAM – Global Alliance Matrix. Taking Online Labels to the Next Level” im Rahmen der Veranstaltung Working Group 3 der „Coalition to Make the Internet a Better Place for Kids“ am 14. September 2012 in Brüssel oder „GAM: A New Approach in International Labelling" im Rahmen der Veranstaltung der Working Group 3 der „Coalition to Make the Internet a Better Place for Kids“ am 11. Mai 2012 in Brüssel.
Daneben wurde auch eine (deliktshaftungs-)rechtliche Einordnung von über digitale Medien vereinbarte Massenversammlungen vorgenommen, sog. „Facebook-Parties“: „Mausklick mit Folgen. Haftungsrechtliche Konsequenzen bei Facebook-Parties, Flashmobs und Occupy-Camps“, Vortrag von S. Dreyer auf dem Schadenforum der Munich Re am 7. Mai 2012, Hohenkammer.
Mediensozialisation und Medienkompetenz
In diesem Themenbereich sind Vernetzung und Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen auch über die Expertenzirkel hinaus von herausragender Bedeutung. Insbesondere im Zusammenhang mit den Projekten EU Kids Online und Computerspielesozialisation in der Familie haben C. Lampert, J.-H. Schmidt und U. Hasebrink eine Vielzahl von Vorträgen und Weiterbildungsveranstaltungen in den unterschiedlichsten institutionellen Kontexten bestritten. Beispiele hierfür sind:
- „Kernergebnisse aus der LfM-Studie zum Thema ‚Kompetenzerwerb, exzessive Nutzung und Abhängigkeitsverhalten’“, Vortrag von C. Lampert im Rahmen der Fachtagung „‚Es begann eigentlich mit meinem Vater’ – Vorstellung von Studienergebnissen zum Thema Computerspiele(n) in der Familie“ am 17. Januar 2013 in Düsseldorf.
- „Partizipation in Zeiten des Web 2.0“, Vortrag von J.-H. Schmidt beim Auftakt des „Inter@ktiv Herbst Event“ am 18. Oktober 2012 in München.
- „Digitale Medien und ihre Dynamik. Nutzungsweisen, Kompetenzen und Herausforderungen des Internets“, Vortrag von J.-H. Schmidt im Rahmen der Fachtagung „Jugendarbeit online“ des Jugendserver Saar am 11. Oktober 2012 in St. Wendel.
- „Medienkompetenz im gesellschaftlichen und technischen Wandel“, Vortrag von U. Hasebrink beim Medienkompetenztag Schleswig-Holstein am 25. September 2012 in Kiel.
- „Faszinosum Facebook? Digitale Medien im Alltag von Heranwachsenden“, Vortrag von J.-H. Schmidt im Rahmen der Jahresarbeitstagung des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig Holstein am 4. September 2012 in Damp.
- „Wie das Internet die Medienlandschaft verändert“, Vortrag von J.-H. Schmidt im Rahmen der Tagung „Gefällt mir! Soziale Netze im Internet“ der Akademie Mont-Cenis am 31. August 2012 in Herne.
- „Heranwachsen mit Web 2.0. – Praktiken, Kompetenzen und Herausforderungen“, Vortrag von J.-H. Schmidt auf dem regionalen Fachtag „Lern- und Lebenswelt Internet – Virtuelle Welten als Herausforderung für Schule, Jugendhilfe und Gemeinwesen“ der Regionalstelle Sachsen-Anhalt der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung am 13. Juni 2012 in Oschersleben.
- „Anforderungen an Medienkompetenz im Kontext medialer Veränderungen“, Vortrag von C. Lampert im Rahmen der Ringvorlesung „Medienkompetenz“ am 4. Juni 2012 am Institut für Journalistik und Kommunikation (IJK) in Hannover.
- „Kompetenzen und exzessive Nutzung bei Computerspielern. Chancen und problematische Aspekte von Computerspielen aus medienpädagogischer Perspektive“, Vortrag von C. Lampert im Rahmen der Tagung „Exzessive Mediennutzung. Herausforderung für Familie, Jugendhilfe und Beratung“ am 26. April 2012 in Potsdam.
- „Die Dynamik digitaler Medien“, Vortrag von J.-H. Schmidt im Rahmen der „6. Lübecker Bildungskonferenz“ am 24. April 2012 in Lübeck.
- „Internetrisiken aus der Perspektive von Eltern und Kindern. Ein europäischer Vergleich“, Vortrag von U. Hasebrink auf der Tagung „Eltern – Kinder – Medien“ in Hamburg am 27. März 2012.
Zudem engagiert sich das Hans-Bredow-Institut in verschiedenen Kontexten für eine dauerhafte und nachhaltige Verankerung der Medienbildung. Gemeinsam mit zentralen medienpädagogischen Einrichtungen – namentlich der Kommission Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, der Fachgruppe Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) sowie dem JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis – unterstützte das Institut bereits 2011 den medienpädagogischen Kongress „Keine Bildung ohne Medien!“, der vom 24. bis 25. März 2011 in Berlin stattfand.
In Hamburg beteiligte sich C. Lampert zudem an der inhaltlichen Diskussion über ein von der Senatskanzlei entworfenes Rahmenkonzept zur Medienkompetenzförderung, das am 11. April 2013 in der Hamburgischen Bürgerschaft diskutiert wurde.
Kontrolle von Meinungsmacht
Seit einigen Jahren wird deutlich, dass das derzeitige System zur Kontrolle vorherrschender Meinungsmacht auch durch seine Fernsehzentrierung an seine Grenzen stößt. Zur wissenschaftlichen Fundierung der Diskussion um die Kontrolle von Medienkonzentration trug das Hans-Bredow-Institut bei durch:
- ein Gutachten zu den Informationsrepertoires der deutschen Bevölkerung für den Beauftragten für Kultur und Medien;
- ein Expertengespräch von W. Schulz und M. Lose am 9. März 2012 bei der Korea Press Foundation in Seoul, wo derzeit Regelungen zur Verhinderung vorherrschender Meinungsmacht eingeführt werden, die sich in Teilen an das deutsche System anlehnen;
- das Symposium „macht / medienmacht / meinung“ in Kooperation mit der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH) und der Handelskammer Hamburg am 5. Juni 2012 in Hamburg.
Daneben stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausländischen Delegationen mit Expertise und Transferwissen zur Verfügung, so etwa mit einem Vortrag von S. Dreyer im Rahmen des Workshops „Promoting Legal Protection for the Media“ des Great Britain China Centers am 11. September 2012 in Hamburg zum Thema „Legal Framework for Media Pluralism“.
Organisation öffentlich-rechtlichen Rundfunks
Nach Durchführung des ersten sog. Drei-Stufen-Tests hat die Phase der Auswertung der Erfahrungen begonnen. Auch dabei steht das Institut als Ansprechpartner bereit und wird nachgefragt. Zu den Fragen, die sich dabei stellen, gehört auch die künftige Rolle der internen Aufsichtsgremien. Das Institut wertet die Erfahrungen, die es im Projekt INDIREG (Projekt 10) gewonnen hat, auch darauf hin aus, was dies für eine effektive und europarechtskonforme Organisation der Gremienarbeit bedeutet. Es begleitet die Diskussion u. a. durch folgende Aktivitäten:
- "Bestandsaufnahme und Veränderungsbedarfe", Vortrag von W. Schulz im Rahmen des Expertenpodiums "Perspektiven des öffentlich-rechtlichen Rundfunks - Medienpolitischer Dialog der SPD-Bundestagsfraktion" am 18. April 2013 in Berlin;
- "Öffentlich-rechtlicher Rundfunk 2025 – Funktionsauftrag, Finanzierung und Wettbewerb in vollkonvergenter Medienumwelt“, Vortrag von W. Schulz im Rahmen der Veranstaltung "Public Broadcasting Funding in the 21st Century“ des Center for Transnational IP, Media and Technology Law and Policy der Bucerius Law School am 19. März 2013 in Hamburg;
- "Wohin geht die [De-]Regulierungsreise in Deutschland und Europa? Einführung in die rechtlichen Fragestellungen rund um Connected TV“, Vortrag von W. Schulz im Rahmen des 4. Gremienvorsitzendenkonferenz-Forums "Connected TV: Alle auf und unter einen Schirm? Rahmenbedingungen, Herausforderungen, Chancen, Regulierungen [nicht nur] für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der konvergenten Medienwelt“ am 21. Februar 2013 in Hamburg;
- und den Vortrag von W. Schulz bei der ABC in Sydney zu Rechtsfragen des Online-Auftrages öffentlich-rechtlicher Rundfunkveranstalter in Europa am 2. März 2012.
Daten- und Persönlichkeitsschutz im Netz
Die vermehrte Nutzung von Social Networks durch Heranwachsende führt zu einem erhöhten Bedarf nach datenschutzrechtlichen wie persönlichkeitsrechtlichen Einschätzungen, insbesondere auf Seiten von Kinder- und Jugendeinrichtungen. Das Institut hat sich in diesem Zusammenhang an der Erstellung einer Publikation zum Datenschutz für die Bundeszentrale für politische Bildung beteiligt (J.-H. Schmidt, T. Weichert [Hrsg.]: Datenschutz).
Mit der Innovationswerkstatt "Datenschutz“, die sich methodisch an die im Jahre 2009/2010 durchgeführte Innovationswerkstatt "Kreativität und Urheberrecht in der Netzökonomie“ anlehnt, greift das Institut zudem zwei Einzelthemen aus der Praxis auf, die für die Effektivität einer Datenschutzregulierung von großer Bedeutung sind: Durch Workshops mit Wissenschaftlern und Praktikern sowie durch eine für 2013 geplante empirische Befragung von Unternehmen und Behörden soll zum einen Optimierungspotenzial für den regulatorischen Dialog identifiziert werden. Zum anderen sollen die Methoden, Transparenz über eine Datenverarbeitung in einer Weise herzustellen, dass Betroffene den Verarbeitungsvorgang tatsächlich verstehen und dessen Folgen für sich einschätzen können, untersucht und auf ihre praktische Anwendbarkeit hin geprüft werden.
Das Institut hat im Rahmen von Vorträgen zudem den Status quo sowie die neuen Herausforderungen aufgezeigt:
- "Kommunikation in sozialen Netzwerken“, Vortrag von J.-H. Schmidt im Rahmen der Tagung „Soziale Netzwerke – Kriminalität und Fahndung“ der Polizeiakademie Niedersachsen am 6. September 2012 in Nienburg/Weser.
- "Internet Privacy: Structural Changes of Publicness in Digital Networked Media“, Vortrag von J.-H. Schmidt im Rahmen des acatech-Symposiums "Internet und Privacy“ am 26. März 2012 in Berlin.
Folgen des Medienwandels für die Medienproduzenten
Zu den für Medienpolitik wie Medienpraxis entscheidenden Fragen gehört, wie sich angesichts der digitalisierten Medienumgebungen der Umgang der Menschen mit den Medien verändert. und die Medien wiederum darauf reagieren. Neben dem in diesem Bereich angesiedelten und von der DFG geförderten Grundlagenprojekten zu Medienrepertoires sowie zu Publikumsbeteiligung im Journalismus erarbeitet das Institut in direkter Kooperation mit Medienunternehmen und anderen Institutionen aus dem Medienbereich Synopsen des vorliegenden internationalen Forschungsstands und diskutiert die sich daraus ergebenden Perspektiven.
Praxisrelevante Informationsvermittlung leistete das Institut darüber hinaus durch folgende Vorträge:
- "Vertrauen durch Transparenz? Zu Potenzial und Problemen journalistischer Selbstoffenbarung“, Vortrag von J. Reimer im Rahmen der Fachtagung "Wandel und Messbarkeit des öffentlichen Vertrauens im Zeitalter des Web 2.0“ des Instituts für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung IPJ e. V. am 25. Januar 2013 in Leipzig.
- "Publikumsbeteiligung bei Tagesschau und tagesschau.de: Was Journalisten denken – und was das Publikum 'wirklich’ will“, Vortrag von W. Loosen, J.-H. Schmidt, N. Heise und J. Reimer vor Redaktionsmitgliedern von ARD-aktuell am 4. Dezember 2012 in Hamburg.
- "Entwicklungen der Online-Kommunikation. Konsequenzen für Individuum, Gesellschaft – und die Beratung?“, Vortrag von J.-H. Schmidt beim 5. Fachforum Onlineberatung am 25. September 2012 in Nürnberg.
- "Vom Sein und Schein: Wie informationskompetent sind wir wirklich?“, Vortrag von J.-H. Schmidt im Rahmen der Tagung "Informationskompetenz online. Zwischen Souveränität und Kontrollverlust“ der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit der Deutschen UNESCO-Kommission am 24. September 2012 in Düsseldorf.
- "Die (Wieder-)Entdeckung des Publikums. Journalismus unter sozialmedialen Bedingungen“, Vortrag von W. Loosen auf der Tagung "Besser Online” des Deutschen Journalistenverbands am 15. September 2012 in Bonn.
- "Wie das Internet die Medienlandschaft verändert“, Vortrag von J.-H. Schmidt im Rahmen der Tagung "Gefällt mir! Soziale Netze im Internet“ der Akademie Mont-Cenis am 31. August 2012 in Herne.
- "Besser sozial? Online-Journalisten zwischen Dialog und Verzettelung“, Vortrag von J.-H. Schmidt auf dem "Frankfurter Tag des Online-Journalismus” am 14. Mai 2012 in Frankfurt.
Medien und Gesundheit
Mit dem Themenfeld Medien und Gesundheit hat sich das Institut im vergangenen Jahr in verschiedenen Kontexten befasst: sei es im Hinblick auf die Frage, welche Rolle die Onlinemedien für das Vertrauen in medizinisches Wissen spielen, die mediale Präsenz komplementärmedizinischer Behandlungsverfahren und deren Rezeption durch Patientinnen und Patienten (Kompetenznetzwerk Komplementärmedizin in der Onkologie), die potenziellen gesundheitsbezogenen "Risiken und Nebenwirkungen“ der Mediennutzung oder die Möglichkeiten der Medien für die Gesundheitsförderung. Durch den Bezug zur Medizin und Gesundheit ergeben sich neue interessante Kooperationen und Transfermöglichkeiten. Beispielhaft sind hier folgende Aktivitäten zu nennen:
- Die Koordination des Netzwerkes "Medien und Gesundheitskommunikation“ und die Betreuung der Website des Netzwerks durch C. Lampert.
- "Gesünder durch Kommunikationswissenschaft? Herausforderungen und Chancen transdisziplinärer Forschung im Bereich der Gesundheitskommunikation“, Vortrag von C. Lampert, M. Grimm, S. Wahl und E. Baumann im Rahmen der SGKM-Tagung "Transdisziplinarität in der Kommunikations- und Medienwissenschaft – Return on Investment oder vergebliche Liebesmüh?“ am 13. April 2013 in Winterthur.
- "Wie erreichen wir Jugendliche? Möglichkeiten und Grenzen der Gesundheitskommunikation durch Medien“, Vortrag von C. Lampert im Rahmen der Tagung "Gefällt mir! (Gesund-heits)Kommunikation von Jugendlichen verstehen und Gesundheitskompetenzen stärken“ der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAG) am 25. Oktober 2012 in Hamburg.
- Baumann, E.; Lampert, C.; Fromm, B. (2012): Gesundheitskommunikation. In: K. Hurrelmann, O. Razum (Hrsg.), Handbuch Gesundheitswissenschaften (5., vollst. überarb. Aufl.). Weinheim und Basel: Beltz Juventa, S. 461-489.
- Fromm, B.; Baumann, E.; Lampert, C. (2011): Gesundheitskommunikation und Medien. Ein Lehrbuch. Stuttgart: Kohlhammer Verlag.
Mediengeschichte online aufbereitet
In Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks in Norddeutschland (FGRN) veröffentlicht der NDR online auf seiner Homepage unter dem Titel "NDR Geschichte(n)“ kleine Geschichten und Zeitzeugenberichte, die die Geschichte des NDR lebendig werden lassen. "Aus ganz unterschiedlichen, teilweise sehr persönlichen Blickwinkeln beleuchten die Texte die Entwicklung des NDR und seiner Programme. Originaltöne, Bilder und weiterführende Links runden die einzelnen Geschichten ab. Die NDR Geschichte(n) sind ein laufendes Projekt und werden kontinuierlich ergänzt.“ (http://www. ndr.de/unternehmen/organisation/ndr_geschichten/index.html). Zuletzt entstanden u. a. Beiträge über die Einführung der "Sesamstraße“ und das "Dritte“ Hörfunkprogramm.
Die FGRN beteiligt sich zudem an dem im Aufbau begriffenen Online-Projekt "Hamburger Persönlichkeiten“ (www.hamburgerpersoenlichkeiten.de) unter der Schirmherrschaft des hamburgmuseums (ehem. Museum für Hamburgische Geschichte) und der Gesellschaft Harmonie von 1789. H.-U. Wagner verantwortet den Bereich Medien. Die finanzielle Unterstützung der Gesellschaft Harmonie von 1789 ermöglichte einen Werkvertrag mit A. L. Tiews als wissenschaftliche Mitarbeiterin in den Monaten Mai, Juni, Juli 2012.
Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 45 Biographien von Hamburger Persönlichkeiten aus den Medienbereichen Print, Hörfunk, Fernsehen, Film erarbeitet und online gestellt.
Serviceangebote
Anfragen zu tagesaktuellen Themen
Die Institutsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter stehen für die Beantwortung von Anfragen nach Literatur, Sachinformationen und Referenten und als Beratungsinstanz in Forschungsfragen zur Verfügung. Diese Art des „informellen” Services wird von den Bezugsgruppen oft genutzt und intensiv auch von Journalistinnen und Journalisten in Anspruch genommen, für die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts begehrte Gesprächspartner darstellen. Dabei geht es oftmals um die fachliche Einschätzung aktueller Medienentwicklungen in Interviews für das Fernsehen, den Hörfunk, in Online-Angeboten oder in der Presse, häufig aber auch um Hintergrundgespräche mit Redaktionen, Nachrichtenagenturen und Verbänden.
Es gehört zum Selbstverständnis des Instituts, soweit wie möglich für derartige Anfragen offen zu sein, aber nicht zu jeder Frage selbst Stellung zu nehmen; oft wird auch durch Verweis auf einschlägige Kolleginnen und Kollegen oder Hintergrundinformationen geholfen.
Das Institut im WWW
Unter der Adresse www.hans-bredow-institut.de ist das gesamte Spektrum der Institutstätigkeit einzusehen: Informationen zu den laufenden Forschungsprojekten und neuen Publikationen (auch zum Download) werden ständig aktualisiert, ebenso wie Einladungen zu Veranstaltungen oder Stellenangebote. Interessenten können einen Newsletter abonnieren, der etwa alle 6-8 Wochen über Neuigkeiten aus dem Institut informiert.
Außerdem ist über diese Website die Online-Recherche im Katalog der Bibliothek möglich. Auch Materialien zu den Lehrangeboten einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier über die persönlichen Seiten zu finden.
Bibliothek
Die Bibliothek des Hans-Bredow-Instituts – eine der wichtigsten Spezialbibliotheken zum Thema Medien/Medienforschung in Norddeutschland – zählt heute ca. 31.000 Bände zu ihrem Bestand. Darin enthalten ist deutsch- und fremdsprachige Literatur, u. a. zu sozialen, rechtlichen, pädagogischen und ökonomischen Aspekten von Hörfunk, Fernsehen sowie den neuen elektronischen Medien, zur Entwicklung des Telekommunikationsmarktes und zu den Nutzungs- bzw. Einsatzmöglichkeiten von Multimedia.
Ergänzt wird dieser Buchbestand durch eine ca. 185 Titel umfassende Zeitschriftenabteilung, die sowohl deutschsprachige als auch ausländische Fachzeitschriften sowie Presse- und Informationsdienste zu den erwähnten Forschungsgebieten enthält. Eine viel genutzte Rarität ist die Programmzeitschrift Hör zu, die ab Nummer 1/1946 archiviert ist.
Die Bibliothek ist für jedermann zugänglich. Genutzt wird das umfangreiche Literaturangebot hauptsächlich von Studentinnen und Studenten der Hamburger Universitäten und Fachhochschulen, aber auch von Studierenden in ganz Deutschland.
Darüber hinaus gibt es Literaturanfragen aus dem journalistischen Bereich: Redaktionen der in Hamburg ansässigen Verlage und Rundfunkveranstalter nutzen den Buchbestand zu Recherchezwecken. Groß ist auch die Zahl der Werbeagenturen bzw. Wirtschaftsunternehmen, die Informationen über die Medienbranche für ihre Arbeit benötigen, sowie der Anwaltskanzleien, die das spezielle Literaturangebot im Bereich Medienrecht wahrnehmen.
Da der Bibliothekskatalog komplett online verfügbar ist, können auch von außerhalb Hamburgs jederzeit Recherchen erfolgen. Einen besonderen Service bietet dabei die umfassende Auswertung von Fachzeitschriften und Pressediensten sowie Einzelbeiträgen in Sammelwerken: Die Zeitschriftenlesen aus „Medien & Kommunikationswissenschaft“ (bzw. ihrer Vorläuferin „Rundfunk und Fernsehen” seit 1988) werden elektronisch übernommen, so dass damit eine umfangreiche Aufsatzbibliographie zur Verfügung steht, die darüber hinaus seit 1997 durch die Aufnahme und Verschlagwortung der Beiträge in Sammelwerken ergänzt wird.
Zurzeit stehen den Benutzern ca. 55.000 Datensätze zur Verfügung. Informationen über den Ausleihstatus eines Buches sowie über etwaige Vormerkungen können auch online abgerufen werden. http://hbi.to/751
Ansprechpartnerinnen: J. Simon, O. Levay, Nina Golon