Tipp: Mediale Erinnerung und transkulturelle Kommunikation: Eine Spurensuche

Ringvorlesung im WS 2011/12 an der Universität Hamburg, 20.10.11 - 26.1.2012, jeweils donnerstags, 16-18 Uhr, Hörsaal M, Hauptgebäude, Edmund-Siemers-Allee 1, Eintritt frei, keine Anmeldung nötig, Programm (pdf-Datei)

Koordination

Prof. Dr. Irene Neverla (Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft), Dr. Monika Pater (Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft), Dr. Hans-Ulrich Wagner (Hans-Bredow-Institut für Medienforschung), Judith Lohner, M.A. (Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft) – alle RCMC Research Center for Media and Communication an der Universität Hamburg

Inhalt

Gesellschaftliche Erinnerungsarbeit erfolgt in modernen Gesellschaften unter entscheidendem Einfluss der Massenmedien und des Journalismus. Sie gilt als elementarer Bestandteil des gesellschaftlichen Selbstverständigungsprozesses und der Konstruktion kollektiver Identitäten. Traditionell sind dabei v.a. die Nation und die Region zentrale Bezugspunkte gesellschaftlicher Erinnerung. Angesichts weltweiter Austauschprozesse müssen Kulturen allerdings zunehmend als miteinander verflochten betrachten werden. Individuen bzw. soziale Gruppen weisen deshalb, so das Konzept der Transkulturalität, plurale Zugehörigkeiten auf.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Ringvorlesung mit dem Verhältnis von Transkulturalität und gesellschaftlicher Erinnerungsarbeit. Leitfragen sind:

  • Ist gesellschaftliche Erinnerungsarbeit ein Katalysator von Transkulturalisierung und welche Rolle spielen Medien dabei?
  • Führen umgekehrt allgemeine Transkulturalisierungsprozesse automatisch auch zu transkultureller medialer Erinnerung?
  • Worin bestehen transkulturelle Erinnerungsformen in und durch Medien genau?

Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen geben im Rahmen der Ringvorlesung einen Überblick über theoretische Forschungsansätze. Laufende Projekte und aktuelle empirische Forschungsergebnisse werden vorgestellt. Notwendige Perspektiverweiterungen und Herausforderungen für die journalistische Praxis stehen zur Debatte.

Themen der einzelnen Termine

20.10.2011
Der wunde Punkt der Erinnerungsforschung? Traditionelle und aktuelle Perspektiven auf den Zusammenhang von (neuen) Medien und Erinnerungskulturen
Dr. Martin Zierold, Gießener Graduiertenzentrum Kulturwissenschaften, Justus-Liebig Universität Gießen

03.11.2011
Transkulturelle Kommunikation: Globalisierung, Postkolonialismus und Bezugshorizonte als Herausforderung
Prof. Dr. Andreas Hepp, Zentrum für Medien, Kommunikations- und Informationsforschung, Universität Bremen

10.11.2011

Transkulturell, global, und / oder kosmopolitisch? Journalistische Medien als Vermittler und Akteure in der kommunikativ vernetzten Welt
Wiebke Schoon, M.A., Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, Universität Hamburg

17.11.2011
Erinnerung und ihre Medialitäten: Die Bedeutung des Fernsehens für Erinnerungen an den Holocaust
Dipl. Psych. Juliane Finger, Institut für Medien und Kommunikation, Universität Hamburg

01.12.2011
Transkulturelle Medienbilder. Formen visueller Erinnerung in globalisierten Medienöffentlichkeiten
Prof. Dr. Kathrin Fahlenbrach, Institut für Medien und Kommunikation, Universität Hamburg

12.01.2012
Places and Traces of Conflict: Strategien der Erinnerung an Kriege und Krisen in Fotojournalismus und Dokumentarfotografie
Dr. Elke Grittmann, Institut für Kommunikationswissenschaft, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

26.01.2012
Europäisierte Erinnerung? Die mediale Berichterstattung zum 20. Jahrestag der politischen Wende in Mittelosteuropa 1989
Judith Lohner, M.A., Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, Universität Hamburg

02.02.2012
Same same but different? Mediale Erinnerung an die Hamburger Sturmflut 1962 und die Hollandflut 1953 zwischen Regionalisierung und Nationalisierung
Prof. Dr. Irene Neverla, Dr. Corinna Lüthje, Dipl.-Journ. Stefanie Trümper, M.A., Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft und CliSAP/KlimaCampus, Universität Hamburg