Tipp: Jahrestagung Kommunikationsgeschichte

Zum Thema „Neue Vielfalt. Medienpluralität und -konkurrenz in historischer Perspektive“ fand die Jahrestagung der DGPuK-Fachgruppe Kommunikationsgeschichte vom 15.-17. Januar 2015 in Hamburg statt, ausgerichtet von der "Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks in Norddeutschland

Im Zentrum der Tagung stand die These einer Pluralisierung von Medienangeboten in der Geschichte . Diese wurde aus kommunikations- und medienhistorischer sowie aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive genauer untersucht . Es wurde danach gefragt, wann und wie jeweils eine „neue Vielfalt“ auftrat; wie die bis dahin bestehenden Medien auf die Vervielfältigung und Veränderung reagierten bzw. wie Mediennutzer mit den neuen Möglichkeiten und Versprechen umgingen. Der Fokus lag also nicht auf der Abfolge von „alten“ zu „neuen“ Medien an sich, sondern setzte bei der Situation einer jeweils neuen Medienpluralität und -konkurrenz an. Diese Medien und ihre Angebote ringen um Publika und stehen ökonomisch in Konkurrenz zueinander. Journalisten konkurrieren um die Aufmerksamkeit der Rezipienten, während die Medienpluralität die Nutzer dazu zwingt, ihr eigenes Medienmenü jeweils neu zusammenzustellen. Dies kann und sollte auf den verschiedenen Ebenen angegangen werden – auf der von Mediensystemen, von Politik und Technik, von einzelnen Medienunternehmen und -verantwortlichen, von konkreten Angeboten und Formen, sowie von ihrer Nutzung und des Umgangs mit den Medien.

Ein konkreter Anlass für die Themenstellung der Jahrestagung 2015 war die Einführung des sog. „dualen Rundfunksystems“ in der Bundesrepublik Deutschland vor 30 Jahren. Die Aufarbeitung der Liberalisierung und Privatisierung, der damit einhergehenden Pluralisierung der Medienangebote sowie der Fragen nach medienpolitischen Entscheidungen und technischen Entwicklungen ist ein Desiderat und stellt die kommunikations-, medien- und zeithistorische Forschung vor aktuelle Probleme, beginnend bei der dringend zu leistenden Quellen- und Dokumentensicherung.

Die Vorgänge der späten 1970er und frühen 1980er Jahren bildeten also einen zentralen thematischen Aspekt der Jahrestagung . Doch die Frage nach der „neuen Vielfalt“ sollte darüber hinaus greifen und sehr verschiedene historische Abschnitte behandeln. Sie kann weit vor dem langen ‚Jahrhundert der Massenmedien‘ einsetzen und sie kann in diesem verschiedene Fragen aufgreifen, etwa das Aufkommen der Generalanzeiger-Presse in den 1880er Jahren, die neue Vielfalt an Medienangeboten parallel zur Durchsetzung des Radios seit den 1920er Jahren oder diverse Formen alternativer Medien in den 1960er Jahren.

Tagungsablauf

Die Tagung begann am Donnerstag, den 15. Januar 2015, abends mit einem Get-Together und endete am Samstag, den 17. Januar 2015, am frühen Nachmittag.

Kontakt

Dr. Hans-Ulrich Wagner, Hans-Bredow-Institut
Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks in Norddeutschland
c/o Universität Hamburg, Institut für Medien und Kommunikation
Von-Melle-Park 6, D-20146 Hamburg
Telefon: ++49 40 42838-3202
Email: hans-ulrich.wagner@uni-hamburg.de


Für die Fachgruppenleitung                                                                    Für das ausrichtende Institut
Dr. Thomas Birkner, Münster                                                                  Dr. Hans-Ulrich Wagner, Hamburg
Dr. Maria Löblich, München