Hans-Bredow-Institut für Medienforschung

Research Report 2009/2010 in English available

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The report documents the academic work in the fields science, transfer and service of the past year elaborately. Download als pdf-file

Erscheint in Kürze: M&K 3/2010

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u.a. mit mehreren Beiträgen zum Thema "Migration und Medien". Zum Inhalt

Netzpolitik - Nach der Thesenflut

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Diskussion im DRadio Wissen am 8. August 2010 mit Markus Beckedahl, Chefredakteur von netzpolitik.org und Mitgründer der Konferenz re:publica, Mercedes Bunz, Redakteurin des Guardian und Mitbegründerin der Zeitschrift De:Bug, und Dr. Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts und Mitglied der Enquete Kommission "Internet und digitale Gesellschaft".

                                   

 

EU Kids Online Conference

Mit einer internationalen Konferenz in London fand am 11. Juni 2009 der europäische Forschungsverbund "EU Kids Online" seinen Abschluss, an dem das Institut als deutscher Partner beteiligt war. Die Tagung war zugleich Startschuss für das wiederum im Rahmen des Safer Internet Programms der EU geförderte Projekt "EU Kids Online II".

Summer School "Film, Fernsehen, Internet - Kulturwissenschaftliche Rezeptionsforschung"

Vom 27. bis 31. Juli 2009 fand im Gästehaus der Universität Hamburg eine einwöchige Summer School statt, die vom Institut für Medien und Kommunikation in Kooperation mit dem Hans-Bredow-Institut veranstaltet wurde.

Games Convention Online Conference 2009

Im Rahmen der Games Convention Online in Leipzig tagten am 31. Juli und 1. August 2009 knapp 100 in- und ausländische Referenten und Diskussionsteilnehmer aus Wirtschaft, Forschung und Politik auf der ersten internationalen Dialogkonferenz „Games Convention Online Conference“. Die vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung konzipierte Konferenz zum Status Quo und zur Zukunft der Online- und Mobile-Games-Branche betrachtete die Themenfelder Wirtschaft, Nutzung und Gesellschaft in drei parallel laufenden Blöcken aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Ziel des Hans-Bredow-Instituts war es, über den Austausch von Sichtweisen, Erkenntnissen und Selbstverständnissen zu einem fruchtbaren Dialog aller Beteiligten und zu einem besseren Verständnis von Systemeigenheiten, Entscheidungsprozessen und Wechselwirkungen zu gelangen.

Governance in Social Media

Zur Vorbereitung eines neuen Forschungsantrags zu "Governance in Social Media" fand am 14. und 15. September 2009 ein gemeinsamer Workshop mit Wissenschaftlern von der Universität Haifa in Haifa, Israel, statt.

EU Kids Online

Vom 16. bis 18. Oktober 2009 war das Institut Gastgeber des ersten Gesamttreffens des EU Kids Online-Netzwerks, dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus derzeit 24 europäischen Ländern angehören, die gemeinsam eine vergleichende Repräsentativbefragung zur Onlinenutzung von Kindern und Jugendlichen und den damit verbundenen Risiken durchführen.

Auftaktworkshop CO-REACH

Auftaktworkshop des CO-REACH Projektes am 13. November 2009 in Peking. Kernziel des Projekts ist der Wissensaustausch über Regulierungskonzepte in Bezug auf Urheberrecht und Immaterialgüter in der Informationsgesellschaft und ihre Umsetzung sowie die gemeinsame Arbeit an Konzepten für neue Regulierungsformen, die den Herausforderungen des sozialen und technologischen Wandels in neuen Medienumgebungen begegnen können.

Hamburger Gespräch zum Medien- und Telekommunikationsrecht „Perspektivwechsel im Urheberrecht?”

mit einem Vortrag von Dr. Till Steffen, Justizsenator der Freien und Hansestadt Hamburg am Dienstag, 6. Juli 2010, 18.00 bis 20.30 Uhr im Gästehaus der Universität Hamburg, Rothenbaumchaussee 34, 20148 Hamburg

Jenseits der Erörterung von Einzelfragen hat sich eine grundsätzliche Diskussion um die Entwicklung des Urheberrechts entspannt. Vor allem die Nutzung von Inhalten im Internet hat alle Akteure nachdenklich gemacht, wobei die Lösungsansätze stark variieren: von einer effektiveren Durchsetzung bestehender Rechte bis hin dazu, dass mehr Nutzungsweisen als Schranken des Urheberechts oder als seine immanente Begrenzung anerkannt werden.

Die gemeinsame Veranstaltung des Hans-Bredow-Instituts, der Universität Hamburg und Hogan Lovells bot Gelegenheit, dies mit einem profilierten Vertreter der letztgenannten Perspektive zu diskutieren: dem Justizsenator der Freien und Hansestadt Hamburg, Herrn Dr. Till Steffen. Gegen einen Perspektivwechsel sprach sich Rechtsanwalt Dr. Stefan Engels, Partner von Hogan Lovells, aus. Der Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht vertritt viele Medien- und Kommunikationsunternehmen, die unter dem Strukturwandel leiden. Er lud zu diesem Hamburger Gespräch als Mitveranstalter ein.

Programm

Auf dem Weg zu einer nutzerorientierten Ausrichtung des Urheberrechts – Erste Regelungsvorschläge
Referat Dr. Till Steffen, Justizsenator der Freien und Hansestadt Hamburg

„Leistung muss sich lohnen“ – Der legitime Schutz kreativer Schöpfungskraft
Co-Referat RA Dr. Stefan Engels, Partner von Hogan Lovells

Diskussion

Die Veranstaltungen dieser Reihe wenden sich an alle, die im Bereich Medien- und Telekommunikationsrecht arbeiten, und sollen den kontinuierlichen Austausch zwischen Theorie und Praxis ermöglichen. Dazu besteht nach Vortrag und Diskussion Gelegenheit zum Gespräch bei einem kleinen Imbiss.

Social Games Studies: What Do We Know, What Might We Learn?

Wissenschaftlicher Workshop im Rahmen der GCO 2010 am Freitag, 9. Juli 2010, 14:00-18:30 Uhr

In tune with the relative newness of the hybrid medium that is social games, this workshop pursued two goals: One, to take stock of the academic and industry research on social games that has been done or is currently being conducted. Secondly, to identify what (if anything) makes social games different to video games on the one hand and social networks on the other: Which theoretical approaches and methodologies promise to capture these characteristics, which new data sources, methodologies and research questions do social games afford?

Social Games als Thema der wissenschaftlichen Business Talks auf der GCO 2010

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Social Games, die auf Social Network Sites wie StudiVZ oder Facebook angeboten werden und mehr oder weniger mit den Funktionen dieser Seiten verbunden sind, sind die derzeitigen Shooting-Stars der Gamesbranche. Kein anderer Sektor im Bereich Online-Games wächst vergleichbar stark, nur wenige andere Arten von Computerspielen haben derart viele Nutzer – obwohl die erfolgreichen Spiele auf den ersten Blick weder komplex noch besonders innovativ im Vergleich zu den Computerspielen im Kaufhausregal erscheinen. Warum haben die Social Games so viele und oft wiederkehrende Nutzer? Welche Möglichkeiten und Elemente zeichnet diese Art von Spielen aus? Und auf welche aktuellen Entwicklungen einer "verspielten Gesellschaft" setzen diese Spiele auf?

Diese und weitere Fragen standen im Zentrum von wissenschaftlichen Business Talks, die die Leipziger Messe in Kooperation mit dem Hans-Bredow-Institut auf der Games Convention Online veranstaltete.

Dialogdiskussion im Anschluß an die Eröffnungspressekonferenz

Im Anschluss an die Eröffnungspressekonferenz nahm sich eine hoch besetze Diskussionsrunde des Themas aus einer Konvergenzperspektive an: Es ging um die grundsätzliche Frage, welche Konsequenzen aus dem Zusammenwachsen von Social Networks und Games aus Sicht der Nutzer, der Entwickler und der Politik folgen. Am deutlichsten wird der Wandel anhand des Verhältnisses von Betreibern sozialer Netzwerkplattformen und Herstellern von darauf  aufsetzenden Spielen. Hier sind die Plattformbetreiber machtvolle Gatekeeper, die den Zugang zu Abermillionen potentiellen Spielern kontrollieren. Als Anbieter auf mehrseitigen Märkten – das heißt zwischen Nutzern, Werbevermarktern, Programmieren und Game Developer – haben sie gleichzeitig ein großes Interesse, die Social Network-Nutzer möglichst oft und lange auf ihre Angeboten zu locken.mGute Spiele stellen dabei ein effektives Mittel dar, die daneben Alleinstellungsmerkmale von Plattformen ausbauen können. Wer im Verhältnis zwischen Plattform und Game Developer eigentlich wen mehr braucht, und wo neue Partnerschaften, aber auch neue Flaschenhälse und Abhängigkeiten entstehen, war Teil der Diskussion des Eröffnungspanels.

Aus Spielersicht geht es bei Social Games nicht nur um eine neue Form der Unterhaltung auf "ihrer" Sozialen Netzwerkplattform, sondern um ein Instrument, das der Selbstdarstellung, dem Wettbewerb, der Information und der Kommunikation innerhalb und außerhalb des eigenen Sozialen Netzwerkes dient. Die Kombination aus Kommunikation und Spiel ist seit der Erfindung des Brettspiels prinzipiell nichts Neues, aber Social Games stellen hier eine weitere – und sehr effiziente – Evolutionsstufe dar; die Nutzungszahlen und die Spieldauer zeigen dies äußerst deutlich. Welche Möglichkeiten und Risiken sich daraus für den Nutzer und welche Fragestellungen sich aus politischer Sicht ergeben, wurde ebenfalls diskutiert. Letztendlich fehlte auch ein Seitenblick auf die Kulturdebatte im Hinblick auf digitale Spiele nicht, da die Gestaltung von Spielelementen und -mechaniken zunehmend aus Sicht der optimalen Nutzermetrik erfolgt und weniger aus ästhetisch-künstlerischer Motivation.

An der Diskussion teilgenommen haben Tony Pearce, CEO von TeePee Games, der nach langjähriger Erfahrung im Mobile Games-Bereich seinen Fokus auf Games Portale legt, die das Spielen über Soziale Netzwerkplattformen hinweg ermöglichen. Aus Sicht des Developers sprach Nils Holger Henning, Chief Communications Officer bei Bigpoint, einem der größten Online-Games-Anbieter der Welt. Mickey Maher von Sometrics kennt die teils nicht ganz einfachen Kräfteverhältnisse zwischen Anbietern von Social Games, den Plattformanbietern und ggf. dazwischen agierenden Unternehmen, wie zum Beispiel aus dem Payment-Bereich. Die Perspektive der Sozialen Netzwerkplattformen vertrat Axel Toelke, der bei den VZnet Netzwerken für die Games zuständig ist. Mit Thomas Jarzombek saß zudem ein technik- und spieleaffiner CDU-Abgeordneter des Bundestages auf dem Diskussionspanel, der wirtschaftliche und soziale Chancen wie regulatorische Herausforderungen der aktuellen Entwicklungen kennt.

Fokus 1: Social Gamer und ihre Communities

Am Nachmittag des Eröffnungstags der Games Convention Online, am Donnerstag dem 8. Juli 2010, wurde zunächst ein wissenschaftlicher Überblick über den "Social Gamer" Einblicke in die besonderen Motivationen, die den Nutzer von Social Games antreiben. Wer nutzt die Angebote und was sind die Hauptgründe für das Spielen? Der besondere Reiz an Social Games aus Nutzersicht kann in dem Spiel gegen Bekannte und Freunde, im Wettbewerb und im Status innerhalb der Peer Group liegen. Neben dem herkömmlichen Hauptzweck treten beim Spielen von Social Games zunehmend auch weitere Faktoren auf, so etwa die Nutzung als spielerisches Kommunikationsmittel, als Austauschplattform und Präsentationsmöglichkeit von Statussymbolen sowie der eigenen Identität und Identifikationsmerkmalen.

Janne Paavilainen vom Game Research Lab der Universität im finnischen Tampere, einer der fortschrittlichsten Forschungseinrichtungen Europas in diesem Bereich, hat hier einen Einblick in die ersten Ergebnisse der derzeit laufenden SoPlay-Studie gegeben. Ben Kirman vom Lincoln Social Computing Research Centre der University of Lincoln hat im Anschluss aufgezeigt, welche Nutzergemeinschaften sich innerhalb von Social Games etablieren, wer dort wie miteinander spielt – und wie man sich dieser Erkenntnisse bedient, um in Social Games starke Gemeinschaften zu schaffen.

Fokus 2: Social Game Design

Am Freitag, dem 9. Juli 2010, stand die Frage im Vordergrund, mit welchen Tricks und Kniffen man den Spieler zum Spielen bekommt. Erfolgreiche Social Games weisen spezifische Spielmechanismen und soziale Prinzipen auf, die über Erfolg und Mißerfolg entscheiden. Auch die Nutzung der besonderen Verbindungsmöglichkeiten mit dem sozialen Netzwerk, auf dem das Spiel aufsetzt, ist für die Nutzer extrem wichtig.

Staffan Björk von der Chalmers University of Technology and University im schwedischen Göteburg hat die Social Games-typischen Spielelemente und Designprinzipien auf ihren Erfolg hin abgeklopft und die wichtigsten Unterschiede zu herkömmlichen Games aufgezeigt. Danach hat der Wissenschaftler und Designer Aki Järvinen, der erst kürzlich von der Universität zu Digital Chocolate gewechselt ist, genau die Mechanismen von Social Games aufgezeigt, die den besonderen Reiz des Spielens aus Nutzersicht ausmachen. Aus den bisherigen Erkenntnissen erstellte er einen Werkzeugkasten für ein "perfektes“ Social Game – auch mit einem Ausblick in die zukünftigen Möglichkeiten, die sich Designern und Nutzern hier bieten.

Fokus 3: Die verspielte Gesellschaft

Am Samstag, dem 10. Juli 2010, standen gesellschaftliche Entwicklungen im Mittelpunkt des Business Talks, die das Phänomen Social Games begründen können: In immer mehr Lebensbereichen (Arbeit, Ausbildung, Sozialprojekte, Werbevermarktung uvm.) deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass gewünschte Ziele dann besser oder effektiver erreicht werden, wenn dabei spielerische Elemente oder Herausforderungen eingesetzt werden. Offenbar ist das "Spiel" ein großer Motivations- und Konzentrationsfaktor, der tief in der menschlichen Psyche verankert ist. Die Entdeckung einer "Playful Culture" – einer "verspielten Kultur" - kann insoweit erklären, warum Social Games besonders beliebt sind, da hier Kommunikation, Sozialisation und Spiel zusammenkommen. Aus diesem theoretischen Ansatz lassen sich aber im Umkehrschluss Komponenten von Social Games und Social Network Sites herleiten, die den "Spieltrieb" der Nutzer auslösen und eine entsprechend positiv wahrgenommene Nutzung der Angebote zur Folge haben. Valentina Rao vom Center for Advanced Gaming and Simulation der Utrecht University hat vor diesem Hintergrund gezeigt, welche ernsthaften Elemente und Funktionen die vermeintlich "nebenbei" gespielten Social Games für die Sozialisation und Kommunikation der Nutzer übernehmen. Im Umkehrschluss hat sie gezeigt, welchen Unterschied es für soziale Beziehungen und ihr Management durch den Nutzer macht, ob es sich bei einem Spiel um ein Casual Game, ein Social Game oder beides handelt.

Internet und Onlinejournalismus – eine Buchpräsentation

am 28. Juni 2010, 18.30-20.30 Uhr in der Bibliothek des Hans-Bredow-Instituts

Internet und Onlinejournalismus – zwei Bücher, ein Thema, viele Erkenntnisse und Aspekte. Das Hans-Bredow-Institut und die Autorinnen laden ein, zwei Neuerscheinungen zum Thema Internet und Onlinejournalismus kennenzulernen und darüber zu diskutieren.

Die Bücher

Joan Kristin Bleicher: Internet. Konstanz: UVK, 2010, 102 S.

Nea Matzen: Onlinejournalismus. Konstanz: UVK, 2010, 156 S. (Wegweiser Journalismus, Band 8)

Das Programm

Begrüßung
Dr. Wolfgang Schulz, Direktor Hans-Bredow-Institut

Impuls „Der Wandel von Öffentlichkeit im Web 2.0“
Dr. Jan Schmidt, Hans-Bredow-Institut

Keynote Speech „Was Onlinejournalisten wissen und können sollten“
Sabine Klein, stellvertretende Leiterin tagesschau.de

Powerpoint-Karaoke: Die Autorinnen präsentieren „blind“ das Buch der Kollegin
Prof. Dr. Joan Kristin Bleicher und Nea Matzen

Diskussion

Get-together bei Weißwein, Wasser und Brot

Der Ort

Bibliothek des Hans-Bredow-Instituts, Heimhuder Straße 21, 20148 Hamburg , Link zur Wegbeschreibung

Bitte um Rückmeldung

Bitte melden Sie sich bis zum 22. Juni 2010 an: oder Tel. 040 45 02 17 11

Studentische/r Mitarbeiter/in (Kommunikationswissenschaften)

Das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg sucht eine/einen studentische Mitarbeiterin/studentischen Mitarbeiter zur Unterstützuung verschiedener Projekte im Bereich der sozialwissenschaftlichen Forschung, z.B. zur Journalismusforschung und zu digitalen interaktiven Medien, für zunächst 3 Monate (40-60 Stunden/Monat), Verlängerung möglich. Stellenbeschreibung und Bewerbungsinformationen als pdf-Datei.

Wer verdient mit welchem Recht? Digitale Herausforderungen für Urheber, Verwerter und Nutzer

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Ein Jahr nach der "Hamburger Erklärung zum Schutz geistigen Eigentums" präsentiert Hamburg sich als Diskussionsplattform für aktuelle Fragen der Entwicklung der Leistungsschutzrechte: Auf der Veranstaltung „Wer verdient mit welchem Recht“, die gemeinsam von Hans-Bredow-Institut, Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein und der Handelskammer Hamburg organisiert wurde, beschäftigten sich am 3. Juni 2010 unter Beteiligung von Prof. Dr. Karin von Welck, Hamburger Senatorin für Kultur, Sport und Medien, und dem Hamburger Justizsenator Dr. Till Steffen über 200 Fachleute aus Politik, Wirtschaft, Medienunternehmen und Medienrechtskanzleien mit Möglichkeiten eines fairen Urheberrechts unter den Bedingungen der Netzökonomie.

Hamburgs Kultursenatorin Prof. Dr. Karin von Welck forderte in ihrem Grußwort eine tragfähige und nachhaltige Lösung, die die Belange aller Branchen und die der Nutzer im Auge behalte und berechtigte Interessen ausbalanciere.

Die ökonomische Ausgangslage setzt die Contentanbieter strukturell unter Druck: Frank Mackenroth von PricewaterhouseCoopers machte deutlich, dass sich der Medienkonsum unaufhaltsam ins Internet verschiebe. Trotz Erholungen auf dem Werbemarkt würden die traditionellen Werbeerlöse von Zeitungen und Zeitschriften selbst im Jahr 2013 noch rund €1,2 Mrd. unter dem Niveau des Jahres 2008 liegen. Traditionelle Medien gerieten auch unter Druck, weil die Bedeutung von Aggregatoren wie Google.news steige.

Dr. Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts, berichtete aus der Innovationswerkstatt "Kreativität und Urheberrecht in der Netzökonomie", die im März 2010 als Kooperationsprojekt von Hans-Bredow-Institut und der Hamburger Behörde für Kultur, Sport und Medien eingerichtet wurde. Er schlug vor, die verfassungsrechtliche „Institutsgarantie der freien Presse“ zu reformulieren und sie als „Garantie der Existenz institutioneller Strukturen zur Finanzierung journalistisch-redaktionellen Leistungen“ zu verstehen. Schulz forderte in dem Zusammenhang einen „ganzheitlichen Ansatz“ der Urheberrechtsentwicklung, der auch medienrechtliche und datenschutzrechtliche Fragen einschließe.

Hamburgs Justizsenator Till Steffen betone in seinem Vortrag, dass die derzeitigen rechtlichen Regelungen von den Nutzern vielfach nicht verstanden und auch nicht akzeptiert würden. Es könne nicht darum gehen, überkommene Geschäftsmodelle mit großem Aufwand zu schützen; das Rechtssystem in der Demokratie müsse sich vielmehr angesichts neuer Fragestellungen anpassen, damit das Recht dem gesellschaftlichen Konsens entsprechen oder zumindest die Auffassung der Mehrheit widerspiegeln und für die Minderheit akzeptabel sein könne. Die Diskussionen über eine Reform des Urheberrechtsgesetzes müssten daher offen und im Dialog auch mit der Netcommunity geführt werden und die vielen Beteiligten mit einbeziehen.

Die anwesenden Mitglieder der "Innovationswerkstatt" waren sich in einer Podiumsdiskussion einig, dass ein auch die reine Nutzung umfassendes Verbotsrecht ein Systembruch wäre. „Man darf ein Buch auch lesen“ – so Christian Heinze vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, und zwar auch ohne Genehmigung des Rechteinhabers. Heinze machte auch klar, dass zwar ausländische Vorbilder für Leistungsschutzrechte für die Presse existieren, diese aber nicht die Lösung für das in Deutschland diskutierte Problem böten. Till Kreutzer, Rechtsanwalt bei i.e. – Büro für informationsrechtliche Expertise und assoziierter Mitarbeiter des Hans-Bredow-Institut, warnte vor Kollateralschäden durch die Regelung, jedenfalls bei Umsetzung des jüngst an die Öffentlichkeit gelangten Entwurfs eines solchen Rechts durch die Verlage.

Bei den Vertretern der unterschiedlichen Branchen wurden die noch bestehenden großen Differenzen in der Bewertung eines Leistungsschutzrechtes für Verlagsleistungen deutlich. Während Dr. Arnd Haller von Google Germany die Debatte so schnell wie möglich beendet sehen möchte, betonte Christoph Keese von der Axel-Springer AG den Nutzen sowohl für Verlage als auch für Journalisten. Keese wies darauf hin, dass die Gewinne von Verlagen im Onlinebereich bislang kaum auf das Konto von journalistischen Onlineangeboten gingen. Das „Internet entbündele“, so dass tagesaktueller Journalismus kaum finanzierbar sei. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier hingegen wandte sich deutlich gegen ein neues Leistungsschutzrecht und verwies darauf, dass Verlagen neue Geschäftsmodelle fehlten. Daneben wurde aber deutlich, dass Google und Verlage unabhängig von der Diskussion um Leistungsschutzrechte an gemeinsamen Lösungen zur Monetarisierung des „Traffic“ auf die Seiten der Verlage arbeiten.

Dass die Lage bei EPGs (elektronischen Programmführern) und Widgets (den „Apps“ für Internetanwendungen moderner Hybrid-Fernseher) im Bereich der Fernsehdistribution ähnliche Probleme aufwerfen kann, machte der Marktüberblick des Medienökonomen Dr. Klaus Goldhammer deutlich, der vor allem bei EPGs noch eine „Unterversorgung “ in Deutschland im europäischen Vergleich sah. Das abschließende Panel mit Vertretern verschiedener Medienunternehmen zeigte, dass zum Teil noch strittig ist, ob EPGs dem klassischen Fernsehen Aufmerksamkeit zuführen oder ob es sich eher umgekehrt verhält; VPRT Vertreter Claus Grewenig reflektierte in diesem Zusammenhang Sorgen seiner Branche. In einigen Fragen herrscht hier nach Ansicht der Industrievertreter auch noch Rechtsunsicherheit.

Neue Öffentlichkeiten – neue Kulturen? Leitmedien in Zeiten des Internets

Eine Veranstaltung des Hans-Bredow-Instituts und der Alcatel-Lucent-Stiftung am 9. Juni 2010, 17.00-20.00 Uhr, im Kirchhof-Saal der Patriotischen Gesellschaft, Trostbrücke 6, 20457 Hamburg (Programm als pdf)

Seit vielen Jahren gilt das Fernsehen als „dominierendes Medium“, dem daher auch besondere medienpolitische Aufmerksamkeit zuteil wird; als „Leitmedien“ werden vor allem bestimmte Pressetitel ausgemacht. Die immer häufiger gestellte Frage, inwieweit es hier aus Nutzer- und Anbietersicht zu Verschiebungen ins Internet kommt, wirft zunächst auf das Problem zurück, was überhaupt unter einem „Leitmedium“ verstanden wird und wie das Internet in diesem Zusammenhang einzuordnen ist. Das Hans-Bredow-Institut hat sich in den letzten Monaten in verschiedenen Zusammenhängen damit auseinander gesetzt, welche Rolle dem Internet im gesamten Medienensemble zukommt, ob man ihm den Status eines neuen Leitmediums zuschreiben kann oder, noch grundsätzlicher, ob heute angesichts konvergierender Medienumgebungen überhaupt noch von Leitmedien gesprochen werden kann. So zeigte eine Analyse des für Deutschland verfügbaren Datenmaterials – bei weiterhin großer Bedeutung journalistisch-redaktioneller Angebote – bereits strukturelle Veränderungen, die jedenfalls mittelfristig ebenso strukturelle Folgen für Öffentlichkeiten und Kulturen und schließlich für die Regulierung haben. Dies kann viele Politikziele betreffen, von der Verhinderung vorherrschender Meinungsmacht bis zur Kulturförderung.

Programm

Begrüßung

Prof. Dr. Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung

Grußwort

Prof. Dr. Karin von Welck, Präses der Behörde für Kultur, Sport und Medien

Grußwort

Alf Henryk Wulf, Vorstandsvorsitzender Alcatel-Lucent Deutschland AG

Wissenschaftliche Befunde

Prof. Dr. Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung

Sicht der Praxis

Karsten Polke-Majewski, stellvertretender Chefredakteur bei ZEIT ONLINE

Medienrechtliche Einordnung

Dr. Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung

Diskussion

Moderation: Dr. Friederike Grothe

18.30 Uhr: Empfang

Veranstaltungstipp: Medien als außerschulische Lernorte

Vortrag, Präsentation und Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe SCHULE IM DIALOG am 9. Juni 2010, 19 Uhr, im Lichthof der Staats- u. Universitätsbibliothek Hamburg (Flyer als pdf)

Programm

Welchen Beitrag leisten die Medien in der heutigen Informationsgesellschaft für die Bildung? Welches Wissen, welche Werte vermitteln sie und wie können Eltern, Schüler und Lehrer von diesem Wissen profitieren? Welche Chancen und Abhängigkeiten bieten die Medien? Welche Bildungschancen bietet das Internet? Wie begegnet man den Gefahren der digitalisierten Informationsgesellschaft?

Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt des Vortrags von Prof. Dr. Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg und Mitglied des International Board of “Journal of Children and Media”.

In der anschließenden Präsentation und Podiumsdiskussion, an der Experten für Medienpädagogik und Vertreter der Medien teilnahmen, hatten die Besucher Gelegenheit, Planer, Entscheider und Gestalter der tonangebenden und richtungsweisenden Lernorte in den Medien zu treffen. Eltern lernten die "Lehrer" ihres Kindes kennen, die sie nicht in der Schule treffen. Lehrer lernten die Pädagogen ihrer Schüler kennen, die nicht zu ihrem Kollegium zählen.

Kinder und Jugendliche kennen und nutzen Medien schon heute ganz selbstverständlich. Sie finden vieles "cool", verbringen Stunden damit, tauschen ihre Interessen und Erlebnisse intensiv aus. Medien beeinflussen ihre Meinung, liefern Gesprächs- und Konfliktstoff, prägen ihr Weltbild, das neben der Schule Grundlagen für Wissen, Bildung und Zukunftschancen formt. Eltern wie Lehrer haben oft nur eine ungefähre Vorstellung, wo, wie und welches Wissen sich Kinder und Jugendliche außerhalb der Schule verschaffen, kennen selten die Medien, TV und Radio-Sendungen, Web-Sites, Zeitschriften, Netzwerke etc., die in und außerhalb der Schule angesagt sind.

In seinem Vortrag ging Prof. Hasebrink von der These aus, dass keine der früheren Autoritäten - weder Schule noch Medien - weiterhin das Monopol auf Wissen und Wissensvermittlung besitzen, gemäß dem Motto: „Keiner weiß alles, aber jeder weiß etwas“. Dabei ging es ihm insbesondere um die Wechselwirkungen zwischen Schule und Medien und darum, welche Rolle die Medien, bzw. bestimmte Medienangebote, als außerschulische Lernorte einnehmen.

Mit der Präsentation ihrer Beiträge zur Wissensvermittlung und ihren konkreten Lernangeboten zu Bildung und Wissenschaft boten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion einen Überblick über ein vielfältiges mediales Spektrum. Es ging darum, gemeinsam zum Thema "Lernort Medien" Position zu beziehen. In der Diskussion und im Dialog mit den Besuchern wurden die Möglichkeiten, Chancen und Bedingungen erörtert, wie alle Beteiligten den rasch wechselnden Herausforderungen der Informationsgesellschaft gerecht werden können. Mit dem Ziel, künftig intensiver zusammenzuarbeiten und sich den jeweiligen Bedürfnissen zu öffnen.

 

Weitere Informationen unter: www.schule-im-dialog.de und www.sub.uni-hamburg.de/blog/?cat=9.

Veranstalter: SCHULE IM DIALOG gUG - Initiative zur Förderung des Dialogs in Schule und Gesellschaft in Kooperation mit der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Programm

Begrüßung

Prof.Dr. Gabriele Beger, Direktorin. Staats- u. Universitätsbibliothek, Hamburg

Vortrag

Prof. Dr. Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg.

Kernziel der Forschung des Instituts ist es, die Einflüsse der Medien zu verstehen, Entwicklungen und Risiken abzuschätzen und Handlungsoptionen zu entwickeln. Dabei vertritt das Institut, das zu den renommiertesten Fachinstituten Deutschlands zählt, eine unabhängige Position, forscht interdisziplinär und bearbeitet international vergleichende Fragestellungen.

Präsentation medialer Bilderungsangebote

  • Institut für Erziehungswissenschaft, Pädagogische Psychologie, TU Berlin: Prof. Dr. Angela Ittel

    Medienpräsenz und Öffentlichkeitsarbeit von Schulen. Die Anforderungen an die Kommunikation von Schulen in einer veränderten Schullandschaft mit zunehmendem Wettbewerbsdruck. Antworten auf die Herausforderung, sich und die Arbeit der Schule vermehrt darstellen zu müssen, um genügend Schülerinnen und Schüler anzuwerben. Ergebnisse der bundesweiten Expertenstudie „Schulen im Gespräch”.

  • Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein Dr. Thomas Voß, Bereichsleiter Programm und Medienkompetenz

    Interessenvertretung der Allgemeinheit gegenüber Programmanbietern und Plattformbetreibern von audiovisuellen elektronischen Medien, nach den gesetzlich vorgesehenen Zulassungsbestimmungen und Aufsichtsfunktionen. Medienkompetenzförderung aus der Sicht der Regulierungsbehörde für den privaten Rundfunk in Hamburg und Schleswig-Holstein. Wahrung inhaltlicher Standards, insbesondere für den Jugendmedienschutz und für die Werbung in privaten Programmen und Teleme-dien im Interesse der Allgemeinheit.

  • Bayerischer Rundfunk, Bildungsprojekte, Stiftung Zuhören Marion Glück-Levi, M.A., Ltg. Bildungsprojekte, Ltg. Hauptabteilung Familie und Gesellschaft, Vorsitzende des Vorstands der „Stiftung Zuhören“, Stellvertr. Vorsitzende Landesvereinigung Kulturelle Bildung Bayern e.V Wahrnehmung fördern – Wirklichkeit entdecken – Welt gestalten.

    Wer sich unterhalten will, muss zuhören können. Wer etwas lernen will, muss zuhören können. Wer Neues verstehen will, muss zuhören können. Zuhören heißt, sich zu konzentrieren, sich auf ein Gegenüber einzulassen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Wer zuhört, erweitert seinen Horizont, eröffnet sich neue Welten und gewinnt Einblick in das Denken anderer Menschen. Zuhören hilft bei der Lösung von Konflikten, fördert den zwischenmenschlichen Dialog und belebt den gesellschaftlichen Austausch.

  • Schulen ans Netz e.V. Gerhard Seiler, Mitglied Geschäftsführung, Projektleiter: „Lernen mit digitalen Medien“ / “BIBER” - Netzwerk für die frühkindliche Bildung / “Blended Learning” - Weiterbildungen für Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher / “E-Twinning“ - Schulpartnerschaften in Europa.

    Offenheit für neue Lernformen und mehr Freiheit für Schulen bei der Nutzung von digitalen Medien. In ganzheitlichen Konzepten Schule einfach anders denken. Prak-tische Umsetzungen auf der Basis von Internetplattformen mit konkreten Angeboten von Inhalten für Lehrkräfte und Schüler bei der Nutzung digitaler Medien im Unterricht.

  •  WDR Westdeutscher Rundfunk, Programmgruppe Wissenschaft, Thomas Hallet, Leiter Programmgruppe Wissenschaft, „Quarks & Co."/"Kopfball" / „W wie Wissen" / WDR Wissenschaftssendungen 3SAT, ARTE.

    Spannende Wissensthemen halten sich manchmal nicht an Curricula, sondern häufig leider an die Realität: Oft sind sie nämlich interdisziplinär und häufig werden sie für Schüler dann relevant, wenn aktuelle Ereignisse bestimmte Fragen aufwerfen. Ich habe nicht den Eindruck, dass Schulen die Chancen akuter Neugierde ausreichend nutzen. Auch bei der Aneignung von Wissen wird meines Erachtens Potenzial verschenkt: Viele Schüler missachten Lehrbücher und könnten vielschichtige Themen vielleicht am besten multimedial entdecken. Brauchen wir neue Bildungspartnerschaften, die dafür sorgen, dass besserer "Content" an die Schulen kommt?

  • STERN Magazin Catrin Boldebuck, Ltg. Redaktion Politik u. Bildung, Hamburg

    Lehrer haben einen der schönsten und wichtigsten Berufe. Sie formen junge Menschen. Sie stoßen ihnen das Tor zu neuen Welten auf. Sie entscheiden ob Primzahlen schillern oder Angst einjagen, Hannibals Feldzug zum Abenteuer-Trip wird oder eine verstaubte Legende bleibt. Lehrer haben einen anstrengenden Job. Es ist keine leichte Aufgabe, 25 bis 30 Kinder einzeln zu fördern, alle 45 Minuten vor eine neue Klasse hin zu treten. Lehrer machen nicht irgendeinen Job wie in der Schraubenfabrik. Sie haben viel Verantwortung. Denn Lehrer verteilen Chancen: Sie entscheiden, wer Abitur macht, wer es zu etwas bringt und wer nicht. Das kann nicht jeder. Auf Bildungsreise durch Deutschlands Schulen offenbart das zentrale Problem: In Deutschland baut Bildung keine Brücken, sondern vertieft soziale Gräben. Aber in Deutschland kann jeder Lehrer werden, der ein mittelmäßiges Abitur hat. Für ein Viertel der angehenden Pädagogen ist der Beruf nur eine Verlegenheitslösung. Deshalb: Holt die Elite in die Klassenzimmer.

  • NDR Norddeutscher Rundfunk Angelika Paetow, Ltg. Programmgruppe Familie u. Kinder, NDR

    Kinder achten bei ihrer Programmauswahl nicht darauf, ob die Sendungen auch für sie gemacht wurden. Man muß sie locken mit, Programmen, wie z.B. den Geschichten aus der Sesamstraße, die für sie attraktiv sind – aber so gemacht, dass sie sie verarbeiten können. Wir zeigen z.B. in unseren Serien, “Die Pfefferkörner” und “Alleingegen die Zeit”, was die Gewalt auslöst und geben den Kindern ein Gefühl dafür, wo sie hinführt und was sie bedeutet . Vor den Bildschirmen werden die Zuschauer mit den Akteuren zittern. Auch das hat einen Lerneffekt. Man braucht Angst, um Mut zu entwickeln. Die Identifikation mit einer Figur gibt uns die Möglichkeit, alle Variationen des Lebens auszuloten.

  • DeinSPIEGEL, Hamburg Ansbert Kneip, Chef-Redakteur

    "Kinder und Politik? Das passt nicht zusammen, glauben viele Erwachsene. Sie denken, Kindern wäre es egal, wer Bundeskanzler wird. Und was in Afghanistan oder Somalia passiert, wäre für Kinder zu weit weg und damit uninteressant. Wir glauben: Das ist Quatsch. Kinder stellen viele Fragen. Und sie verdienen ernsthafte Antworten. In "Dein SPIEGEL" sollen Kinder finden, was ihre Eltern aus dem SPIEGEL für Erwachsene kennen." "Dein SPIEGEL" ist ein Nachrichtenmagazin für Kinder aus dem SPIEGEL-Verlag. Es erscheint monatlich, richtet sich an Kinder zwischen acht und 13 Jahren und bietet News aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport sowie aus Natur und Technik. Das Magazin bereitet aktuelle Themen kindgerecht auf: Afghanistan, Atomkraft, Finanzkrise. Es stellt neue Filme vor, berichtet über wissenschaftliche Erkenntnisse zum Beispiel über Tutanchamun oder beschreibt das Leben von Kindern, die in Südafrika Straßenfußball spielen. Unterstütz wird die Redaktion von Kinderreportern, die Sportler oder Politiker interviewen: SPD-Chef Gabriel, Verteidigungsminister zu Guttenberg oder den Kapitän der Nationalelf, Philipp Lahm.

  • BBS - Behörde für Schule und Berufsbildung, Hamburg Arthur Gottwald, Ltg. Referat Schule und Medien

    "Medien wirken tief und sehr vielschichtig in unsere Gesellschaft hinein. Sie sind Bestandteil unseres täglichen Lebens. Für Schülerinnen und Schüler sind das schulische Alltagsleben und das außerschulische Leben keine getrennten Lebensbereiche, sie verschmelzen zu einem Tagesablauf. Medien sind deshalb in der Schule vielfältig präsent. Mal sind sie unmittelbar Bestandteil und Inhalt von Lernprozessen, mal sind sie Werkzeuge, um Kompetenzen für andere Bereiche zu entwicklen. Auch das schulische Alltagsleben hat sich verändert, neue Lernformen werden den Unterricht der Zukunft stärker bestimmen. Sie bieten Chancen für alle, wenn Lernprozesse zunehmend individualisiert stattfinden. Dafür bieten heutige Medien große Chancen. Damit sie in die Klassenräume kommen, hat Hamburg viel investiert, indem die Schulen mit schnellen Netzen an das Internet angeschlossen und alle Klassenräume vernetzt werden. Es gibt kein "Außen" und "Innen" mehr."

Forschungsbericht 2009/2010: 60 Jahre Forschung für die Mediengesellschaft

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Auf dem Jahresempfang des Instituts am 31. Mai 2010 ist der neue Forschungsbericht präsentiert worden. Er informiert ausführlich über die Arbeit des Instituts im letzten Forschungsjahr (Download als pdf, 684 KB).

Hans-Bredow-Institut feiert 60. Geburtstag

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Mit einem festlichen Empfang und über 150 Gästen hat das Hans-Bredow-Institut am 31. Mai 2010 seinen 60. Geburtstag gefeiert. NDR-Intendant Lutz Marmor, der Präsident der Universität Hamburg, Prof. Dr. Dieter Lenzen, und Dr. Rolf Greve, Leitender Regierungsdirektor der Hamburger Behörde für Wissenschaft und Forschung, gratulierten dem Institut herzlich und sprachen Grußworte.

Das Jubiläum fällt in eine Phase der grundlegenden Umstellung seiner Forschungsorganisation: Das Institut wird in den nächsten Jahren seine Aktivitäten in den Bereichen Forschung, Transfer und Service schrittweise ausbauen. Mittelfristige Zielperspektive ist eine Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft. Hiermit wird eine Anregung des jüngsten Gutachtens des Wissenschaftsrats zur Lage der Medien- und Kommunikationswissenschaften aufgegriffen. Diese Perspektive wird von der Hamburger Wissenschaftsbehörde nachdrücklich unterstützt.

Dr. Herlind Gundelach, Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Hamburg: „Das Hans-Bredow-Institut ist in seiner Art einzigartig in Deutschland und unverzichtbar für die Orientierung in der Mediengesellschaft. Die schnelle Entwicklung im Bereich der Medien führt dazu, dass das Institut von Wissenschaftlern und Praktikern in Deutschland und im Ausland zunehmend in Anspruch genommen wird. Die eingeleitete Entwicklung zu einem nationalen Zentrum der Medien- und Kommunikationsforschung unterstützt die Freie und Hansestadt mit Nachdruck. Für Hamburg als traditioneller Medienstadt ist der 60. Geburtstag ein besonderer Anlass, um allen ehemaligen und heute aktiv Beteiligten herzlich für ihre exzellente Arbeit zu danken. Das Hans-Bredow-Institut gibt der Medienforschung ein markantes Gesicht, weit über die Grenzen Hamburgs hinaus.“

Hamburger Wissenschaftsbehörde unterstützt Ausbau des Hans-Bredow-Instituts nachdrücklich

Renommiertes Hamburger Forschungsinstitut feiert 60. Geburtstag

Hamburg, 31.05.2010

Mit einem festlichen Empfang und über 150 Gästen hat das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung seinen 60. Geburtstag gefeiert. Das Jubiläum fällt in eine Phase der grundlegenden Umstellung seiner Forschungsorganisation: Das Institut wird in den nächsten Jahren seine Aktivitäten in den Bereichen Forschung, Transfer und Service schrittweise ausbauen. „Mittelfristige Zielperspektive ist eine Aufnahme in die Leibniz-Gemeinschaft. Hiermit wird eine Anregung des jüngsten Gutachtens des Wissenschaftsrats zur Lage der Medien- und Kommunikationswissenschaften aufgegriffen“, erklären Uwe Hasebrink und Wolfgang Schulz, die Direktoren des Hans-Bredow-Instituts. Dies setze voraus, dass die bereits mit dem aktuellen Haushalt gestiegene staatliche Zuwendung durch die Wissenschaftsbehörde weiter erhöht wird und die anderen Geldgeber dem Institut auch künftig treu zur Seite stehen.

Herlind Gundelach, Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Hamburg: „Das Hans-Bredow-Institut ist in seiner Art einzigartig in Deutschland und unverzichtbar für die Orientierung in der Mediengesellschaft. Die schnelle Entwicklung im Bereich der Medien führt dazu, dass das Institut von Wissenschaftlern und Praktikern in Deutschland und im Ausland zunehmend in Anspruch genommen wird. Die eingeleitete Entwicklung zu einem nationalen Zentrum der Medien- und Kommunikationsforschung unterstützt die Freie und Hansestadt mit Nachdruck. Für Hamburg als traditioneller Medienstadt ist der 60. Geburtstag ein besonderer Anlass, um allen ehemaligen und heute aktiv Beteiligten herzlich für ihre exzellente Arbeit zu danken. Das Hans-Bredow-Institut gibt der Medienforschung ein markantes Gesicht, weit über die Grenzen Hamburgs hinaus.“

Universitätspräsident Dieter Lenzen betonte in seiner Gratulation die Rolle des Instituts bei der Vernetzung der Medienforschung in Hamburg sowie auf nationaler und internationaler Ebene. „Das Hans-Bredow-Institut ist zusammen mit der Universität Gründer des Research Center for Media und Communication (RCMC), dessen Graduate School in der Landesexzellenzinitiative ausgezeichnet wurde“, so Lenzen auf dem Jahresempfang des Hans-Bredow-Instituts.

NDR-Intendant Marmor unterstrich besonders den Praxisbezug der Forschungstätigkeit: „Forschung dient dem Austausch zwischen Theorie und Praxis, zwischen Wissenschaft und Redaktion. Sie hilft uns in den Redaktionen, die Metaebene im Blick zu behalten. Wissenschaftliche Forschung ermöglicht den Blick über den Tellerrand, sie hilft, das eigene Handeln kritisch zu hinterfragen und schärft den Blick für größere Zusammenhänge. Der NDR schätzt die Kompetenz, den fachlichen Rat und den kritischen Dialog mit dem Hans-Bredow-Institut.“

Interdisziplinäre und internationale Ausrichtung: EU-Projekte und China

Bereits 1999 hat der Wissenschaftsrat das hohe Niveau der Forschung des Hans-Bredow-Instituts hervorgehoben und es zu den renommiertesten Fachinstituten Deutschlands gezählt, 2007 hat der Rat erneut die besondere Stellung des Instituts betont. „In seiner Forschung verbindet das Institut verschiedene wissenschaftliche Disziplinen, vor allem die empirisch fundierte Sozialwissenschaft und eine auf Regulierungsprozesse ausgerichtete Rechtswissenschaft. Die Verbindung dieser beiden Perspektiven ist eine der Besonderheiten, die das Institut gegenüber anderen Forschungseinrichtungen in Deutschland und Europa auszeichnen“, erläutert Institutsdirektor Uwe Hasebrink. „Kooperationsprojekte auf europäischer und globaler Ebene, etwa mit China, und die internationale Vernetzung genießen in der Arbeit des Instituts hohe Priorität“, ergänzt sein Direktoriumskollege Wolfgang Schulz anlässlich der Präsentation des neuen Forschungsberichts. So wird das Institut gemeinsam mit der Universität in diesem Jahr auch Gastgeber der wichtigsten europäischen Konferenz für Kommunikations- und Medienwissenschaft sein: Die „European Communication Conference“ mit rund 1000 Teilnehmern findet vom 12. bis 15. Oktober 2010 in Hamburg statt.

1950 wurde das Institut vom damaligen NWDR und der Universität Hamburg als eigenständige Stiftung bürgerlichen Rechts gegründet, um „die wissenschaftliche Forschung der Probleme des Rundfunks und des Fernsehens zu fördern“. Hauptziel der Forschung des Instituts ist es, die Rolle der Medien – der traditionellen, aber auch der jeweils neuen – zu verstehen, neue Entwicklungen und die mit ihnen verbundenen Chancen und Risiken abzuschätzen und Handlungsoptionen zu entwickeln. Das Institut leistet damit einen Beitrag zur kontinuierlichen Beobachtung und Reflexion der kommunikativen Grundlagen der Gesellschaft.

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Kontakt:
Christiane Matzen
Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 040/450 217-41, Fax: 040/450 217-77
c.matzen@hans-bredow-institut.de