Hans-Bredow-Institut für Medienforschung

Society through the Lens of the Digital

Hannover, 31.5. bis 2.6.2017. Herrenhausen Conference der Volkswagen-Stiftung, organisisert von Prof. Dr. Armin Nassehi, Florian Süssenguth und Dr. Cornelius Puschmann

Tipp: Was uns auseinandertreibt. Hassreden im digitalen Zeitalter

Berlin, 21.4.2017. Veranstaltung der Stiftung Brandenburger Tor und der Schering Stiftung mit einer Podiumsdiskussion u.a. mit Dr. Cornelius Puschmann, um 18.00 Uhr, Max Liebermann Haus, Pariser Platz 7, 10117 Berlin

mehr zur Veranstaltung: http://stiftungbrandenburgertor.de/aktuell/was-uns-auseinandertreibt/

Tipp: 16.@kit Kongress

Köln, 11.-12.5.2017. 6. Forum Kommunikation & Recht #akit2017  auf Einladung von CMS Hasche Sigle mit einer Session in Kooperation mit dem Hans-Bredow-Institut (Stephan Dreyer) am 12.5. zum Thema "Digitaler Binnenmarkt oder zersplitterte Medienregulierung? Zur Zukunft des Herkunftslandprinzips"

  • Ort:  CMS Hasche Sigle, Kranhaus 1, Im Zollhafen 18, Köln

  • Veranstaltungsflyer

  • Link auf die Eventseite

  • Anmeldeschluss: 08.05.2017. Eine frühzeitige Anmeldung wird empfohlen, siehe unten

Programm

Mittwoch, den 10. Mai 2017

19.00 Uhr     „Get-together“ der Konferenzteilnehmer auf Einladung von eyeo, Lichtstraße. 25, 50825 Köln

Donnerstag, den 11. Mai 2017

9.00 Uhr     Begrüßung
    Prof. Dr. Heinrich Amadeus Wolff, Universität Bayreuth, Erster Vorsitzender des @kit e.V.
    RA Torsten Kutschke, Chefredakteur “Kommunikation & Recht”
    Dr. Martin Vorsmann, Managing Partner, CMS Hasche Sigle, Köln

 9.15 Uhr     Der Digitale Mensch und der Netzbürger –wer denkt und wer lenkt
    Prof. Dr. Indra Spiecker gen. Döhmann, LL.M.
    (Georgetown Univ.), Goethe Universität Frankfurt am Main
   
10.00 Uhr     Wie kommunikationsfeindlich ist der Datenschutz?
    Dr. Stefan Brink, Landesbeauftragter für den Datenschutz und die
    Informationsfreiheit, Stuttgart
   
11.00 Uhr     Kaffeepause
   
11.30 Uhr     Auskunftsansprüche gegenüber Bundesbehörden nach dem Informationsfreiheitsgesetz – aktuelle Fragestellungen
    Dr. Ansgar Koreng, JBB Rechtsanwälte, Berlin
    Dr. Christian Mensching, Redeker Sellner Dahs, Bonn
   
12.30 Uhr     Update für das Kartellrecht: Auswirkungen der GWB-Novelle auf die IT- und Medienbranche
    Prof. Dr. Rupprecht Podszun, Universität Düsseldorf
   
13.30 Uhr     Mittagessen
  
14.30 Uhr     Gaming meets Law – Spezielle Rechtsfragen der Entwicklung und Vermarktung von digitalem Content
    Konstantin Ewald, Osborne Clarke, Köln
    Tobias Haar, LL.M. , MBA, Syndikusrechtsanwalt, Vorstandssprecher Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU), Berlin
   
15.30 Uhr     Urhebervertragsrecht in der Reform – Mehr Geld für Kreative oder nur mehr Arbeit für alle?
    Prof. Dr. Karl-Nikolaus Peifer, Universität zu Köln
   
16.30 Uhr     Kaffeepause
   
17.00 Uhr     Rechtsprechung des EuGH zu Intermediäre
    Prof. Dr. Nikolaus Forgò, Leibniz Universität Hannover

ab 19.30 Uhr: Abendessen auf Einladung von united-domains

Freitag, den 12. Mai 2017

9.00 Uhr     Transparenz als Herausforderung: Die Informations- und Meldepflichten der DSGVO aus Unternehmenssicht
    Michael Kamps, CMS Hasche Sigle, Köln
    Dr. Florian Schneider, CMS Hasche Sigle, Hamburg
   
10.30 Uhr     Kaffeepause
   
10.45 Uhr     Social Bots, FakeNews und Hatespeech
    Robert Golz, LL.M. (Auckland), Härting Rechtsanwälte, Berlin
  
11.30 Uhr     Digitaler Binnenmarkt oder zersplitterte Medienregulierung? Zur Zukunft des Herkunftslandprinzips
    Session in Kooperation mit dem Hans-Bredow-Institut für Medienforschung, Hamburg, mit Stephan Dreyer
   
12.15 Uhr     Kaffeepause
   
12.45 Uhr     Die Grenzen der Exklusivität in der Sportberichterstattung
    Dr. Dieter Frey, Frey Rechtsanwälte, Köln

   
13.45 Uhr     Mit Recht gegen Links – Neue Haftungsrisiken für Hyperlinks
    Joerg Heidrich, Heise Medien GmbH & Co. KG, Hannover
    Peter Hense, Spirit Legal, Leipzig

14.45 Uhr     Schlussworte; Ende der Veranstaltung

Informationen zu Preisen und Anmeldung:

@kit-Mitglieder ((Promotions-)Studenten und Referendare)     39 €
(Promotions-)Studenten und Referendare (Nachweis)     44 €
@kit-Mitglieder und Abonnenten der K&R, InTer, RAW oder WRP, Behördenvertreter (zzgl. MwSt.)     329 €
Teilnahmegebühr regulär (zzgl. MwSt.)     529 €

Der Preis schließt Veranstaltungsunterlagen und die Pausenverpflegung mit ein. Die Teilnahmegebühr bitten wir erst nach Erhalt der Rechnung zu überweisen. Eine Teilnahmebestätigung nach § 15 FAO wird erteilt (vorbehaltlich der Anerkennung durch die für Sie zuständige RAK).

Anmeldung über:

Herrn Torsten Kutschke
Deutscher Fachverlag GmbH
Mainzer Landstraße 251, 60326 Frankfurt am Main
Telefon: 069/7595-1151, E-Mail:

Früh- / Mehrbucherrabatt:

Frühbucherrabatt 5% bei Buchung bis 01.04.2017, Mehrbucherrabatt 5%
bei Anmeldung von mehr als 2 Teilnehmern einer Kanzlei/eines Unternehmens ab
dem 3. Teilnehmer (unabhängig vom Frühbucherrabatt)

Stornierung:

Die Anmeldung ist übertragbar. Bei Stornierung bis zum 28.04.2017 wird
eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 50,- € erhoben. Danach und bei Nichterscheinen

eines Teilnehmers ist die volle Teilnahmegebühr zu entrichten.

Unsere Sponsoren im Jahr 2017:

CMS, eyeo, Härting, JBB Rechtsanwälte, united domains, LOGIN Partners,

FREY Rechtsanwälte, LECARE GmbH, SPIRIT LEGAL

Unsere Medienpartner im Jahr 2017:

Telemedicus, MIR, Boorberg, Hans-Bredow-Institut

Tipp: resonanzraum #3: Die Zukunft der Demokratie

Berlin, 5.4.2017. resonanzraum ist eine Veranstaltungsreihe von resonanzboden.com, dem Blog der Ullstein Buchverlage mit Unterstützung des HIIG im Haus der Ullstein Buchverlage, Friedrichstraße 126, 10117 Berlin, Anmeldung erforderlich

Lauscht man den Medien, so erfährt man, es stehe schlecht um die Zukunft der Demokratie. Trump, Wilders und Le Pen, sie alle gefährden die demokratischen Prinzipien. Doch versprechen viele Populisten nicht genau das: Mehr Macht dem Volke? Politikwissenschaftler Jason Brennan wirft in seinem neuesten Buch „Gegen Demokratie“ einen kritischen Blick auf Entscheidungen des Volkes. Er fordert, dass die Demokratie nach ihren Ergebnissen beurteilt werden soll. Achtung Spoiler: Die sind nicht besonders überzeugend. Die Massen werden durch Meinungsmacher beeinflusst und im Zeitalter von Newsbots und schnell verbreiteten ‚Fake News‘ sind emotionsgeladene Diskussionen Futter für die Populisten. Auch in der Europäischen Union stehen wir zwischen Forderungen nach der Rückkehr zum Nationalstaat und dem Wunsch, mehr Demokratie zu wagen. Ulrike Guérot, Gründerin und Direktorin des European Democracy Lab, zeichnet eine politische Utopie und fordert die Gründung einer europäischen Republik.

Zwischen Herrschaft der Wissenden und einer EU-Republik: Jason Brennan und Ulrike Guérot diskutieren, wie unsere Gesellschaft der Zukunft politisch aussehen sollte.

Wir laden Sie herzlich zur Diskussionsveranstaltung über die Zukunft der Demokratie ein und freuen uns auf Ihr Kommen!

resonanzraum #3: Die Zukunft der Demokratie
5. April 2017 | 19.00 Uhr
Haus der Ullstein Buchverlage
Friedrichstraße 126 | 10117 Berlin

Es diskutieren auf Englisch:

  • Jason Brennan, Politikwissenschaftler an der Georgetown University

  • Ulrike Guérot, Gründerin und Direktorin des European Democracy Lab

Das Thema wird Kirsten Gollatz, Projektleiterin am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, einleiten.

Eine Voranmeldung ist erforderlich: | 49 (0) 30 23456 462
Gern können Sie schon vorab Ihre Fragen über Twitter, Facebook oder per E-Mail stellen.

resonanzraum ist eine Veranstaltungsreihe von resonanzboden.com, dem Blog der Ullstein Buchverlage mit Unterstützung des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft (HIIG). Mit unterschiedlichen Gästen werden digitale Zukunftsthemen erforscht und diskutiert.

Tipp: Million Bitcoin Baby!

Berlin, 29.03.2017. Digitaler Salon des HIIG und DRadio Wissen um 19 Uhr, Französische Straße 9, 10117 Berlin

Im Café per App bezahlen, Schulden zwischen Freunden mit einem Klick begleichen. Unsere Scheine und Münzen scheinen sich bald komplett in Bits und Bytes aufzulösen. Länder wie Kenia oder Schweden schreiten hier bereits weit voran. Wird das Portemonnaie ein Fall fürs Museum? Das große Versprechen der digitalisierten Finanzwelt ist, individuelle Finanzprodukte leichter und schneller in Anspruch nehmen zu können. Doch wie gestalten wir das neue Zahlungssystem? Wenn immer mehr Menschen zu Kryptowährungen greifen, könnte die Blockchain-Technologie die Bankenwelt transformieren. Dies würde mehr Transparenz für die VerbraucherInnen bedeuten. Wie steht es jedoch um die Sicherheit unserer Daten, wenn das Internet zum Geldspeicher von morgen und ein Fintech zur neuen Sparkasse wird? Und wer reguliert die eigentlich? Am Ende stellt sich die Frage: Wollen wir überhaupt eine bargeldlose Welt?

Digitaler Salon – Million Bitcoin Baby!
Mittwoch, 29. März 2017 | 19:00 Uhr
Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG)
Französische Straße 9 | 10117 Berlin

Katja Weber von DRadio Wissen diskutiert u.a. mit:

    Meinhard Benn, Gründer, SatoshiPay

    Frank-Christian Pauli, Finanzexperte, Verbraucherzentrale Bundesverband

Die Einführung gibt Julian Hölzel, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich globaler Konstitutionalismus und das Internet am HIIG.

Studentische Mitarbeiter/innen (Sozialwissenschaften)

Hamburg, 20.3.2017. Am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg sind ab 1.4.2017 mehrere Stellen für Studentische Mitarbeiter/innen (Sozialwissenschaften) zu besetzen.

Aufgabenbereich

Als studentische/r Mitarbeiter/in am HBI unterstützen Sie verschiedene Projekte aus dem Umfeld der sozialwissenschaftlichen Forschung, insbesondere zur Mediennutzungsforschung, zur Journalismusforschung sowie zu digitalen interaktiven Medien und politischer Kommunikation, …

- … durch Recherchen nach Literatur, relevanten Anwendungen und Daten;

- … durch die Mitarbeit an Datenerhebungen und –auswertungen;

- ... durch die Mitarbeit an Berichten, Vorträgen und Publikationen.

Die Tätigkeit bietet einen fundierten Einblick in die Arbeit eines interdisziplinär arbeitenden Forschungsinstituts sowie in ein hochgradig aktuelles und dynamisches Feld unserer Medienwelt.

Anforderungen

- Studium der Kommunikationswissenschaft, Soziologie oder eines anderen gesellschaftswissenschaftlichen Fachs mit Medienbezug; alternativ auch Studium der Informatik, sofern Bereitschaft zur Einarbeitung in sozialwissenschaftliche Fragestellungen besteht;

- Kenntnisse der Methoden quantitativer und/oder qualitativer Sozialforschung und statistischer Auswertungsverfahren;

- Erfahrung in der Anwendung von SPSS und/oder Excel;

Besetzungszeitpunkt und -dauer, Vergütung

Besetzungszeitpunkt: ab 1.04.2017; nach Absprache ist ein Beginn auch später möglich

Beschäftigungsdauer: zunächst 6 Monate mit einem Umfang (nach Absprache) von ca. 40 bis 60 Stunden pro Monat. Die Möglichkeit zur Verlängerung ist gegeben; eine längerfristige Beschäftigung als studentische Hilfskraft wird angestrebt.

Die Vergütung richtet sich nach den Sätzen der Universität Hamburg für studentische Hilfskräfte (derzeit 9,71 EUR/Stunde).

Bewerbung

Bewerbungen mit knappem Lebenslauf und Auflistung der bisherigen Studienergebnisse senden Sie bitte per E-Mail an Dr. Jan-Hinrik Schmidt ()

Studie zur Relevanz von Online-Intermediären für die Meinungsbildung veröffentlicht

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Auch wenn die Nutzung von Intermediären weit verbreitet ist, sind Online-Intermediäre in der Regel nicht zentrale Quellen des Informationsrepertoires zu gesellschaftlich relevanten Ereignissen. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Verlauf des Jahres 2016 am Hans-Bredow-Institut (Dr. Jan-Hinrik Schmidt / Lisa Merten / Prof. Dr. Uwe Hasebrink) durchgeführte Studie, die im Auftrag der Medienanstalten entstand. Nachdem erste Ergebnisse der qualitativen Studie bereits in einer Veranstaltung der Medienanstalten „Intermediäre und Meinungsbildung“ in Berlin im November 2016 vorgestellt wurden, ist seit heute auch der wissenschaftliche Endbericht online verfügbar.

Die Studie basiert auf Gruppen- und Einzelinterviews mit insgesamt 27 Befragten und verfolgte einen innovativen repertoire-orientierten Ansatz, gestützt auf visualisierte Medienrepertoirekarten der einzelnen Befragten (siehe Abbildung).

Auch wenn Intermediäre Informations- und Kommunikationspraktiken mittlerweile in vielfältiger Weise durchdringen und somit aus den Prozessen der Meinungsbildung nicht mehr wegzudenken sind, entkräften die Ergebnisse die Befürchtungen der einseitigen Meinungsbildung durch algorithmisch generierte Filterblasen. Intermediäre sind nur ein Baustein im Prozess der Meinungsbildung und greifen an verschiedenen Stufen dieses Prozesses unterschiedlich stark ein: Alle Intermediäre sind bei ihren Nutzerinnen und Nutzern Teil der Wissens- und Informationssuche, wenngleich sie sich unterschiedlich gut für unterschiedliche Informationsbedürfnisse eignen. Insbesondere Facebook und YouTube, in Teilen auch Instant-Messaging-Plattformen unterstützen – gerade auch im Zusammenspiel mit journalistisch-publizistischen Angeboten – die Wahrnehmung von gesellschaftlich geteilten Problemlagen, Deutungen und Meinungsverteilungen, indem sie Anschlusskommunikation von Teilen des Publikums sichtbar machen. Für die Formierung eigener Einstellungen und Meinungen sowie daraus resultierender Handlungsabsichten sind allerdings die Face-to-Face-Kommunikation mit dem eigenen sozialen Umfeld sowie die Berichterstattung publizistischer Medien, denen Vertrauen entgegengebracht wird, nach wie vor bedeutsam.

Mehr zu diesem Projekt

Suchmaschinen, Netzwerk- und Multimediaplattformen sowie Instant-Messaging-Dienste sind wesentliche Elemente des Kommunikations- und Informationsverhaltens online. Sie fungieren als Intermediäre, weil sie ihren Nutzern Inhalte aus zahlreichen unterschiedlichen Quellen erschließen, mit Hilfe von Algorithmen filtern und zu personalisierten Informationsangeboten bündeln. Online-Intermediäre tragen damit wesentlich zum gegenwärtig beobachtbaren Wandel von Öffentlichkeit bei.

Vor dem Hintergrund anhaltender öffentlicher Debatten über den Einfluss von Intermediären auf die Meinungsbildung wurde in der Studie mit qualitativen Verfahren untersucht, welchen Stellenwert diese Dienste im Informationsverhalten ihrer Nutzerinnen und Nutzer haben. Dazu wurden sechs Realgruppen rekrutiert, die unterschiedliche Altersstufen und politisches Engagement abdecken. Die Gruppendiskussionen und jeweils drei vertiefende Einzelinterviews mit Gruppenmitgliedern bildeten das empirische Datenmaterial, um drei Leitfragen zu beantworten.


Leitfrage 1: „Welche Relevanz haben Online-Intermediäre bei verschiedenen Nutzergruppen für die Information über gesellschaftlich relevante Fragen?“

Intermediärsnutzung ist weit verbreitet. Allerdings sind sie in der Regel nicht zentraler Teil des Informationsrepertoires zu gesellschaftlich relevanten Ereignissen. Die Ausnahme sind einzelne Nutzerinnen und Nutzer, deren starkes Nachrichteninteresse zu strategischer Intermediärsnutzung führt. Während Google und YouTube von fast allen Befragten habitualisiert genutzt werden, findet sich bei WhatsApp und insbesondere bei Facebook größere Varianz. Im Medienensemble der untersuchten Gruppen spielen lediglich Instant-Messenger eine tragende Rolle, indem sie den gruppenbezogenen Informationsaustausch und die Kommunikation über Alltagsthemen unterstützen.

 

Leitfrage 2: „Wie sind Online-Intermediäre und die über sie kommunizierten Inhalte in konkrete Praktiken und Netzwerke der Meinungsbildung eingebunden?“

Nutzerinnen und Nutzer befriedigen mit Hilfe der Intermediäre unterschiedliche Informationsbedürfnisse, teils durch gezielte Suche nach Informationen (v. a. bei Suchmaschinen, mit Abstrichen auch bei YouTube), teils durch die Konfrontation mit Informationen und Meinungen, die ungeplant (z. B. im Newsfeed von Facebook) bzw. durch andere angestoßen (z. B. durch WhatsApp-Nachrichten) erfolgt. Der Austausch mit (bekannten) Anderen über gesellschaftlich relevante Themen erfolgt am ehesten noch über die Messaging-Dienste sowie vereinzelt auf persönlichen Facebook-Profilen. Zur Meinungsbildung im engeren Sinne, also die Formierung eigener Einstellungen und Meinungen, halten die Befragten die Intermediäre für weniger wichtig als traditionelle journalistische Quellen und Face-to-Face-Austausch.

 

Leitfrage 3: „Welches Wissen über die technisch bedingten Selektionsleistungen von Online-Intermediären ist in verschiedenen Bevölkerungsgruppen vorhanden, und inwiefern geht solches (Nicht-)Wissen mit bestimmten Graden von reflektierter Nutzung der Online-Intermediäre einher?“

Die Befragten artikulierten zumindest für einzelne Intermediäre ein (Grund-)Wissen über die Funktionsweise, die Besitzverhältnisse bzw. Verflechtungen und Geschäftsmodelle sowie die Mechanismen von Selektion und Qualitätssicherung der vorfindbaren Inhalte. Oft ist die Wahrnehmung von personalisierter Werbung Anlass oder Gegenstand von Reflektion über die Funktionsweise von Intermediären. Die Befragten ziehen allerdings unterschiedliche Konsequenzen, etwa die bewusste Entscheidung gegen die Nutzung von Intermediären an sich, die Suche nach alternativen Diensten mit äquivalenten Funktionen bzw. Inhalten, aber höheren Datenschutz- oder Sicherheitsstandards, oder eine an die Bedenken angepasste Nutzung. 

 

Resümee zur Studie
Meinungsbildungsprozesse sind ohne Intermediäre nicht mehr denkbar, weil diese Informations- und Kommunikationspraktiken mittlerweile in vielfältiger Weise durchdringen. Zugleich sind Intermediäre aber nur ein Baustein im Prozess der Meinungsbildung und greifen an verschiedenen Stufen dieses Prozesses unterschiedlich stark ein: Alle Intermediäre sind bei ihren Nutzerinnen und Nutzern Teil der Wissens- und Informationssuche, wenngleich sie sich unterschiedlich gut für unterschiedliche Informationsbedürfnisse eignen. Insbesondere Facebook und YouTube, in Teilen auch Instant-Messaging-Plattformen unterstützen – gerade auch im Zusammenspiel mit journalistisch-publizistischen Angeboten – die Wahrnehmung von gesellschaftlich geteilten Problemlagen, Deutungen und Meinungsverteilungen, indem sie Anschlusskommunikation von Teilen des Publikums sichtbar machen. Für die Formierung eigener Einstellungen und Meinungen sowie daraus resultierender Handlungsabsichten sind allerdings die Face-to-Face-Kommunikation mit dem eigenen sozialen Umfeld sowie die Berichterstattung publizistischer Medien, denen Vertrauen entgegengebracht wird, nach wie vor bedeutsam.

Die Rolle konkreter Angebote lässt sich wie folgt zusammenfassen: Bei Google treffen die Omnipräsenz und Überlegenheit des Angebots, vor allem für gezielte Informationssuche zur Befriedigung thematischer Interessens- und konkreter Problemlösungsbedürfnisse, auf eher geringe Kompetenz im Umgang mit den Möglichkeiten, die die Suchmaschine bietet. Auf Facebook ist der Kontakt zu nachrichtlichen Inhalten in der Regel nicht Zweck der Nutzung, außer gesellschaftlich relevante Themen sind im eigenen Kontaktnetzwerk aktiviert. Eine Ausnahme sind allerdings die „strategischen“ informationsorientierten Nutzerinnen und Nutzer, die algorithmische Selektionseffekte auch reflektieren und in ihre Nutzung einbeziehen. Die Videoplattform YouTube wird zwar nicht vorrangig für meinungsbildende Inhalte genutzt, erschließt als Universalplattform aber solche Inhalte auch und ermöglicht die habitualisierte Nutzung (z. B. von News-YouTubern), die gezielte themenbezogene Suche oder auch das „Sich-Treiben-Lassen“ durch algorithmische Empfehlungen. WhatsApp hat eine große Bedeutung für den interpersonalen Austausch, dessen Potenzial für die gruppenbezogene Meinungsbildung – die weniger öffentlich als bei YouTube und Facebook stattfindet – gerade erst entdeckt wird, sich aber schon an Einzelbeispielen zeigt.

Tipp: Social Media Week

Hamburg, 3.3.2017. Sind Filterblasen wirklich ein Problem für unsere Demokratie und wie bekommen wir sie zum platzen? Veranstaltung u.a. mit Lisa Merten in der Hochschule Macromedia, Vortragsraum R 211, 10:30-11:30 Uhr

Spätestens seit dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl diskutiert ganz Deutschland über Filterblasen (“Filtebubble”) im Netz und speziell in Social Media.

Doch was sind Filterblasen genau? Gibt es diese in Social Media stärker als im realen Leben? Verstärken Filterblasen, was wir wahrnehmen und beeinflussen diese unsere Willensbildung? Warum ist es gefährlich, wenn wir uns in den eigenen Blasen gemütlich machen und keine anderen politischen Meinungen und Argumente wahrnehmen?

Und gibt es einen Weg raus aus der Filterblase?  Welche Strategien gibt es für Parteien, Politiker und Gesellschaft, insbesondere mit Blick auf die Bundestagswahl 2017?

Nach einem kurzen Impuls zur Thematik von Kommunikationswissenschaftlerin Lisa Merten (Hans-Bredow-Institut), diskutierten hierzu Thomas Dudzak (Mitarbeiter Politikentwicklung/-beratung/Öffentliches Wirken Die LINKE. Sachsen), MdHB Carsten Ovens (CDU) und Lisa Merten.

Moderation Martin Fuchs, Politikberater & Blogger

Call for Applications: Visiting Postdoctoral Fellowships “Algorithmed Public Spheres”

Frist für Bewerbungen: 1. April 2017

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Das Hans-Bredow-Institut bietet im Rahmen seines Post-Doc-Kollegs "Algorithmed Public Spheres" 3- bis 12-monatige Forschungsaufenthalte für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich mit der Rolle von Algroithmen in der öffentlichen Kommunikation befassen. Die internationale Ausschreibung richtet sich an Nachwuchswissenschftler aus Fächern wie Computerwissenschaft und Informatik, Kommunikations- und Medienwissenschaften, Recht, Soziologie, Philosophie etc.

Call for Applications

The Hans Bredow Institute for Media Research in Hamburg, Germany, is a publicly funded research institute that focuses on the study of mediated public communication. Its research encompasses both broadcast and digital communication from an interdisciplinary and comparative perspective.

The postdoctoral research network Algorithmed Public Spheres was established to study the relevance of algorithms for the constitution of the public sphere. We emphasize in particular the importance of algorithms for filtering, ranking and selecting media content and for structuring digital communication. In contrast to the use of data mining in areas such as healthcare, credit scoring and general business analytics, where such techniques have a long tradition, the impact of algorithms on the public sphere poses novel challenges. How are communication, media, and public discourse impacted by transferring the dominant logics of consumption from other industries to news, information, and political deliberation, implemented in social media platforms, search engines, and on news websites? Research in this area could include:

  • Measurement of algorithmic bias and discrimination
  • Feedback effects in recommender systems
  • Assessment of potential filter bubbles
  • Algorithms in news production, distribution and consumption processes
  • User interaction with and rationalization of algorithms

We invite applications for international postdoctoral research fellows from fields including, but not restricted to, computer and information science, communication and media studies, law, sociology and philosophy, who will conduct innovative research on the social and cultural impact of algorithms during stays of 3-12 months in Hamburg in the academic year 2017/2018. We particularly welcome cross-cutting research proposals that integrate technical and social perspectives and result in concrete outcomes, for example in the form of peer-reviewed research articles or proposals for externally funded projects.

Up to two funded fellowships will be awarded as result of this call. The fellowships cover airfare and a contribution to the accommodation and subsistence in Hamburg. In specific cases, we may offer a temporary employment contract instead of a scholarship.

To apply, please send a cover letter (one page), a project proposal (up to three pages) and your CV (up to four pages), including a list of your most relevant publications (maximum of five), to Cornelius Puschmann (c.puschmann@hans-bredow-institut.de). Please note that applications submitted after the deadline will not be considered.

Application deadline: April 1, 2017

Announcement of 2017/2018 Fellows: May 1, 2017

Historische Authentizität und Medien

Gemeinsame Tagung des Leibniz-Forschungsverbunds Historische Authentizität, des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und des Hans-Bredow-Instituts. Call for Papers

Erschienen: M&K 1/2017

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u.a. mit Artikeln zur Darstellung von Menschen mit Behinderung in deutschen Daily Soaps, zur Verarbeitung von Audioinhalten in Multitasking-Situationen, zur Leserbeurteilung der Qualität journalistischer Online-Artikel unter Berücksichtigung des Einflussfaktors Medienreputation,

zu Belegmustern und Akteuren in Polit-Talkshows zur Griechenlandkrise sowie mit zwei Beiträgen in der Reihe „Methodeninnovationen in der Kommunikationswissenschaft“ zur Messung von States und Traits in der Kommunikationswissenschaft sowie zum faktoriellen Survey

Call for Papers: Historische Authentizität und Medien

Tagung des Leibniz-Forschungsverbunds Historische Authentizität, des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und des Hans-Bredow-Instituts am 13./14.07.2017 in Potsdam, Einreichungen bis 25.03.2017 möglich

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„Medien“ und „Authentizität“ sind Begriffe, die in einer Spannung zueinander stehen. Denn ein Medium ist stets etwas Vermittelndes, eine Zwischeninstanz, während „Authentizität“ als Idealtypus gerade auf das Ursprüngliche, Unvermittelte zielt. Der geplante Workshop möchte Beiträge zusammenführen, die sich empirisch oder theoretisch mit dem Verhältnis von Medien und Authentizität beschäftigen und dabei eine historische Perspektive einnehmen. Willkommen sind dabei Beiträge aus historischer, medien- und kommunikationswissenschaftlicher, museologischer sowie sprach- und kulturwissenschaftlicher Sicht.

Call for Papers

Verfasst von Achim Saupe auf H-Soz-Kult, 12.02.2017, www.hsozkult.de/event/id/termine-33231

„Medien“ und „Authentizität“ sind Begriffe, die in einer Spannung zueinander stehen. Denn ein Medium ist stets etwas Vermittelndes, eine Zwischeninstanz, während „Authentizität“ als Idealtypus gerade auf das Ursprüngliche, Unvermittelte zielt. Gleichwohl scheint historisch betrachtet beides eng miteinander verbunden: Jedenfalls fallen die Konjunktur des Authentischen und die Kritik an fehlender „Authentizität“ in das Zeitalter der „technischen Reproduzierbarkeit“ (Walter Benjamin), also jene Zeit seit dem späten 19. Jahrhundert, in der der die Massenmedien zu zentralen gesellschaftlichen Instanzen aufgestiegen sind.

Der geplante Workshop möchte Beiträge zusammenführen, die sich empirisch oder theoretisch mit dem Verhältnis von Medien und Authentizität beschäftigen und dabei eine historische Perspektive einnehmen. Ziel der Veranstaltung ist es, Wissenschaftler/innen zusammenzubringen, die das spannungsreiche Verhältnis von Massenmedien und Authentizitätszuschreibungen bzw. -erwartungen insbesondere im Verlauf des ‚langen 20. Jahrhunderts‘ paradigmatisch analysieren bzw. die entsprechend methodisch reflektieren, was zu initiierende Studien leisten müssten. Willkommen sind dabei Beiträge aus historischer, medien- und kommunikationswissenschaftlicher, museologischer sowie sprach- und kulturwissenschaftlicher Sicht.

Denkbare Perspektiven und Fragestellungen können unterschiedliche Dimensionen des Themas adressieren:

Erstens interessieren Strategien der historischen Authentisierung in den Medien, wie sie sich etwa in populären Medienformaten wie historischen Dokumentationen und Spielfilmen finden. Dazu gehören ganz unterschiedliche Mittel, darunter der Einsatz von Zeitzeugen und Archivmaterial sowie ästhetische und dramaturgische Strategien. Paradoxerweise stellt sich hier also die Frage nach der Inszenierung des Authentischen. Das gilt auch für den Zusammenhang von sozialen Praxen der Selbstdarstellung und ihren medientechnologischen Grundlagen, beispielsweise in den Sozialen Netzwerken, der Celebrity-Culture oder für den Wandel politischer Kommunikation in den auf breite Zustimmung (oder zumindest deren Inszenierung) angewiesenen modernen Staaten.
Wenn Authentizität als Zuschreibungskategorie verstanden wird, d.h., wenn es Ergebnis diskursiver kultureller und gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse ist, was in unterschiedlichen, sich verändernden Kontexten jeweils für „authentisch“ gehalten wird, dann genügt es nicht, mediale Inszenierungsstrategien in den Blick zu nehmen.

Vielmehr ist dann zweitens auch nach der Rezeption/Aushandlung einschlägiger Repräsentationen zu fragen. Was wird wann, wo und von wem für „authentisch“ gehalten und welchen medialen Darstellungen wird diese Qualität im Gegenteil nicht zugesprochen? Gegenstand entsprechender Analysen können die jeweiligen Mediendispositive sein: So wäre nach der Entstehung und anhaltender Wirksamkeit pauschaler Zuschreibungen wie dem Objektivitätspostulat gegenüber der Fotografie und dem Dokumentarfilm oder der Illusion von individueller Zeugenschaft beim Fernsehen zu fragen. Selbstverständlich gehören in diesen Zusammenhang auch case studies zu spezifischen medialen Artefakten, sozialen Gruppen und kulturellen Konstellationen.

Drittens stellt sich die Frage, welche Wirkung der Medialisierungsprozess auf den Diskurs um Authentizität hatte. Welchen Einfluss hatte beispielsweise die Erweiterung des Medienensembles um Fotografie, Film, Radio, Fernsehen und Computer auf die Vorstellungen von Authentizität? Stellt die moderne Sehnsucht nach „dem Echten“ gar eine Art Reflex auf die breite Durchsetzung der technischen Massenkommunikation dar? So ist beispielsweise zu vermuten, dass die starke Zunahme von audiovisuellen Angeboten im 20. Jahrhundert und die damit verbundene Konkurrenz um Aufmerksamkeit nicht ohne Rückwirkung auf Identitätskonzepte und den Authentizitätsdiskurs geblieben sind.

Darüber hinaus sind viertens Beiträge willkommen, die zur theoretischen oder methodischen Reflexion des Verhältnisses von Massenmedien und Authentizität im "langen" 20. Jahrhundert beitragen.

Einreichungen

Vorschläge in Form eines Exposés (max. eine Seite) sowie eine kurze Skizze zur Biografie (max. 1.500 Zeichen, max. drei Publikationen) senden Sie bitte bis zum 25. März 2017 an Herrn Dr. Christoph Classen: classen@zzf-potsdam.de.

Der Workshop findet am 13. und 14. Juli 2017 in Potsdam statt.

Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Kosten für die An- und Abreise sowie für die Unterkunft werden übernommen.

Kontakt

Dr. Christoph Classen
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Institut der Leibniz-Gemeinschaft
Am Neuen Markt 1
D-14467 Potsdam
Tel.: +49 (0)331 28991-17
Fax: +49 (0)331 28991-60
classen@zzf-potsdam.de

Dr. Hans-Ulrich Wagner
Forschungsstelle Mediengeschichte
Hans-Bredow-Institut
Rothenbaumchaussee 36
20148 Hamburg
Tel. +49 (0)40 428 38 - 32 02
h.wagner@hans-bredow-institut.de

Tipp: Ganz meine Meinung?

Berlin, 08.03.2017. Politische Meinungsbildung in sozialen Netzwerken, Tagung der medienanstalten und der LfM, u. a. mit einem Vortrag von Dr. Jan-Hinrik Schmidt zur Zur Relevanz von Intermediären für die Meinungsbildung, 17:00 – 19:30 Uhr, mehr

Children and Youth on the Net

Luxemburg, 26.-28.04.2017. European Expert Conference on Youth and Digital Media mit einer Keynote von Prof. Dr. Uwe Hasebrink. Programm und weitere Infos

Tipp: Plötzlicher Säuglingstod

Hamburg, 1.3.2017. Auf dem Fachgepräch "Sichere Akteure – unsichere Eltern?" stellten Dr. Claudia Lampert und Michael Grimm die Ergebnisse ihrer Evaluation der Kampagne „Schlaf gut, Baby!“ vor.

Social Bots – Grenzenloser Einfluss auf den Meinungsbildungsprozess?

Artikel zur rechtlichen Einordnung in der Zeitschrift Kommunikation&Recht 2/2017

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Auf Meinungsbildungsprozesse in sozialen Netzwerkdiensten können Aktivitäten Dritter einwirken, wenn diese mittels sog. “Social Bots” versuchen, das Meinungsklima systematisch zu manipulieren. Stephan Dreyer und Kevin Dankert diskutieren, wie die Aktivitäten von „Social Bots“ juristisch einzuordnen sind: Bei Social Bots handelt es sich um Computerprogramme, von denen ein negativer Einfluss auf die freie Meinungsbildung (etwa im Wahlkampf) befürchtet wird. Mit einfachen technischen Mitteln ist es möglich, massenhaft selbständig kommunizierende Profile in Sozialen Netzwerkdiensten anzulegen, die z.T. kaum von natürlichen Nutzerprofilen unterschieden werden können.

Die Social Bots klicken dann automatisiert auf „gefällt mir“, „retweeten“ oder schalten sich mit eigenen Beiträgen in Debatten ein, was das wahrgenommene Stimmungsklima anderer Nutzer nachhaltig verändern kann. So können etwa politische Meinungen verstärkt, Debatten in Tonart verändert oder sogar „Shitstorms“ erzeugt werden.

In der medialen und politischen Diskussion wird das Thema derzeit heiß diskutiert; Kennzeichnungspflichten oder sogar Verbote sind im Gespräch. Stephan Dreyer und Kevin Dankert zeigen in ihrem Beitrag, dass auch Social Bots als technische Vermittlungsform grundsätzlich verfassungsrechtlicher Schutz der Meinungsfreiheit zukommt, also schlichte Verbote verfassungsmäßig kaum zu rechtfertigen wären. Die Autoren weisen damit zugleich auf die Gefahr hin, die damit verbunden ist, wenn bestimmte technische Vermittlungsformen staatlich grundsätzlich untersagt würden.

Darüber hinaus relativieren sie den Einfluss von Social Bots auf den Meinungsbildungsprozess: Soziale Netzwerke seien nur ein Teil des Medienrepertoires, und deshalb sei der Staat jedenfalls derzeit nicht verfassungsrechtlich dazu aufgerufen, Social Bots zu regulieren. Weiter weisen sie aber darauf hin, dass der Staat selbst das Prinzip der Kommunikatorklarheit achten muss: Wenn z. B. die Regierung Social Bots einsetzen sollte, muss er diese unmissverständlich kennzeichnen. Im Ergebnis dürfte damit ein Einsatz für den Staat ausgeschlossen sein, weil Social Bots explizit in den Nutzungsbedingungen Sozialer Netzwerkdienste untersagt sind und sich das Täuschungspotenzial mit einer Kennzeichnung nicht entfalten kann.   

Private können jedoch Social Bots grundsätzlich für wirtschaftliche und politische Zwecke einsetzen. Hier sehen die Autoren, dass dies bei wirtschaftlichem Einsatz wettbewerbsrechtlich „unlauter“ sein und deswegen abgemahnt werden kann. Im Übrigen bestehen bereits jetzt Kennzeichnungspflichten für Social Bot Profile: Diese sog. „Impressumspflichten“ gelten für Profile, die in Sozialen Netzwerkdiensten angelegt werden. Sie bestehen dann, wenn mittels dieser Profile über private Interessen hinaus kommuniziert wird, z. B. im Sinne einer politischen Agenda oder wirtschaftlicher Interessen.

Abschließend betonen die Autoren, dass es nicht nur auf den direkten Einfluss der Social Bots ankommt: Um die potenziell verzerrenden Einflüsse auf den Meinungsbildungsprozess nicht weiter zu verstärken, kommt es auch darauf an, dass bei journalistischer Berichterstattung und politischen Analysen besondere Sorgfalt an den Tag gelegt wird, damit das verfälschte Meinungsklima nicht „über den Tellerrand“ der Sozialen Netzwerkdienste hinaus Relevanz erhält.

 

Dankert, K,.; Dreyer, S. (2017): Social Bots – Grenzenloser Einfluss auf den Meinungsbildungsprozess? In:  Kommunikation und Recht, H. 2, S. 73, http://online.ruw.de/suche/kur/Soc-Bot--Grenzenlo-Einfl-auf-den-Meinungsbildungsp-3755c905de20a4189b92a529c38e82c8

Weiterführende Links:

http://www.br.de/puls/themen/netz/social-bots-gefakte-massenmeinung-100.html
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ndr_aktuell/NDRAktuell,sendung616438.html

International Summer School zu “Hate Speech Online” 14. - 21. März 2017 in Delhi, Indien

Bewerbungen bis 15. Februar möglich!

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Das Hans-Bredow-Institut, die Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg und das Centre for Communication Governance an der National Law University in Delhi, Indien, laden Studenten mit Fokos Medienrecht, Europäisches und Internationales Recht ein, an einer internationalen Summer School zu “Hate Speech Online” teilzunehmen, die vom 14. bis 22. März 2017 in Dehli stattfindet. Die Lehrveranstaltungen werden sich mit verschiedenen Aspekten von Hasskommentaren und ihrem Verhältnis zur Meinungsfreiheit und anderen Grundrechten befassen.

Mehr auf Englisch:

National as well as international laws will be discussed and compared. During three days of lectures, the roles of different actors and stakeholders in this field (e.g. intermediaries, data protection authorities, national security authorities, etc.) will be assessed critically. Students will be grouped in order to focus on one specific stakeholder’s interests throughout the program. Each group shall defend the prepared positions and findings in a competitive policy workshop in front of international experts. The program will be completed by an excursion and several social events in order to promote an intercultural exchange and dialogue with other summer school participants.

Costs for accommodation, catering and local excursions are fully covered; an additional funding of EUR 400.00 per person is granted for travel expenses (flights, visa, airport transfers).

For application, please hand in your CV as well as a short letter of motivation (max. 1 page) via email (pdf-file) to Felix Krupar () until 15 February 2017. Applicants are welcome to support their application with further proof of skills relevant to the event.

Wie das erste Smartphone des Kindes das Familienleben verändert

Eltern und Kinder für Interviews gesucht!

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Immer wieder gibt es Situationen, in denen sich das Zusammenleben in der Familie verändert. Neben großen Umbrüchen können es auch „kleinere“ Veränderungen sein, die sich auf den Alltag der Familie – mal mehr und mal weniger stark – auswirken. Hierzu gehört auch die Anschaffung eines ersten Smartphones für das Kind. Marcel Rechlitz sucht für sein Promotionsprojekt Eltern und Kinder als Interviewpartner. Im Fokus steht der elterliche Umgang mit neuen Voraussetzungen für Familienleben und Medienerziehung. Gesucht werden daher Familien, in denen ein Kind erst vor wenigen Wochen ein eigenes Smartphone bekommen hat oder in denen die Anschaffung eines eigenen Smartphones für das Kind kurz bevorsteht. Weitere Infos zu den Interviews und zum Projekt.

Tipp: Akademie der Autodidakten

Berlin, 25.01.2016. Digitaler Salon des HIIG zur Bildung für den Arbeitsmarkt 4.0 um 19:00 Uhr, Französische Straße 9, 10117 Berlin, Eintritt frei

Selbsterlerntes unkompliziert anerkennen lassen und bei der Jobsuche digitale Fähigkeiten schneller vorweisen können – so klingt die Zukunftsmusik des Arbeitsmarktes 4.0. In Deutschland ist das jedoch noch reine Utopie. Onlineforen und YouTube-Kanäle helfen zwar schon länger bei der selbstständigen Weiterbildung, doch dieses Wissen erfährt kaum Anerkennung. Braucht es Zertifikate und Titel fernab der traditionellen Bildungseinrichtungen, auch um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken? Und könnten damit Bildung und Fähigkeiten z.B. von Geflüchteten und MigrantInnen zukünftig einfacher miteinbezogen werden? Wie sieht die Akademie der Autodidakten in einer digitalen Arbeitswelt aus?

Katja Weber von DRadio Wissen diskutierte u.a. mit Jörg Dräger, Mitglied des Vorstands, Bertelsmann Stiftung. Die Einführung gab Benedikt Fecher, Doktorand am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft. Analog | HIIG | Brezeln & Wein | Einlass ab 18:30 Uhr

Digital | #DigSal | Livestream unter www.hiig.de

Radio | Immer am dritten Sonntag des Monats ab 18:05 Uhr im Hörsaal auf DRadio Wissen

Jeden letzten Mittwoch im Monat stellen sich unsere Gäste den ‚Fragen zur vernetzten Gegenwart‘. In unserer Diskussionsreihe beleuchten wir Netz-Phänomene, erörtern Vor- und Nachteile technischer Veränderungen und geben Denkanstöße. Kommunizieren auch Sie Ihre Meinung vor, während und nach der Sendung direkt auf unserer Webseite, über Social Media oder per Postkarte. Der Digitale Salon ist eine Kooperation zwischen DRadio Wissen und dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft und wird produziert von der Kooperative Berlin.

Zum Download: Gesetzesammlung

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Die 17. Auflage der Gesetzessammlung "Information, Kommunikation, Medien", hrsg. von Wolfgang Schulz, ist in der Reihe Arbeitspapiere erschienen (430 S., 3,07 MB, pdf)