Hamburger Schriften zum Medien-, Urheber- und Telekommunikationsrecht
hrsg. von Dr. Wolfgang Schulz
Die Schriftenreihe bietet eine Plattform für Monographien zu allen Felder des Rechts im Bereich Information und Kommunikation, die aktuelle Probleme lösen, die sich vor allem aus technischem oder gesellschaftlichem Wandel ergeben. Derzeit eröffnet die Kommunikation in Netzwerken rechtliche Fragestellungen grundsätzlicher Natur, vom traditionellen Äußerungsrecht bis zum Verhältnis von Technik- und Inhalteregulierung, die auch auf traditionelle Kommunikationsformen zurückwirken. Die Reihe ist dabei explizit ebenso offen für transdisziplinäre wie für international vergleichende Ansätze. Sie nimmt die Hamburger Forschungstraditionen in diesem Feld auf, die Schwerpunkte in Fragen neuer Regulierungsformen sieht, verfassungsrechtliche Bezüge im Recht der Kommunikation berücksichtigt und die Unterscheidung von öffentlichem Recht und Zivilrecht nicht als Schranke rechtswissenschaftlicher Problemlösung begreift.
Die Veröffentlichungen der Reihe sind über die Nomos Verlagsgesellschaft, Postfach 610, 76484 Baden-Baden, Tel. (07221) 21 04-0, Fax: (07221) 21 04-27 zu beziehen.
Bisher erschienen:
- Matthias Knothe, Klaus-Peter Potthast (Hrsg.): Das Wunder von Mainz - Rundfunk als gestaltete Freiheit. Festschrift für Hans-Dieter Drewitz. Baden-Baden: Nomos 2009. - 243 S. Gebunden, 68,- €, ISBN 978-3-8329-4458-2 (Verlagsinformationen)
Diese Festgabe ist Dr. Hans-Dieter Drewitz gewidmet, der fast drei Jahrzehnte lang der Rundfunkreferent des in diesem Bereich federführenden Landes Rheinland-Pfalz und seit 1992 Vorsitzender der Rundfunkreferenten der Länder war. In dieser Funktion begleitete er unter anderem die Entstehung der zwölf bisherigen Rundfunkänderungsstaatsverträge. In 27 Beiträgen ehren Vertreter von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft seine fachlichen und Moderatorenverdienste. Die Beiträge behandeln Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft des Rundfunks im von EU-Recht geprägten deutschen Föderalismus. Die Inhalte erstrecken sich von persönlichem Dank über Ausführungen zur Rundfunkentwicklung bis zu grundlegenden Gedanken zur Rundfunkordnung und -finanzierung. Die Darstellungsformen reichen vom Gedicht über Praxiseinblicke bis zu „Kurzstudien“. Dabei kommen die gegensätzlichen Ansichten von öffentlich-rechtlichen Anstalten, Aufsicht und Privatwirtschaft zur Geltung. Allen Autoren gemein sind die vieljährige Beschäftigung mit und tiefe Verwurzelung im deutschen Rundfunk sowie die daraus resultierenden Einsichten in das Gesamtsystem.
- Till Kreutzer: Das Modell des deutschen Urheberrechts und Regelungsalternativen.Konzeptionelle Überlegungen zu Werkbegriff, Zuordnung, Umfang und Dauer des Urheberrechts als Reaktion auf den urheberrechtlichen Funktionswandel. Baden-Baden: Nomos 2008. - 528 S. Broschiert, 98,- €, ISBN 978-3-8329-3998-4 (Verlagsinformationen)
Mehr denn je wird um die Ausgestaltung des Urheberrechts derzeit eine erbitterte Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit geführt. Der Grund: Aus einem Recht für Spezialisten ist ein Recht geworden, das mehr oder weniger alle Bevölkerungsschichten betrifft. Aufgrund der (digital-)technologischen Entwicklung ist es heute annähernd jedem möglich, gleichzeitig Nutzer, Urheber, Produzent und Distributor zu sein. Die durch diese Wissens- oder Informationsgesellschaft produzierten Inhalte werden im Internet frei zugänglich gemacht, getauscht, geremixed, kopiert. All dies widerspricht den Grundgedanken und den Regeln des geltenden Urheberrechts. Der Autor stellt anhand einiger neuralgischer Punkte des Urheberrechts sowie dessen wesentlichen rechtstheoretischen und verfassungsrechtlichen Grundlagen dar, dass und wie es zu einer erheblichen Diskrepanz zwischen Rechtstatsachen und Regelungen gekommen ist. Er konzertiert in mancher Hinsicht grundlegende Fehlentwicklungen (wie etwa beim Schutz von technischen Maßnahmen oder bei den Schrankenbestimmungen) und zeigt auf, dass diese zu dogmatischen und praktischen Defiziten geführt haben. In einem konzeptionellen Teil formuliert der Autor einige Überlegungen zu einem alternativen Regelungsmodell. Dr. Till Kreutzer ist Rechtsanwalt und Redakteur des mehrfach prämierten Urheberrechtsportals irights.info. Er war Mitglied der Arbeitsgruppe, die das BMJ zum „Zweiten Korb“ einberufen hatte und in beiden Reformstufen des „Gesetzes zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft“ als Sachverständiger zu den Expertenanhörungen im Bundestag geladen.