Neues Projekt: Analyse von Radio Sound Design in den 1960ern

Hamburg, 4.11.2011. - "Sounds like… Geschichte der Radio-Ästhetik", heißt ein neues Projekt der Forschungstelle Geschichte des Rundfunks in Norddeutschland, das sich mit Radio Sound Design in einer historischen Epoche befasst. Radiosender haben einen „Sound“, sie treten mit einem bestimmten ästhetischen Erscheinungsbild auf, das wiederum von ihrem Publikum entsprechend wahrgenommen wird. Dies ist kein neues Phänomen, sondern war bereits in früheren Phasen der Radioentwicklung so: Programm-Macher wollten ihr Publikum nicht nur durch ihren Inhalt, sondern auch durch ihren Klangauftritt erreichen.

Die Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks in Norddeutschland, ein Kooperationsprojekt des Hans-Bredow-Instituts mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) und der Universität Hamburg, widmet sich speziell den 1960er Jahren, weil diese Dekade in vielerlei Hinsicht als Periode des Wandels gilt und auch das Programm-Medium Radio in den 60ern seine Stellung als Leitmedium verliert.

Geklärt werden sollen die folgenden Fragen: Welche Sound-Ästhetiken wurden geschaffen, um für die jeweils anvisierten Hörerschaften attraktiv zu erscheinen? Welche Normen des sprachlichen und stimmlichen Ausdrucks bildeten die Basis für die Produktion und Nutzung von Unterhaltungs- und Kultursendungen, von Nachrichten- und Jugendprogrammen? Kurz: Wie veränderten sich die mediatisierten Stimmen der Radiomacher in der Bundesrepublik Deutschland im Kontakt mit ihrer Hörerschaft in den „Sixties“?

Die aktuell durchgeführten Vorstudien sind Teil eines geplanten größeren Forschungsprojektes zur Analyse von Radio-Ästhetiken in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Ines Bose und Jun. Prof. Dr. Golo Föllmer (beide Universität Halle). Zur Methodendiskussion fanden 2011 bereits zwei Workshops mit Nachwuchswissenschaftler/innen in Berlin und in Halle statt.

Ansprechpartner:

Dr. Hans-Ulrich Wagner
Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks in Norddeutschland
Universität Hamburg
Department Sprache Literatur Medien
Von-Melle-Park 6
20146 Hamburg
Tel. +49 (0)40 428 38 - 27 24
Fax +49 (0)40 428 38 - 35 53