Medientreff im Hans-Bredow-Institut

Vorstellung des Forschungsberichts 2003

Hamburg, 3.7.2003

Auf dem Jahresempfang des Hans-Bredow-Instituts haben über 100 führende Köpfe der Hamburger Medienszene die Perspektiven des Medienstandorts Hamburg diskutiert. Im Mittelpunkt standen das kürzlich verabschiedete Hamburgische Mediengesetz, die Hamburg Media School und das Zentrum für Medienkommunikation der Universität Hamburg. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch einen Kurzvortrag des Intendanten der Deutschen Welle, Erik Bettermann, zum dynamischen Programmauftrag für den Auslandsrundfunk. Vor dem Hintergrund der geplanten Änderung des Deutsche-Welle-Gesetzes forderte Festredner Bettermann inhaltlichen Gestaltungsspielraum beim Programmauftrag sowie mittelfristige Planungssicherheit für den Auslandsrundfunk. Die direkt aus Steuermitteln finanzierte Deutsche Welle dürfe nicht zum Spielball der Haushaltspolitik werden.

Das Hans-Bredow-Institut hat für die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien, Christina Weiß, ein Gutachten zum Programmauftrag für den Auslandsrundfunk erstellt. Das Gutachten befürwortet einen Spielraum zur eigenen Gestaltung des Programmauftrages, fordert aber auch die Einrichtung von Verfahren zur Selbstregulierung. Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts, erläuterte hierzu, dass es sich bei dem Gutachten um eine Projektform handelt, die typisch für die Arbeit des Instituts im Bereich Medienregulierung ist, weil sie die rechtliche Analyse mit konkreten Gestaltungsvorschlägen verbindet. Schulz ging auch auf die Diskussion um die Novelle des Hamburgischen Mediengesetzes ein, dessen Verfassungsmäßigkeit er geprüft hatte. In diesem Zusammenhang bezeichnete Schulz den Stil, mit dem das Gesetz politisch umgesetzt wurde, als unnötigen Affront gegenüber der Hamburgischen Anstalt für neue Medien (HAM).

Mit der Gründung des Zentrums für Medienkommunikation (ZfM) an der Universität, mit dem das Hans-Bredow-Institut kooperiert, werde der Medienforschungsstandort Hamburg und die universitäre Ausbildung für Medien und Kommunikationsberufe sowie die wissenschaftliche Forschung gestärkt, so der zweite Direktor des Instituts, Uwe Hasebrink. Auch die Hamburg Media School sei eine große Chance für Hamburg, die jetzt mit Verantwortung genutzt werden müsse.

Beim Jahresempfang des Instituts trafen sich unter anderem medienpolitische Sprecher der Bürgerschaftsfraktionen, Vertreter der norddeutschen Staatskanzleien, der Hamburg Media School, des Zentrums für Medienkommunikation, des NDR, des FilmFonds Hamburg und verschiedener Universitäten.

Das Hans-Bredow-Institut stellt seine Arbeit alljährlich in einem ausführlichen Forschungsbericht der Öffentlichkeit vor. Der Forschungsbericht 2003 kann über die Website kostenlos heruntergeladen werden.