Exzellentes Beispiel für wissenschaftliche Poltikberatung
Jahresempfang 2002 des Hans-Bredow-Instituts im Zeichen des Themas Jugend und Medien
Hamburg,
13. Juni 2002
In einem Grußwort hob Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin hervor, dass das Institut sowohl Sensibilität im Umgang mit wissenschaftlichen Argumenten aufweise als auch Sensibilität für die besonderen Zwänge, in denen Politik stattfände. Er bezog sich auf das von Wolfgang Schulz und Thorsten Held verfasste Gutachten "Regulierte Selbstregulierung als Form modernen Regierens", das in dieser Woche der Öffentlichkeit vorgestellte wurde. Das Gutachten sei "ein exzellentes Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Politikberatung aussehen sollte" - so Nida-Rümelin, der wegen einer kurzfristig anberaumten Bundestagssitzung zum Thema Jugendschutz sein Grußwort per Video übermittelt hatte. Das Gutachten soll vor allem den Diskurs um eine Reform des Jugendmedienschutzes anregen. Beim Jugendschutz komme es, so der Staatsminister - auf eine zivilgesellschaftliche Umsetzung an, das heißt eine Kooperation zwischen Eigenverantwortung und staat-licher Regulierung. Hier liefere das Gutachten: wichtige Orientierungsmarken.
Wolfgang Schulz, Mitglied des Direktoriums des Instituts, wies vor dem Hintergrund der Ergebnisse des Gutachtens auf Defizite des aktuellen Entwurfes zu einem Jugendmedienstaatsvertrag hin. Es sei ein vielversprechender Ansatz, Funktionsfähig sei das Konzept aber noch nicht, so Schulz.
Uwe Hasebrink, Vorsitzender des Direktoriums, verwies auf wissenschaftlich fundierte Aussagen zu anderen relevanten Fragen der Medienentwicklung, die das Institut in diesem Forschungsjahr erarbeit hat oder in Angriff nimmt. Im vergangenen Herbst sei auf einer HAMburger Mediendebatte eine Studie präsentiert worden, in der das Institut im Detail untersucht hat, wie das Thema Alkohol im deutschen Fernsehen behandelt wird. In einem erst vor kurzem angelaufenen Projekt untersucht das Institut aus ökonomischer und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive die multimediale Verwertung von Markenzeichen für Kinder und geht damit dem Phänomen von weltweit und über verschiedenste Medien verbreiteten Marken wie Pokémon, Dragon Ball, Harry Potter oder Herr der Ringe nach.