Bewegtbildrezeption in konvergierenden Medienumgebungen: Dispositive und Nutzungsmodi
Im Zuge der technischen Medienkonvergenz und der zunehmenden crossmedialen Verbreitung von Bewegtbildinhalten verwischen die Grenzen zwischen bisher relativ klar voneinander unterscheidbaren Medien- und Kommunikationsdiensten. So kann es sein, dass ein und derselbe Inhalt über ganz unterschiedliche Endgeräte, über Bildschirme unterschiedlicher Größe und Qualität und in unterschiedlichen Nutzungskontexten verbreitet und genutzt wird. Aus medien- und kommunikationswissenschaftlicher Perspektive wirft dies die Frage auf, inwiefern die unterschiedlichen Wahrnehmungsanordnungen für die Nutzerinnen und Nutzer tatsächlich einen relevanten Unterschied ausmachen und damit eine spezifische Bedeutung erlangen. Da technische Merkmale von Verbreitungssystemen aufgrund der Multifunktionalität der Netze und Endgeräte tendenziell an Bedeutung verlieren, bedarf es angebots- und nutzungsorientierter Kriterien, um verschiedene Formen der Bewegtbildkommunikation zu klassifizieren.
Vor diesem Hintergrund erarbeitet das Institut im Auftrag der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein (MAHSH) in Kooperation mit Prof. Dr. Knut Hickethier eine Expertise mit folgenden Zielsetzungen: Erstens sollen aus medien- wie aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive konzeptionelle Überlegungen zu der Frage angestellt werden, welche Formen der Bewegtbildrezeption sich in heutigen bzw. heute bereits absehbaren Medienumgebungen unterscheiden lassen. Zweitens soll ein Konzept für eine empirische Untersuchung entwickelt werden, mit der die Relevanz der verschiedenen Formen der Bewegtbildrezeption für die öffentliche Kommunikation systematisch untersucht wird. In diesem Sinne stellt das Projekt eine Vorstudie zu einem größeren Vorhaben dar; ob eine solche empirische Studie realisiert werden sollte, wird Gegenstand von Beratungen auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Vorstudie sein.
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Kooperationspartner
Prof. Dr. Knut Hickethier, Universität Hamburg