DFG-Projekt zur Rolle der Medien bei der Herstellung von Vertrauen in medizinisches Wissen

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Mit den Onlinemedien, insbesondere den Angeboten des "Web 2.0" bzw. "Social Web", verändert sich das Verhältnis zwischen Experten und Laien bei der öffentlichen Kommunikation über wissenschaftliche Informationen: Im Internet entstehen neue Arenen der Wissenschaftsvermittlung (z. B. Expertenöffentlichkeit, kollaborative Öffentlichkeit, persönliche Öffentlichkeit). Am Beispiel von medizinischen Informationen wird der Frage nachgegangen, welche Rolle den verschiedenen Kommunikationsarenen bei der Herstellung von Vertrauen in medizinisches Wissen zukommt. Das Projekt ist Teil des DFG-Schwerpunktprogramms "Wissenschaft und Öffentlichkeit: das Verhältnis fragiler und konfligierender wissenschaftlicher Evidenz" (SPP 1409). Poster zum Projekt (DIN A3, pdf-Datei)

Mittels Gruppendiskussionen und einer Repräsentativbefragung wird untersucht, auf welche Weise medizinische Laien mit Hilfe verschiedener Informations- und Kommunikationsangebote Vertrauen in medizinisches Wissen herstellen und durch welche Indikatoren und rezipienten- und situationsbezogenen Faktoren das Vertrauen beeinflusst wird.
In einem Anschlussprojekt sind zudem ergänzende Fallstudien geplant, um die konkreten Mechanismen von Selektion und Präsentation medizinischen Wissens sowie den situationsbezogenen Umgang von Nutzern mit solchen onlinebasierten Arenen zu untersuchen.

Wie sich die Verbreitung und die Aufnahme von Wissenschaft in der Öffentlichkeit durch die modernen Informationstechnologien verändern, ist die zentrale Frage des Schwerpunktprogramms. Ausgehend von dem immer einfacheren Zugriff auf wissenschaftliche Informationen und den damit verbundenen steigenden Erwartungen an die Problemlösungsfähigkeit von Wissenschaft fragt das Programm nach den Bedingungen und den Prozessen des Wissenschaftsverständnisses bei Laien. In enger Verbindung von Kommunikationswissenschaft, Wissenschaftssoziologie, Psychologie, empirischer Pädagogik und naturwissenschaftlicher Fachdidaktik will das Programm zunächst die wissenschaftsbezogene Informationssuche im Internet systematisch analysieren. Weitere Themenschwerpunkte sind die Rezeption von Wissenschaft in Massenmedien und Unterhaltungsangeboten sowie die Vermittlung wissenschaftlicher Denkweisen und Erklärungsmuster in Museen und Schulen.