Gyula Trebitsch

Kurzbiographie

  • geboren am 3. November 1914 in Budapest
  • besucht die Handelsakademie und wird 1932 Volontär in der Budapester Ufa-Niederlassung; dort macht er seinen Abschluss als "Königlich-Ungarischer Kinovorführer"
  • als 22-Jähriger gründet er die "Objektiv Film", die in Budapest Filme mit kleinem Budget dreht und für die Ufa die Publikumsresonanz testet; u.a. produziert er "Ich vertraue Dir meine Frau an", der für den deutschen Markt mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle neu verfilmt wird
  • aufgrund der Arisierung wird Trebitsch im Jahre 1938 aus der Ufa entlassen, vier Jahre danach zum Arbeitsdienst einzogen, später in ein Konzentrationslager eingewiesen
  • im Mai des Jahres 1945 wird er von den amerikanischen Alliierten befreit und erlebt das Kriegsende in Wöbbelin
  • er geht nach Hamburg, wo er 1947 Erna Sander heiratet
  • von den Briten erhält er die Lizenz zum Betrieb von zwei Kinos in Itzehoe
  • 1947 gründet er zusammen mit Walter Koppel die "Real Film GmbH", die künstlerisch anspruchsvolle Filme produziert; u. a. verhilft er Zarah Leander und Hans Albers zum Comeback
  • produziert über 100 Filme (u.a. "Des Teufels General" mit Curd Jürgens und "Der Hauptmann von Köpenick" mit Heinz Rühmann)
  • im Jahre 1952 produziert Trebitsch einen Wahlkampffilm für Helmut Schmidt; es entsteht eine Freundschaft mit Loki und Helmut Schmidt
  • "Der Hauptmann von Köpenick" wird 1957 für den Oscar nominiert
  • gründete 1959 zusammen mit der "Norddeutschen Werbefernsehen und Werbefunk GmbH" (NWF) die "Real Film Atelierbetriebsgesellschaft mbH", die ein Jahr später in "Studio Hamburg Atelierbetriebsgesellschaft mbH" umbenannt wird
  • die Trebitsch Firmengruppe unterhält technische Dienstleistungsunternehmen, verschiedene Betriebe für die Produktion sowie für den Handel mit Filmen und TV-Programmen
  • im Jahre 1980 scheidet Trebitsch aus der Geschäftsführung aus, bleibt aber mit der "Trebitsch Produktion Holding GmbH & Co. KG" weiterhin als freier Produzent tätig
  • er erhält 1997 den von ARD und ZDF vergebenen Preis "Telestar" für sein Lebenswerk
  • den Ehrenpreis des "Deutschen Filmpreises" bekommt er 2000
  • 2003 verleiht ihm die "Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V." (SPIO) für seine außerordentlichen Verdienste um die deutsche Filmwirtschaft die Ehremedaille
  • als Zeitzeuge gibt er Auskunft über seine Zeit als Verfolgter des Nationalsozialismus
  • Trebitsch und seine im Jahre 1991 verstorbene Frau haben drei Kinder (Markus, Katharina und Ulrike)
  • gestorben am 12. Dezember 2005 in Hamburg
Peter von Rüden führte am 12. September 2003 mit Herrn Trebitsch ein ausführliches Gespräch über seine Jugend in Ungarn, seine Erfahrungen während der nationalsozialistischen Herrschaft und seine Anfänge im deutschen Nachkriegsfilm. In Auszügen sendete NDR Info in der Reihe "Der Talk" das Gespräch am 24. Oktober 2004.