Wissenstransfer, Beratung und Serviceangebote

Kern der Institutsarbeit ist die wissenschaftliche Forschung. Daneben ist der Transfer zwischen der Wissenschaft und der Praxis ein Hauptanliegen der Institutsarbeit. Bei der Vermittlung von Forschungsergebnissen werden deshalb sowohl die wissenschaftlichen Medien insgesamt als auch Formen genutzt, die auf ein breiteres oder spezielleres Publikum zugeschnitten sind. Hierzu zählen Veranstaltungen (Diskussionsrunden, Kompaktseminare oder Workshops etc.) ebenso wie Kurzgutachten und Expertisen.

Zu den ständigen Serviceleistungen des Instituts zählen die Bibliothek und die wissenschaftliche Fachzeitschrift "Medien & Kommunikationswissenschaft". Die Website des Instituts bildet ein Portal zu den neuesten Informationen über die aktuelle Forschungstätigkeit, die Publikationen und Veranstaltungen. 

Die folgenden Beispiele belegen die Relevanz der Arbeiten des Instituts im Berichtszeitraum für Akteure in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Transfer an Medienpolitik und -praxis

Viele der Projekte des Instituts haben schon von ihrer Konzeption her einen – unterschiedlich stark ausgeprägten – Anteil an Transferleistung; deutlich wird dies etwa bei den Aktivitäten zum Internet als "Leitmedium" und den Arbeiten zum Jugendmedienschutz.

Beispielhaft für Bemühungen des Instituts, zur Problemlösung in dem von ihm beobachteten Gesellschaftsbereich beizutragen, sollen folgende Themen benannt werden, in denen das Institut im Zeitraum 2009/2010 umfangreiche Transfer- und Serviceleistungen erbracht hat.

Anpassung der Medienordnung an Internet-vermittelte Kommunikation

Das Internet als technische Plattform, auf der ganz unterschiedliche – mediale und nicht mediale – Angebote zu finden sind, setzt die Medienordnung an verschieden Stellen unter Druck. Das Institut unterstützt die Medienpolitik mit Expertise, für die damit verbundenen Fragen Lösungen zu finden, etwa durch folgende Aktivitäten:

  • Bereits das wissenschaftliche Gutachten zum  Kommunikations- und Medienbericht der Bunderegierung bot Anlass, das Wissen über Veränderung öffentlicher Kommunikation für die politische Diskussion aufzubereiten. Mit dem Projekt „Leitmedium Internet?“ wurde dies im Berichtszeitraum – wiederum für den Bundestag – vertiefend fortgesetzt.
  • W. Schulz gehört als Sachverständiger der im April 2010 eingesetzten Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages an. Die Enquete-Kommission will sich in den nächsten zweieinhalb Jahren mit den Chancen und Herausforderungen der „digitalen Gesellschaft“ befassen.
  • Zudem nehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an verschiedenen formellen und informellen Gesprächsrunden teil, wie etwa „Medien und Meer“ der Staatskanzlei Schleswig-Holstein am 29. April 2010.

Jugendmedienschutz

Das Institut hat bereits im Jahr 2007/2008 das Jugendmedienschutzsystem evaluiert, dabei grundsätzlich seine Effektivität bestätigt, aber auch auf zahlreiche Stellen verwiesen, bei denen es Raum für Optimierung gibt. Die Befunde wurden auf Bund- und Länderebene diskutiert; Ende 2009 haben die Länder schließlich eine Novelle des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages erarbeitet, die allerdings in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wurde und wird. Das Institut begleitete den Prozess nach der Evaluation weiter, v. a. durch folgende Maßnahmen

  • Teilnahme an Anhörungen, etwa auf Einladung der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz am 27. Januar 2010, oder schriftliche Stellungnahmen, so aus Anlass der Einladung zur Anhörung durch den zuständigen Ausschuss im Landtag Sachsen-Anhalt;
  • Mitarbeit am vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (dort H.-E. Hanten) einberufenen Runden Tisch „Jugendschutzprogramme“;
  • Podiumsdiskussionen, wie beispielsweise auf der Jugendmedienschutztagung der ARD, des ZDF sowie der EKD und der katholischen Bischofskonferenz am 26./27. April 2010 beim NDR in Hamburg durch W. Schulz oder dem PolitCamp am 20. März in Berlin durch S. Dreyer.
  • verschiedene Vorträge, wie etwa „Vernetzt oder verfangen in virtuellen Welten. Chancen, Risiken und Nebenwirkungen der Onlinennutzung“, Vortrag von C. Lampert im Rahmen der Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendmedienschutz Hamburg e.V. „In virtuellen Welten unterwegs – Kompetenzen und Risiken für Kinder und Jugendliche“ am 24. Februar 2010 in Hamburg.
  • „Wenn ich nach Hause komme, gehe ich erst einmal ins Internet – Chancen und Risiken der Onlinenutzung als Herausforderungen für die Schule“, Vortrag von C. Lampert im Rahmen der Tagung „Das Ende der Kreidezeit. Ne(x)t Generation learning“ am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) am 17. Mai 2009 in Hamburg.

Über die nationale Debatte hinaus bringt das Institut seine Expertise in Überlegungen ein, die sich mit den Herausforderungen und Realisierungsoptionen von supranationalen Labeling-Systemen beschäftigen. Unter dem Dach der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) haben internationale Experten in den letzten 18 Monaten einen Ansatz für eine globale Labeling-Plattform entwickelt, die neben neuen Formen von Selbstklassifizierungen auch vorsieht, auf das bereits bestehende breite Wissen der nationalen Klassifizierungsstellen aufzubauen.

  • „Jugendmedienschutz zwischen Recht und Nationalgesellschaften: Über die Fülle der kulturellen Hintergründe und regulatorischen Entwicklungspfade in den EU-Staaten“, Vortrag von S. Dreyer im Rahmen der Veranstaltung „Jugendmedienschutz bei Onlinespielen: Zwischen kultureller Vielfalt und nationalen Besonderheiten“ auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland am 4. Mai 2010 in Leipzig.
  • „Power, Decisions and Knowledge: How Labeling Input/Output Will Show to Be the Driving Force in All Supranational Labeling“, Vortrag von S. Dreyer im Rahmen des 21. Transatlantischen Dialogs der LfM am 11. März 2010 in Düsseldorf.
  • „There’s a Train A-coming: Challenges in Implementing a Global Rating System“, Vortrag von S. Dreyer im Rahmen des 19. Transatlantischen Dialogs der LfM auf dem medienforum.nrw am 23. Juni 2009 in Köln.
  • „Labelling Online-Games International: (Best) Practice und Entscheidungspfade“, Vortrag von S. Dreyer im Rahmen des 16. Transatlantischen Dialogs – „Labeling für Online-Games im Web 2.0“ am 7. November 2008 in Köln.

In zahlreichen Vorträgen bei Veranstaltungen für verschiedene Zielgruppen aus Politik, Bildung und Gesellschaft von J.-H. Schmidt, U. Hasebrink und C. Lampert über die Studie des Instituts zum Umgang von Jugendlichen mit dem Social Web wurden auch die Konsequenzen der Befunde dieser Studie für den Jugendmedienschutz diskutiert.

Kontrolle von Meinungsmacht

Seit einigen Jahren wird deutlich, dass das derzeitige System zur Kontrolle vorherrschender Meinungsmacht auch durch seine Fernsehzentrierung an seine Grenzen stoßen kann. Zur wissenschaftlichen Fundierung der Diskussion um die Kontrolle von Medienkonzentration hat das Hans-Bredow-Institut beigetragen durch

  • die Teilnahme von W. Schulz am Panel „Medienkonzentration – Medienvielfalt“ auf der Fachkonferenz „Meinungs-Vielfalt“ von LfM und der Friedrich Ebert-Stiftung (FES) am 29. April 2009 und die Erstellung eines vorbereitenden Kurzgutachtens (s. a. Projekt 5);
  • Beteiligung an Befragung und Workshop des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien zur „Erfassung und Darstellung der Medien- und Meinungsvielfalt in Deutschland“.

Funktionsauftrag öffentlich-rechtlicher Anstalten

Mit dem sog. Drei-Stufen-Test hat der Gesetzgeber ein Verfahren etabliert, das Staatsfreiheit und Europäisches Beihilferecht bei der Konkretisierung des Online-Auftrages der Rundfunkanstalten kompatibilisieren soll. 2009 begann mit der Prüfung des Bestandes an Angeboten der erste große Test bei ARD und ZDF. In diesem Zusammenhang hat eine intensive Debatte zu Qualitätskriterien begonnen. Auch hier war die Expertise des Instituts gefragt:

  • Vortrag von W. Schulz zu den Grundstrukturen des Testes auf einem Seminar der Gremienvorsitzendenkonferenz der ARD am 4. Februar 2009 und von Uwe Hasebrink, ebenfalls bei der GVK, am 15. Dezember 2009 sowie von beiden bei einem Workshop des ZDF-Fernsehrates am 10. Dezember 2009 zu „Qualität im Netz“.
  • Interdisziplinärer Workshop der Technischen Universität Ilmenau und des Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE), Universität Düsseldorf, zum Thema „Öffentlich-Rechtliche Online-Angebote im Drei-Stufen-Test: Bestandsaufnahme und Perspektiven“, Vortrag von W. Schulz zum Status der „Marktlichen Auswirkungen“ am 16. Oktober 2009 in Hamburg.
  • „Nach dem Beihilfekompromiss: Der rechtliche Rahmen für Online-Angebote öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten“, Vortrag von T. Held auf der Jahrestagung der Fachgruppe Medienökonomie der DGPuK zum „Public Value in der Digital- und Internetökonomie“ am 13. November 2009 in Hamburg.

Reform der Urheberrechtsordnung

Das Institut hat – abgesehen von dem umfangreichen Schaffen des assoziierten Mitarbeiters T. Kreutzer – bislang eher wenig zum Urheberrecht gearbeitet. Nun wird im Zuge der Reformdiskussion zum einen deutlich, dass die Regulierungs- oder „Governance“ Perspektive auch in diesem Feld an Bedeutung gewinnt, zum anderen, dass die Regelungsmaterien des Kommunikationsrechts zunehmend nur im Zusammenhang angemessen betrachtet werden können. Das Institut bringt sich daher zunehmend auch in diese Reformdebatte ein.

  • Mit der Innovationswerkstatt hat das Institut eine neue Arbeitsform ausprobiert, die ganz darauf zugeschnitten ist, Handlungsoptionen für die Politik zu erarbeiten und zu bewerten. Input liefern interdisziplinäre interne Workshops und offenere Praxisworkshops; weitere Anregungen soll ein internationaler Beraterkreis vermitteln.
  • Vorstellung der Überlegungen zum Urheberrecht etwa im Kreis der Rundfunkreferenten am 6. Mai 2010 in Berlin und auf der gemeinsamen Veranstaltung mit der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein und der Handelskammer Hamburg am 3. Juni 2010, „Wer verdient mit welchem Recht? Digitale Herausforderung für Urheber, Verwerter und Nutzer“ in Hamburg.

Daten- und Persönlichkeitsschutz in Social Media

Die vermehrte Nutzung von Social Networks durch Heranwachsende führt zu einem erhöhten Bedarf nach datenschutzrechtlichen wie persönlichkeitsrechtlichen Einschätzungen, insbesondere auf Seiten von Kinder- und Jugendeinrichtungen. Das Institut zeigt hier im Rahmen von Vorträgen den Status quo sowie die neuen rechtlichen Herausforderungen auf:

  • „Unbequem, sperrig, unausweichlich – Über die verfassungsrechtliche Notwendigkeit eines spezifischen Jugenddatenschutzes und seine praktischen Konsequenzen“, Vortrag von S. Dreyer im Rahmen der re:publica 2010 am 15. April 2010 in Berlin.
  • „Ich klicke, also bin ich – Datenschutz und Datensicherheit in virtuellen Räumen“, Vortrag von S. Dreyer im Rahmen der Fachtagung „In virtuellen Welten unterwegs. Kompetenzen und Risiken für Kinder und Jugendliche“ der AG Kinder- und Jugendschutz Hamburg e.V. am 24. Februar in Hamburg.
  • „Persönliche Öffentlichkeiten und Privatsphäre“, Vortrag von J.-H. Schmidt im Panel „Datenschutz – Unbekanntes Verbraucherrecht in sozialen Netzwerken?“ beim Verbraucherpolitischen Kongress am 18. November 2009 in Hamm.

Wandel der Mediennutzung

Zu den für Medienpolitik wie Medienpraxis entscheidenden Fragen gehört, wie sich angesichts der digitalisierten Medienumgebungen der Umgang der Menschen mit den Medien verändert. Neben dem in diesem Bereich angesiedelten und von der DFG geförderten Grundlagenprojekt zu Medienrepertoires erarbeitet das Institut in direkter Kooperation mit Medienunternehmen und anderen Institutionen aus dem Medienbereich Synopsen des vorliegenden internationalen Forschungsstands und diskutiert die sich daraus ergebenden Perspektiven. So untersuchte das Institut 2009 in einer Expertise für das ZDF Erscheinungsformen und Angrenzungen linearen und nicht-linearen Fernsehens. Die Ergebnisse dieser Forschung sind in verschiedene Tagungen, Workshops und Fortbildungen mehrerer Institutionen eingeflossen.

Transfer ins Ausland

Zunehmend ist die Expertise des Instituts auch im Ausland gefragt. Dabei geht es vor allem um Fragen nach der Rolle der Medien im Demokratisierungsprozess, aber auch um die regulatorische Reaktion auf Medienkonvergenz. Das Institut hat hier – neben den naturgemäß engen Kontakten zu anderen europäischen Staaten – einen Schwerpunkt im asiatisch-pazifischen Raum gesetzt. Das Institut hat zu diesen Diskussionen beigetragen durch

  • einen Vortrag von W. Schulz zu „Demokratie und Medien“ im Senat, dem Oberhaus des Thailandischen Parlaments, am 28. Mai 2009 in Bangkok;
  • einen Workshop unter Beteiligung von W. Schulz beim thailändischen Public Service Broadcaster ThaiPBS am 28. Mai 2009 in Bangkok;
  • Vorträge von W. Schulz und S. Heilmann im Rahmen des Seminars „Creating an Enabling Regulatory Framework for Community Radio“ bei der National Telecommunications Commission (NTC) am 20. November 2009 in Bangkok;
  • einen Vortrag von W. Schulz zur „Incentive based Regulation“ bei der Australian Communications and Media Authority am 24. Februar 2010 in Sydney;
  • ein Expertengespräch mit S. Heilmann zu Onlineaktivitäten öffentlich-rechtlichen Rundfunks am 3. März 2010 bei der ABC in Sydney;
  • mehrere Gespräche mit Wissenschaftlern aus Südkorea (etwa mit Vertretern der Korea Press Foundation), wo die Einführung von Regelungen zur Verhinderung vorherrschender Meinungsmacht geplant ist, die sich in Teilen an das deutsche System anlehnen.

Dazu beteiligt sich das Institut an der Diskussion über die internationale Kommunikationsordnung durch die Mitgliedschaft von W. Schulz im Fachausschuss Information/Kommunikation der Deutschen UNESCO-Kommission.

Transfer an andere gesellschaftliche Gruppen

Das Hans-Bredow-Institut möchte seine Forschungsergebnisse nicht nur für Medienpolitik und -praxis, sondern auch für andere gesellschaftliche Gruppen fruchtbar machen. Es richtet sich daher auch an eine breitere Öffentlichkeit, u. a. mit folgenden Veranstaltungen und Publikationen:

Digitale Spiele und Onlinewelten

Computerspiele stellen einen Wirtschaftszweig dar, der aufgrund der vermehrten Nutzung von Spielen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Diskussion um die möglichen Wirkungen von Computerspielen auf ihre Nutzer ist in der Öffentlichkeit weiterhin präsent. Das Hans-Bredow-Institut hat seine Aktivitäten in einem Forschungsschwerpunkt zum Thema „Digitale Spiele und Onlinewelten“ gebündelt, in dem aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen Expertise in diesem Forschungsfeld erarbeitet und an Interessierte vermittelt werden soll. Die Basis bilden die thematisch einschlägigen Projekte, etwa zur Evaluation des Jugendmedienschutzes, insbesondere im Bereich der Video- und Computerspiele, sowie zur exzessiven Nutzung von Computerspielen.
Darüber hinaus hat das Institut zu einem besseren Verständnis des neuen „Mediums“ beigetragen durch

  • die Teilnahme von U. Hasebrink an der Expertenanhörung zum Abhängigkeits- und Suchtpotential von Computerspielen der Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen am 8. Juni 2009 in Hannover;
  • die inhaltliche Konzeption und Organisation der Games Convention Online Conference 2009. Die erste internationale Dialog-Konferenz zu Online-, Browser- und Mobile-Games ermöglichte einen fruchtbaren Austausch von Sichtweisen, Erkenntnissen und Selbstverständnissen zwischen Wissenschaft, Industrie und Politik. Auch 2010 unterstützt das Institut die Games Convention Online 2010 inhaltlich.

Veranstaltungsreihe „nachgedacht – Geisteswissenschaften in Hamburg“

Im Jahr der Verfassungsjubiläen 2009 beteiligte sich das Institut an der Veranstaltungsreihe „nachgedacht. Geisteswissenschaften in Hamburg – 60 Jahre Grundgesetz“. Vom 24. März bis 19. Mai 2009 widmete sich die Reihe an fünf Abenden exemplarisch den juristischen, gesellschaftlichen, politischen Dimensionen des Grundgesetzes wie auch dessen künstlerisch gestalteter Rezeption.

Das Hans-Bredow-Institut bestritt den dritten Abend der Veranstaltungreihe: Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann-Riem, bis 2008 Richter des Bundesverfassungsgerichts und Ehrenmitglied im Direktorium des Instituts, gab zusammen mit Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts, Einblick in die Arbeit des Verfassungsgerichts zur Meinungsfreiheit, wie sie Artikel 5 des Grundgesetzes garantiert, und zeigte an den Verfassungsgerichtsurteilen zur Meinungsfreiheit, wie eine Verfassung „lernt“.

Informationen zu den einzelnen Themen, Terminen und Dozenten sowie über die teilnehmenden Institutionen finden sich unter www.nachgedacht-hamburg.de. Beteiligte Institutionen waren neben dem Institut die Akademie der Wissenschaften in Hamburg, die Bucerius Law School, das Hamburger Institut für Sozialforschung, die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung, die Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky sowie die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Die Veranstaltungen waren kostenlos und für jedermann zugänglich. 

Mediensozialisation und Medienkompetenz

Gerade in diesem Themenbereich sind Vernetzung und Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen auch über die Expertenzirkel hinaus von herausragender Bedeutung. Insbesondere im Zusammenhang mit den Projekten EU Kids Online und „Heranwachsen mit dem Social Web“ haben Claudia Lampert, Jan-Hinrik Schmidt und Uwe Hasebrink eine Vielzahl von Vorträgen und Weiterbildungsveranstaltungen in den unterschiedlichsten institutionellen Kontexten bestritten. Beispiele hierfür sind:

  • „Lagerfeuer der Zukunft – Wer fesselt die Digital Natives?“, Vortrag von U. Hasebrink und Leitung eines Panels im Rahmen des Stuttgarter Medienkongresses am 3. Mai 2010 in Stuttgart;
  • „Das Social Web im Alltag Jugendlicher“, Vortrag von U. Hasebrink beim Forum Kommunikationskultur der GMK zum Thema „Stream your life!?“ am 21. November 2009 in Berlin (gemeinsam mit I. Paus-Hasebrink);
  • „Heranwachsen mit dem Social Web. Zur Rolle von Web 2.0-Angeboten im Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen“, Vortrag von U. Hasebrink bei der Medienpädagogischen Fachtagung der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) am 23. September 2009 in Düsseldorf (gemeinsam mit I. Paus-Hasebrink);
  • „Die Nutzung sozialer Netzwerke im Internet durch Jugendliche“, Vortrag von U. Hasebrink bei der Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung „In Netzen gefangen?! Jugendliche in virtuellen communities“ am 16. September 2009 in Berlin;
  • „EU Kids Online – Ergebnisse eines europäischen Forschungsverbundes“, Vortrag von U. Hasebrink und C. Lampert im Rahmen des Medienforums NRW am 24. Juni 2009 in Köln;
  • „Das Web 2.0 und seine Bedeutung für die politische Bildung“, Vortrag von J.-H. Schmidt beim Roundtable der Bundeszentrale für politische Bildung am 27. Mai 2009 in Berlin;
  • „Neue Öffentlichkeiten im Social Web“, Vortrag von J.-H. Schmidt im Rahmen der Veranstaltung „User-ignored Content. Journalismus für die Generation Internet“ des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik, des Medienbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland und des Hessischen Rundfunks am 25. Juni 2009 in Frankfurt
  • „Das Internet. Bestandsaufnahme, Praktiken und Konsequenzen“, Vortrag von J.-H. Schmidt im Rahmen der Fachtagung „Das Zeitalter des Internets bricht gerade erst an – ein Blick in die Zukunft“ der Evangelischen Akademie im Rheinland am 7. November 2009 in Bonn;
  • „Ich bin drin. Heranwachsen mit dem Social Web“, Vortrag von J.-H. Schmidt bei der „Fachtagung Jugendpastoral“ des Bischöflichen Generalvikariats Münster am 12. April 2010 in Gemen.

Zudem ist das Hans-Bredow-Institut zusammen mit zentralen medienpädagogische Einrichtungen – namentlich der Kommission Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, der Fachgruppe Medienpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) sowie dem JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis – Mitunterzeichner des Medienpädagogischen Manifest „Keine Bildung ohne Medien!“. Gefordert wird darin eine dauerhafte und nachhaltige Verankerung der Medienpädagogik in allen Bildungsbereichen.

Medienanfragen

Die Institutsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter stehen für die Beantwortung von Anfragen nach Literatur, Sachinformationen und Referenten und als Beratungsinstanz in Forschungsfragen zur Verfügung. Diese Art des „informellen“ Services wird von den Bezugsgruppen oft genutzt und intensiv auch von Journalistinnen und Journalisten in Anspruch genommen, für die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts begehrte Gesprächspartner darstellen. Dabei geht es oftmals um die fachliche Einschätzung aktueller Medienentwicklungen in Interviews für das Fernsehen, den Hörfunk, in Online-Angeboten oder in der Presse, häufig aber auch um Hintergrundgespräche mit Redaktionen, Nachrichtenagenturen und Verbänden.

Es gehört zum Selbstverständnis des Instituts, soweit wie möglich für derartige Anfragen offen zu sein, aber nicht zu jeder Frage selbst Stellung zu nehmen; oft wird auch durch Verweis auf einschlägige Kolleginnen und Kollegen oder Hintergrundinformationen geholfen.