»Ich sehe was, was du nicht siehst«: Babys – Fernsehen – Gehirnentwicklung

Ein Fachgespräch am Mittwoch, dem 7. Oktober 2009, veranstaltet von der Hamburger Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG), Fachabteilung Gesundheitsberichterstattung und Gesundheitsförderung, und dem Hans-Bredow-Institut, unterstützt von der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG) und TIDE TV. Ort und Zeit: 15:00 bis 18:00 Uhr im TIDE TV Studio, Mediencampus Finkenau, Finkenau 35, 22081 Hamburg.

Immer wieder machen Hebammen, Kinderkrankenschwestern und andere, die eng mit Familien arbeiten, darauf aufmerksam, dass bereits Säuglinge zunehmend vor dem Fernseher „geparkt“ würden. Dies geschieht vielfach in vermeintlich bester Absicht: die Kinder seien „so schön ruhig“. Balsam für die Seele von Eltern und Kind, vor allem bei sehr aufgeweckten oder unruhigen Kindern. Ist dem so?

Vielfach plädieren Fachleute dafür, Kinder im Alter bis zu drei Jahren möglichst ganz von audiovisuellen Medien fernzuhalten. Sie würden mit zu vielen Reizen überflutet, die sie noch nicht verarbeiten können. Zudem würde eine Bindung zu den realen Bezugspersonen in den ersten Lebensmonaten behindert.

Die Fachabteilung Gesundheitsförderung der Hamburger Gesundheitsbehörde hat dieses Thema zusammen mit dem Hans-Bredow-Institut für Medienforschung im Rahmen eines Fachgesprächs aufgegriffen und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Im Anschluss an den Impulsvortrag gab es die Gelegenheit, das Thema mit Hamburger Expertinnen und Experten aus den Bereichen Kinderpflege und -gesundheit, Suchtprävention, Medienwissenschaften zu diskutieren. Abschließend lud ein Imbiss zum informellen Austausch ein.

Die Veranstaltung wendete sich an Professionelle aus den Bereichen Gesundheit, Familie, Kinder und Soziales – kurz an alle, die für einen gesunden Start in Leben wichtig sind.

Programm

Ab 15:00   
Ankommen

15.30
Begrüßung
Staatsrätin Dr. Angelika Kempfert (BSG) (angefragt)
Dr. Claudia Lampert (Hans-Bredow-Institut)

15:45
Babys – Fernsehen – Gehirnentwicklung: Einblicke in das Gehirn kleiner Zuschauer
Dr. Claudia Friedrich (Universität Hamburg)

16:30
Diskussion zwischen Publikum und Hamburger Expert/innen
Babys vor dem Bildschirm - Chance oder Gefahr für die frühkindliche Entwicklung?
Gesundheitsförderung/Public Health: Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer MPH (UKE)
Kindergesundheit: Dr. med. Stefan Renz für den BV der Kinder- und Jugendärzte, LV Hamburg
Suchtprävention: Irene Ehmke, Büro für Suchtprävention
Kommunikationswissenschaft: Dr. Claudia Lampert, Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg

17:30    
Imbiss und Austausch

Moderation: Birgit Langhammer

Infos zu den Hamburger Expertinnen und Experten

Dr. Claudia Friedrich ist Neuropsychologin an der Universität Hamburg und befasst sich u.a. mit der Sprachentwicklung von Kindern. In ihrem Impulsvortrag wird sie das Wunder der kindlichen Gehirnentwicklung skizzieren und erläutern, welche Auswirkungen die Mediennutzung im frühen Kindesalter haben kann.

Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer hat im Frühjahr 2008 die Professur für Gesundheitswissenschaften & Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie die Direktion der Forschungsgruppe “Child Public Health” am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf angetreten. Sie ist Koordinatorin verschiedener nationaler und internationaler Studien zur Kindergesundheit.

Dr. med. Stefan Renz ist Kinderarzt und Kinderkardiologe mit Praxis in Hamburg Eimsbüttel und vertritt heute den BV der Kinder- und Jugendärzte

Irene Ehmke ist Diplom-Pädagogin und arbeitet im Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) im Bereich Suchtprävention mit Kindern und Familie.

Dr. Claudia Lampert ist wissenschaftliche Referentin am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte liegt im Bereich der Mediensozialisation und Medienpädagogik. Im Rahmen verschiedener Projekte befasst sie sich mit der Rolle der (digitalen) Medien in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen.