Projektergebnisse: Jugendmedienschutz aus Sicht der Eltern

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Drei Viertel aller Eltern, deren Kinder das Internet nutzen, machen sich Sorgen über deren Mediennutzung. Ebenso viele beurteilen die bestehenden Jugendschutz-Maßnahmen als zu lasch. Dies ergab die Studie „Jugendmedienschutz aus Sicht der Eltern“ des ZDF und des Hans-Bredow-Instituts, die am 1. Dezember in Mainz auf der Tagung "Quo vadis Jugendmedienschutz?" vorgestellt wurde.

Die größte Gefahr für ihre Kinder sehen die Eltern in Bezug auf das Internet. Über 80 Prozent der Eltern von Kindern zwischen 12 und 15 Jahren machen sich Sorgen wegen der Internetnutzung, viele von ihnen sind sehr besorgt. Befürchtet werden vor allem Risiken wie Gewalt, vulgäre Sprache sowie verstörende oder beängstigende Inhalte, aber auch Datenmissbrauch, versteckte Kosten, Aufforderungen zu Handlungen, deren Konsequenzen das Kind noch nicht absehen kann, sexuelle Belästigung und Pornografie. Die angesprochenen Sorgen beruhen auch auf tatsächlichen Erfahrungen: Gut die Hälfte der Eltern gibt an, dass ihr Kind aus ihrer Sicht bereits mit mindestens einem der genannten Bereiche unangenehme Erfahrungen gemacht hat.

58 Prozent der Eltern haben im Hinblick auf ihre Kinder auch Sorgen bei deren Nutzung von Computerspielen (58%), des Fernsehens (53%) sowie des Handys (39%). Über die Buchlektüre ihrer Kinder machen sich die Eltern am wenigsten Sorgen.

Was halten die Eltern vom Jugendmedienschutz?

Der Jugendmedienschutz hat eine hohe Relevanz bei den Eltern. 79 Prozent der Eltern sind der Meinung, dass Angebote, die auf Kinder und Jugendliche eine beeinträchtigende Wirkung haben können, nicht frei verfügbar sein sollten. Noch häufiger vertreten sie die Auffassung, dass der Jugendmedienschutz vorgeht, auch wenn dies für erwachsene Nutzer unbequem ist. Immerhin drei Viertel empfinden die bestehenden Jugendmedienschutz-Maßnahmen als zu lasch und fordern Verschärfungen; 65 Prozent halten die bestehenden Maßnahmen nicht für effektiv. Die Frage „Sind Sie insgesamt der Meinung, dass Kinder und Jugendliche im Alter Ihres Kindes vor möglichen negativen Einflüssen der Medien geschützt werden sollten?“ wird von 93 Prozent der Eltern bejaht. Selbst bei den Eltern von 16- bis 17-Jährigen sind noch 83 Prozent dieser Meinung – und die, die diese Haltung nicht teilen, unterstützen sie auf Nachfrage zumindest für jüngere Kinder. Es besteht demnach eine weitgehende Übereinstimmung unter den Eltern in Deutschland, dass es einen Schutzbedarf gibt.

Wer ist verantwortlich für den Jugendmedienschutz?

Fast alle Eltern schreiben sich selbst Verantwortung für den Jugendmedienschutz zu. Die Mehrheit der Eltern sieht aber auch Computerspielehersteller, Fernsehveranstalter und Internetanbieter, Politik und Ministerien, die Internetgemeinschaft, Kindergärten und Schulen sowie Jugendämter und andere Behörden in der Mitverantwortung.

Aber auch der Medienkompetenz der Heranwachsenden weisen Eltern eine hohe Bedeutung zu: Drei Viertel sind überzeugt, dass Kinder und Jugendliche im Umgang mit Medien am besten geschützt sind, wenn sie ausreichend informiert sind und wissen, wie sie sich vorsehen können.

Welche Jugendschutzmaßnahmen sind den Eltern bekannt?

Zu den wirksamsten Maßnahmen zählen die Altersangaben auf DVDs, die Sendezeitgrenzen und Ungeeignetheitsansagen im Fernsehen sowie die Altersangaben und Symbole auf Computerspielen, so die Meinung der Eltern, die diese einzelnen Maßnahmen kennen. Als die am wenigsten wirksamen Jugendschutz-Maßnahmen werden die Abfrage des Geburtsdatums und der Personalausweisnummer zur Altersverifikation angesehen. Weitgehend unbekannt ist offenbar die so genannte „Parental Guidance“-Regelung, nach der auch unter 12-Jährige in Begleitung ihrer Eltern im Kino Filme ansehen können, die eigentlich erst ab 12 Jahren freigegeben sind. Sendezeitgrenzen im Fernsehen spielen aus Sicht der Eltern eine maßgebliche Rolle.