Materialien

Links zu deutschen Initiativen im Bereich Gesundheitskommunikation

  • Netzwerk Medien und Gesundheitskommunikation: Vernetzungsinitiative, die seit 2003 die Aktivitäten im Bereich Medien und Gesundheitskommunikation bündelt. Zweimal im Jahr erscheint ein Newsletter.
  • Oskar-Kuhn-Preis: Die BLEIB GESUND STIFTUNG vergibt jährlich den Oskar-Kuhn-Preis an Projekte im Bereich Verbesserung der Gesundheitskommunikation.

Links zu Fachzeitschriften

Repräsentativstudien zum Gesundheitsinformationsverhalten

Insgesamt gibt es nur wenige repräsentative Daten zum Gesundheitsinformationsverhalten. Einige Studien werden von ökonomisch motivierten Kommunikationsagenturen im Bereich Gesundheit und Medizin durchgeführt (z.B. MS&L-Studie, siehe unten). Darüber hinaus bestehende Daten werden meist im Zusammenhang mit Studien erhoben, die das allgemeine Gesundheitsverhalten (z. B. Gesundheitssurveys der Robert-Koch-Instituts) oder die öffentliche Meinung zu gesundheitspolitisch relevanten Themen (z. B. Bertelsmann Gesundheitsmonitor) untersuchen. Im Rahmen der ARD-Medienforschung wurde das allgemeine Gesundheitsinformationsverhalten bislang nur im Zusammenhang mit einer Studie zum ‚Informationsverhalten der Deutschen‘ untersucht – wobei die jüngsten Daten aus dem Jahr 2006 stammen (siehe unten).

Unabhängige Studien, die gezielt das gesundheitsbezogene Informationsverhalten abfragen, gibt es bislang nur auf europäischer Ebene (Eurobarometer 2003, E-Health-Trends 2008). Die repräsentativ durchgeführten Studien auf internationaler Ebene legen einen besonderen Fokus auf die Nutzung des Internets für Gesundheitsinformationen (E-Health-Trends, Befragungen des Pew Research Centers). Eine Ausnahme bildet der für die amerikanische Bevölkerung repräsentative Health Information National Trends Survey (HINTS), der verschiedene Gesundheitsinformationsquellen berücksichtigt.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die uns bekannten Repräsentativbefragungen zum Gesundheitsinformationsverhalten mit Hinweisen zu Publikationen und Internet-Links.

Mindline Media -Studie zu Gesundheitsinformationsquellen 2009

Im Auftrag des Marktforschungsinstituts mindline media wurden 1001 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren in Deutschland, gewichtet nach Region, Geschlecht, Alter und Bildung, zu ihren meistgenutzten Informationsquellen bezüglich Gesundheit und Medizin, befragt. Die Daten wurden mit Hilfe von computergestützten Telefoninterviews anhand eines strukturierten Frageborgens erhoben. Die Ergebnisse der Befragung sind als repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 14 Jahren anzusehen.

MS&L-Gesundheitsstudie 2010

Im Auftrag der PR-Agentur MS&L wurden 1000 Personen, quotiert nach Alter, Geschlecht, Region und Bildung, im Rahmen eines Online-Panels zu ihrer Online-Nutzung bezogen auf das Thema Gesundheit befragt. Zusätzlich wurde durch eine anschließende Faktoren- und Clusteranalyse eine Typologie der Online-Nutzung – bezogen insbesondere auf die Aktivität der Web 2.0-Nutzung – erstellt. Die Ergebnisse der Befragung sind als repräsentativ für die deutsche Online- Nutzerschaft ab 18 Jahren anzusehen.

Gesundheitsmonitor der Bertelsmann Stiftung in Kooperation mit der Barmer GEK

Der Gesundheitsmonitor liefert seit 2001 regelmäßig Daten zur Gesundheitsversorgung in Deutschland. In einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage werden zweimal jährlich Versicherte und einmal jährlich Ärzte befragt.
Genaue Informationen zu Stichprobe und Methode der Umfrage sind verfügbar unter:
http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-B435D147-EAB54B13/bst/hs.xsl/7097_86894.htm

  • Baumann, E. (2006): Auf der Suche nach der Zielgruppe – das Informationsverhalten hinsichtlich Gesundheit und Krankheit als Grundlage erfolgreicher Gesundheitskommunikation. In: Böcken, J.; Braun, B.; Amhof, R.; Schnee, M. (Hrsg.), Gesundheitsmonitor 2006. Gesundheitsversorgung und Gestaltungsoptionen aus der Perspektive von Bevölkerung und Ärzten. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung, S. 117-153.

Telefonischer Gesundheitssurvey des Robert-Koch-Instituts (RKI)

Im Rahmen des bundesweiten Gesundheitsmonitorings führt das Robert Koch-Institut regelmäßig telefonische Gesundheitsbefragungen (GEDA) durch, bei denen unter anderem das Gesundheits- bzw. auch das Informationsverhalten von Menschen Thema ist. Die letzte Telefonbefragung des Robert Koch-Instituts (GEDA) fand vom 14. September 2009 bis Mitte Juli 2010 statt. Dabei wurden insgesamt ca. 23.000 Menschen, die in Deutschland leben und mindestens 18 Jahre alt sind, interviewt. Ein Überblick über die Gesundheitssurveys ist abrufbar unter:
http://www.rki.de/cln_169/nn_1335824/DE/Content/GBE/Erhebungen/Gesundheitsurveys/Geda/Geda__node.html?__nnn=true

  • Borch, S.; Wagner, S. J. (2009): Gesundheitsinformationen – Theoretische Überlegungen und empirische Befunde anhand des telefonischen Gesundheitssurveys. In: Roski, R. (Hrsg.), Zielgruppengerechte Gesundheitskommunikation. 1. Auflage Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 60-86.

BITKOM (2010): Gesundheit im Web

Im Auftrag des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und
neue Medien e.V. (BITKOM) wurden 1.000 Internetnutzer ab 14 Jahren in Deutschland zur Nutzung von Gesundheitsangeboten im Internet befragt.

Eurobarometer 58.0

Einmalige Befragung der European Opinion Research Group zum Gesundheitsinformationsverhalten – repräsentativ für verschiedene europäische Länder: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Öster-reich, Belgien, Dänemark, England, Niederlande, Luxemburg, Finnland, Schweden, England, Irland, Griechenland und Portugal.

E-Health Trends in Europe

Einmalig durchgeführte Studie zum Gesundheitsinformationsverhalten im Internet. Die Daten wurden durch computergestützte Telefoninterviews gesammelt. Die Stichprobe umfasst 14956 Personen aus sieben europäischen Ländern: Deutschland, Dänemark, Griechenland, Lettland, Norwegen, Polen und Portugal. Die Befragung wurde zunächst 2005 durchgeführt und dann 2007 wiederholt. 

  • Kummervold, P.; Chronaki, C. E.; Lausen, B. (2008): eHealth Trends in Europe 2005-2007: A Population-Based Survey. In: Journal of  Medical Internet Research, 10(4): e42. Online verfügbar unter: http://www.jmir.org/2008/4/e42/ [21.04.2011]

HealthEngagement Barometer 2010

Das Edelman Health Barometer 2010 berichtet zum zweiten Mal über das Gesundheitsinformations-verhalten. Insgesamt wurden 15257 Erwachsene (über 18 Jahre) aus 11 Ländern mittels Online-Interviews befragt. Die Daten sind bevölkerungsrepräsentativ für Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, England und USA und repräsentativ für die Onlinenutzer in Brasilien, China,  Mexiko und Indien.

‚Informationsverhalten der Deutschen‘ im Auftrag des SWR

In der Studie zum ‚Informationsverhalten der Deutschen‘ wurden 2004, 2005 und 2006 bundesweit 1200 Personen ab 14 Jahre in deutschsprechenden Privathaushalten telefonisch befragt. Die Studie enthält Daten zum Interesse und zur Wahrnehmung von Gesundheitsthemen in den Medien.

  • Blödorn, S.; Gerhards, M.; Klingler, W. (2006): Informationsnutzung und Medienauswahl 2006. Ergebnisse einer Repräsentativbefragung zum Informationsverhalten der Deutschen. In: Media Perspektiven, H. 12, S. 630–638.
  • Blödorn, S.; Gerhards, M.; Klingler, W. (2005): Informationsnutzung und Medienauswahl. Ergebnisse einer Repräsentativbefragung zum Informationsverhalten der Deutschen. In: Media Perspektiven, H. 12, S. 638-646.
  • Blödorn, S.; Gerhards, M. (2004): Informationsnutzung und Medienauswahl. Ergebnisse einer Reprä-sentativbefragung. In: Media Perspektiven, H. 1, S. 2-14.

Studien des Pew Research Center

Die unabhängige Non-Profit-Organisation ‚Pew Research Center‘ führt regelmäßig Studien zur gesundheitsbezogenen Nutzung des Internets durch. Die Organisation stellt neben Auswertungen auch die Fragebögen und die Daten im SPSS-Format für eigene Auswertungen zur Verfügung. Die zahlreichen Studien verwenden unterschiedliche Methoden. Überwiegend werden Onlinebefragungen und Telefonbefragungen zur Datenerhebung eingesetzt. Teilweise werden auch Überblicksberichte publiziert, die Daten aus verschiedenen  Erhebungen zusammenfassen. Die Stichproben sind in der Regel repräsentativ für die US-amerikanische Bevölkerung bzw. zum Teil repräsentativ für die US-amerikanischen Internetnutzer. Im Zentrum der Studien steht die gesundheitsbezogene Nutzung des Internets bzw. die Nutzung spezifischer Onlineanwendungen.

Health Information National Trends Survey (HINTS)

Der Health Information National Trends Survey ist ein zweijährige Querschnittsstudie, die repräsentativ für die US-amerikanischen Erwachsenen die Nutzung von Gesundheitsinformationen erhebt. HINTS hat über das allgemeine Gesundheitsverhalten und die gesundheitsbezogene Nutzung von Informationen hinaus einen Fokus auf Krebsprävention und krebsbezogenem Informationsverhalten. Bislang gibt es drei Wiederholungen von HINTS: 2003, 2005 und 2007.
HINTS stellt die Fragebögen und Daten zur weiteren wissenschaftlichen Auswertung zur Verfügung: http://hints.cancer.gov/ [21.4.2011]

  • Atkinson, N. L.; Saperstein, L. S.; Pleis, J. (2009): Using the Internet for Health-Related Activities: Findings From a National Probability Sample. In: Journal of Medical Internet Research, Jg. 11, H. 1, S. e4.
  • Nelson, D. E.; Kreps, G. L.; Hesse, B. W. u. a. (2004): The Health Information National Trends Survey (HINTS): development, design, and dissemination. In: Journal of Health Communication, Jg. 9, H. 5, S. 443–460.
  • Niederdeppe, J.; Frosch, D. L.; Hornik, R. C. (2008): Cancer news coverage and information seeking. In: Journal of Health Communication, Jg. 13, H. 2, S. 181–199.
  • Rains, S. A. (2007): Perceptions of traditional information sources and use of the world wide web to seek health information: findings from the health information national trends survey. In: Journal of Health Communication, Jg. 12, H. 7, S. 667–680.
  • Rutte, L. J.; Squiers, L.; Hesse, B. (2006): Cancer-Related Information Seeking: Hints from the 2003 Health Information National Trends Survey (HINTS). In: Journal of Health Communication, Jg. 11, H. 1, S. 147–156.

Annenberg National Health Communication Survey (ANHCS)

Der Annenberg National Health Communication Survey (ANHCS) erhebt seit 2005 monatlich Daten zum Thema Gesundheitskommunikation und deren mögliche Auswirkungen, die repräsentativ für die US-amerikanischen Erwachsenen sind. Die Daten werden jährlich auf der Website des ANHCS publiziert bzw. zur weiteren wissenschaftlichen Auswertung zur Verfügung gestellt: http://anhcs.asc.upenn.edu/.

  • Ball-Rokeach S. J. & Wilkin, H. (2009). Ethnic Differences in Health Information Seeking Behavior: Methodological and Applied Issues. Communication Research Reports 26, No. 1, February 2009, pp. 1-8.
  • Bleakley, A., Fishbein, M., & Holtgrave, D. (2008). An assessment of the relationship between condom labels and HIV-related beliefs and intentions. AIDS and Behavior; 12(3): 452-458.
  • Bleakley, A., Hennessy, M., & Fishbein, M. (2006). Public Opinion on Sex Education in US Schools. Archives of Pediatric and Adolescent Medicine, 160: 1151-1156.
  • Hennessy M, Bleakley A, Busse P, Fishbein M (2008). What is the Appropriate Regulatory Response to Wardrobe Malfunctions? Fining Stations for Television Sex and Violence. Journal of Broadcasting and Electronic Media, 52: 387-407.
  • Leader, A., Weiner, J., Kelly, B., Hornik, R., & Cappella, J.N. (2009). Effects of Information Framing on Human Papilloma Virus vaccination. Journal of Women'S Health.
  • Lee, C-J. (2008): Does the Internet displace health professionals? Journal of Health Communication, 13(5): 450-464.
  • Lee, C-J & Hornik, R.C (2009). Physician trust moderates the Internet use and physician visit relation-ship. Journal of Health Communication, 14(1):70-6.
  • Martinez, L.S., & Lewis, N. (2009). The role of the media in shaping public opinion surrounding pre-scription drug use to treat depression and anxiety disorders in children: Possible side effects may include... Journal of Health Communication, 14(3):246-261.
  • Schnoll, R.A., Hornik, R., Schiller, J., & Lerman C. (2007). Spiral CT and lung cancer: Science, the media, and public opinion. Journal of Clinical Oncology, 25(36): 5695-5697.
  • Strasser, A. A., Tang, K. Z., Tuller, M. D., Cappella, J. N. (2008). PREP advertisement features affect smokers’ beliefs regarding potential harm. Tobacco Control. 17: i32 - i38.
  • Wong, N. C. H., & Cappella, J. N. (2009): Anti-smoking threat and efficacy appeals: Effects on smoking cessation intentions for smokers low and high in readiness to quit. Journal of Applied Communication Research, 37(1): 1-20.