Über das FTZ
Kurzbeschreibung
Digitale Spiele und Onlinewelten besitzen in vielfacher Hinsicht gesellschaftliche Relevanz. Sie bieten Gelegenheiten, sich spielerisch mit anderen Menschen zu messen, mit ihnen zu interagieren und zu kommunizieren. Indem sie mehr und mehr den Alltag durchdringen, nehmen sie auf unsere Realitätswahrnehmung Einfluss: Die stark steigenden Nutzerzahlen sind nicht nur Beleg für die Popularität entsprechender Angebote, sondern lassen auch Öffentlichkeiten entstehen, in denen Informationen verbreitet werden und Wissen geschaffen wird.
Das Forschungs- und Transferzentrum „Digitale Spiele und Onlinewelten“ des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung erforscht die Nutzung, den Umgang und die Funktionen digitaler Spiele und Onlinewelten sowie deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Forschungsgegenstände sind sowohl Darstellungen und soziale Prozesse im Spiel bzw. in der Onlinewelt als auch Aspekte der äußeren Rahmenbedingungen von Spiel und Nutzung.
Auf Grundlage unabhängiger und interdisziplinärer Forschung werden die kommunikationswissenschaftlichen, soziologischen, medienpädagogischen, ökonomischen und rechtswissenschaftlichen Fragestellungen untersucht, die sich in diesem Bereich ergeben. Die im Rahmen der Forschung gewonnenen Erkenntnisse werden interessierten Personen und Gruppen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in praxisnaher und verständlicher Weise zur Verfügung gestellt.
Struktur und Arbeitsweise
Das Forschungs- und Transferzentrum will mit Grundlagenforschung sowie mit angebots- und bereichsspezifischen Untersuchungen zu einem besseren Verständnis der verschiedenen sozialen, marktwirtschaftlichen und regulativen Faktoren beitragen, die digitale Spiele und Onlinewelten prägen.
Maßgebend für die Arbeit des Forschungs- und Transferzentrums sind die folgenden Prinzipien:
- Das Forschungs- und Transferzentrum betreibt hochqualitative akademische Forschung, die unabhängig, interdisziplinär, methodisch offen, international und kritisch ist.
- Es begleitet den öffentlichen Diskurs über einschlägige Fragestellungen und leistet Erkenntnis- und Ergebnistransfer in die Bereiche Industrie, Politik und Gesellschaft.
- Es bildet und pflegt nationale und internationale Forschungsnetzwerke und -kooperationen mit Experten aus Forschung, Industrie, Politik und mit NGOs.
- Es unterstützt die Aus- und Weiterbildung von Studierenden und Praktikern über Lehrangebote und gibt Nachwuchswissenschaftlern die Gelegenheit, ihre Forschungsvorhaben zu betreiben.
Die Erforschung der teils noch jungen Phänomene im Bereich von digitalen Spielen und Onlinewelten aus einer einzelnen wissenschaftlichen Perspektive wird der großen Palette an Angebots- und Nutzungsaspekten kaum gerecht werden können. Das Forschungs- und Transferzentrum wählt daher eine interdisziplinäre Arbeitsausrichtung, in der die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Praktikerinnen und Praktiker unterschiedliche Perspektiven einbringen: Kommunikationswissenschaftler, Soziologen, Medienpädagogen, Ökonomen und Rechtswissenschaftler arbeiten gemeinsam an den Forschungsaktivitäten der Einrichtung. Durch Projekt- bzw. Koordinationstreffen und Forschungskolloquien wird ein reger Austausch der verschiedenen Forschungsansätze und -perspektiven sichergestellt.
Das Forschungs- und Transferzentrum beabsichtigt, die bereits auf individueller Ebene bestehenden Kontakte von Mitarbeitern des Zentrums zu externen Forscherinnen und Forschern sowie Praktikerinnen und Praktikern weiter zu institutionalisieren. Dies kann in Form konkreter projektbezogener Kooperationen geschehen, aber auch die Form assoziierter Mitgliedschaften annehmen, die über einzelne Projekte hinausgeht und längerfristige gemeinsame Forschungsvorhaben einschließt.
Arbeitsbereiche des Forschungs- und Transferzentrums
Im Fokus der methodisch offenen Forschung stehen Angebote und Wirtschaft, Recht und Regulierung, Nutzung und Wirkung sowie kulturelle Aspekte. Wichtige Aspekte der Forschungsfelder sind neben möglichen Gefährdungslagen für Spielenutzer und die öffentliche Kommunikation insgesamt auch die Chancen und Möglichkeiten von Spielen für formale und informelle Lern- und Bildungsprozesse, beispielsweise in Formen von „educational games“ oder „serious games“.
Transferaktivitäten
Die Ergebnisse der Forschungsaktivitäten schließen an wissenschaftliche Erkenntnisse und Diskurse an, sollen aber nicht auf den Kreis der „scientific community“ beschränkt bleiben: Vielmehr wird das Forschungs- und Transferzentrum den Dialog mit Politik und Behörden, mit Unternehmen und Non-Profit-Organisationen, mit Multiplikatoren und der interessierten Öffentlichkeit suchen, um das Wissen über Formen und gesellschaftliche Konsequenzen von digitalen Spielen und Onlinewelten zu verbreiten.
Diese Transferleistungen werden zum einen über öffentliche Veranstaltungen wie Vorträge, Ringvorlesungen oder Kolloquien erbracht, die teils vom Hans-Bredow-Institut, teils von anderen Stellen unter Mitwirkung von Mitgliedern des Forschungs- und Transferzentrums organisiert werden. Zum anderen werden Ergebnisse von Forschungsvorhaben in Form von öffentlich zugänglichen Expertisen, Aufsätzen, Essays oder Broschüren sowohl online als auch über gedruckte Publikationen zugänglich gemacht. Auf der Homepage des Forschungs- und Transferzentrums entsteht eine Sammlung von Materialien und Verweisen zu einschlägigen Themen. Mitglieder des Forschungs- und Transferzentrums stehen darüber hinaus jederzeit als Ansprechpartner für Anfragen zu einzelnen Projekten oder übergreifenden Fragen zu digitalen Spielen und Onlinewelten zur Verfügung.
Kontakt
Dr. Jan-Hinrik Schmidt
Hans-Bredow-Institut
- Depandance -
Warburgstr. 8-10
20354 Hamburg
Tel.: 040 450 217 - 83
E-Mail:
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