Wandel der Mediensysteme in Asien

Viele Staaten in Asien sind in einem vielschichtigen Umbruch, was ihre Medienordnungen angeht. Die technischen Möglichkeiten, die die Digitalisierung und Internet-basierte Kommunikation mit sich bringen, treffen die Länder ebenso wie europäische Staaten. Zugleich haben politische Umbrüche Auswirkungen auf die Medienordnung und auch das Verständnis von Meinungsfreiheit.

Hier ist das Institut als Gesprächspartner gefragt, auch wegen der Erfahrungen Deutschlands in der Nachkriegszeit. So ist etwa das Verständnis der Meinungs- und Medienfreiheit von Art. 5 Abs. 1 GG interessant für Gesellschaften, die sich in einem Demokratisierungsprozess befinden und angesichts der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung Meinungsmacht starker privater Gruppen fürchten. Auch an der Expertise über neue Regulierungsformen und die Funktion eines öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems besteht Interesse.

Das Institut begleitet vor diesem Hintergrund – mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung – den Reformprozess in Thailand, etwa durch Workshops mit Regierungsvertretern, dem dortigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Reformern.

Das Institut denkt über Möglichkeiten nach, diese Aktivitäten im Asia-Pazifik-Raum unter Einschluss der Kontakte zu Kollegen des Center of Creative Industries in Brisbane systematisch zu bündeln (Projekt "Governance, Regulierung, Innovation und neue soziale Konventionen"). Darüber hinaus wurde bereits ein Letter of Understanding mit der National Law University in Delhi, Indien, unterzeichnet. Zudem läuft eine Kooperation mit der Hongkong University, die den Themenschwerpunkt „Privacy“ zum Gegenstand hat. Sie wird mit Unterstützung des DAAD durch ein Austauschprogramm realisiert.

Gemeinsam mit der Universität Hamburg hat sich das Hans-Bredow-Institut erfolgreich auf die Einrichtung eines „UNESCO Chair on Freedom of Communication and Information“ beworben, den W. Schulz bekleidet. Viele der genannten Aktivitäten in Asien werden in Kooperation mit dem Chair durchgeführt.

Bei diesen Aktivitäten handelt es sich um mehr als nur Wissenstransfer: Zum einen arbeiten viele Kolleginnen und Kollegen dort auf einem international hohen Niveau, so dass Forschungskooperationen sinnvoll erscheinen. Zum anderen vertieft das Institut sein Verständnis vom Mediensystemvergleich und dem Funktionieren von rechtlichen Steuerungsinstrumenten in unterschiedlichen sozialen und kulturellen Kontexten.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Wolfgang Schulz

Hans-Bredow-Institut
Rothenbaumchaussee 36
20148 Hamburg

Tel. +49 (0)40 450 21 70
Fax +49 (0)40 45 02 17 77

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