Spielen im Netz - Zur Systematisierung des Phänomens Online-Games

Ein wichtiger Bestandteil der Video- und Computerspiel-Landschaft sind „Online-Games“, worunter ganz allgemein solche Spiele verstanden werden können, die im oder über das Internet spielbar sind. Aufgrund ihrer zunehmenden Verbreitung, die sich in steigenden Nutzerzahlen, aber auch in wachsenden Umsätzen der Branche ausdrückt, werden Potenziale und Risiken des Phänomens vermehrt in der Öffentlichkeit diskutiert, etwa in Hinblick auf Wirtschafts- und Standortförderung, medienpädagogische Herausforderungen oder allgemeine Veränderungen in einer mediatisierten Gesellschaft. Der Begriff „Onlinespiele“ wird jedoch in öffentlichen, wissenschaftlichen und in politischen Diskussionen sehr diffus verwendet.

Die Kurzstudie diskutierte vor diesem Hintergrund unterschiedliche Aspekte des Phänomens (Angebote und Märkte, Technik, Nutzung und Wirkungen, rechtliche Rahmenbedingungen), um eine weitere Auseinandersetzung mit Onlinespielen zu ermöglichen. Sie vereinte unterschiedliche Zugänge (ökonomisch, technisch, sozial- und rechtswissenschaftlich) und identifizierte drei übergreifende Kriterien (Komplexität, Persistenz und Spieleranzahl), die ausschlaggebend für Form und Konsequenzen von Onlinespielen sind.

Die Expertise leistete damit wichtige Vorarbeiten und Differenzierungen für die weitere medienpolitische Auseinandersetzung, etwa im Hinblick auf eine Optimierung der Anwendungsbereiche medienspezifischer Normen. Zudem bildete sie eine wichtige Grundlage für Diskussionen und Untersuchungen in unterschiedlichen Disziplinen wie Sozialwissenschaften, Kommunikationswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaften, konnte aber auch die öffentliche Auseinandersetzung mit den Entwicklungen dieses Bereichs befruchten.

Publikationen

  • Schmidt, J.; Dreyer, S.; Lampert, C. (2008): Spielen im Netz. Zur Systematisierung des Phänomens „Online-Games“. Hamburg (Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Instituts Nr. 19) (pdf-Datei).

Vorträge

  • "Ich game, also bin ich, nicht? Nutzerrechte in Games und virtuellen Welten", Impulsvortrag und Moderation der gleichnamigen Vorlesungsveranstaltung im Rahmen der "HERE | THERE" Ringvorlesung zum Thema Games der Universität Hamburg und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg am 3. Mai 2016 in Hamburg.

  • "Virtueller Strafvollzug? Sanktionen gegenüber Avataren", Vorlesung von S. Dreyer im Rahmen der Ringvorlesung "Subkulturen des Spiels" an der HAW Hamburg am 12. Mai 2015 in Hamburg. [Aufzeichnung]

  • "Jugendmedienschutz bei Onlinespielen: Zwischen kultureller Vielfalt und nationalen Besonderheiten", Panelteilnahme von S. Dreyer im Rahmen des Medientreffpunkts Mitteldeutschland am 4. Mai 2010 in Leipzig.

  • "Jugendmedienschutz zwischen Recht und Nationalgesellschaften: Über die Fülle der kulturellen Hintergründe und regulatorischen Entwicklungspfade in den EU-Staaten", Vortrag von S. Dreyer im Rahmen der Veranstaltung "Jugendmedienschutz bei Onlinespielen: Zwischen kultureller Vielfalt und nationalen Besonderheiten" auf dem Medientreffpunkt Mitteldeutschland am 4. Mai 2010.

  • "Zur Zukunft der Online-Games-Branche - Innovative Technologien, Nachwuchs und künstlerische Freiheiten = unendliches Wachstum?", Moderation des Diskussionspanels von S. Dreyer auf der Internationalen Dialogkonferenz im Rahmen der Games Convention Online 2009 am 1. August 2009 in Leipzig.

  • "Online Games – A High Level Quest for Media Regulation in Germany", Vortrag von W. Schulz am 14. Januar 2009 am Law & Technology Centre der Universität Hong Kong.

  • „Gemeinschaftsbildung durch Computerspiele“, Vortrag von J.-H. Schmidt beim Seminar „Jugend und elektronische Medien“ der Konrad-Adenauer-Stiftung am 24. Juli 2008 in Eichholz.

  • “Online-Communities und kommerzielle Kommunikation – Überlegungen zur virtuellen Wirtschaft, Vortrag von H. Dreier im Rahmen der Ringvorlesung “Games Online – neue digitale Welten” an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) am 27. November 2007.

  • "Games Online – neue digitale Welten?”, Einführungsvorlesung von H. Dreier zur Ringvorlesung “Games – Zukunftsperspektiven interaktiver Medienangebote” an der Hochschule für Angwandte Wissenschaften (HAW) am 9. Oktober 2007 (zus. mit G. Rehfeld).

Ansprechpartner

Dr. Jan-Hinrik Schmidt

Hans-Bredow-Institut
Rothenbaumchaussee 36
20148 Hamburg

Tel. (+49 40) 45 02 17-83
Fax (+49 40) 45 02 17-77

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