Nachrichtennutzung auf sozialen Netzwerkplattformen

Das kumulative Promotionsvorhaben untersucht Nutzerpraktiken im Hinblick auf Nachrichten auf sozialen Netzwerkplattformen.

Ein zunehmender Teil der Nachrichtendistribution und -Selektion geschieht im Kontext sozialer Netzwerkplattformen. Durch diese Verschiebung von herkömmlich dominanten Verbreitungswegen massenmedialer Inhalte weg vom Muttermedium sind „the people, formerly known as the audience“ (Rosen, 2006) auf sozialen Netzwerkplattformen mit einer Vielzahl von verschiedenen Nachrichtenquellen in Form von individuell kuratierten „Streams“ konfrontiert. Ziel dieser kumulativen Promotion ist es, näher zu beleuchten, mit welchen Intentionen, Strategien und Routinen sich Nutzerinnen und Nutzer auf sozialen Netzwerkplattformen personalisierte Öffentlichkeiten zur Nachrichtennutzung zusammenstellen und welche Relevanz die Nachrichtennutzung auf sozialen Netzwerkplattformen im Vergleich zu traditionell-publizistischen Angeboten besitzt.

Ein erster Schwerpunkt der Arbeit thematisiert die Rolle von soziale Netzwerkplattformen im Nachrichtenrepertoire von Mediennutzern. Hierbei werden mithilfe von qualitativen Interviews und einer Sekundäranalyse der Daten des Reuters Digital News Survey Relevanz und Funktion dieser Informationsquellen in Relation zu anderen, herkömmlichen Nachrichtenquellen eingeschätzt sowie Nutzerpraktiken und Strategien beschrieben werden. Erste Befunde zeigen, dass der Kontakt zu nachrichtlichen Inhalten ist in der Regel nicht Zweck der Nutzung von sozialen Netzwerkplattformen ist und traditionell-publizistische Quellen weiterhin, wenn auch kritisch hinterfragt, im Zentrum des Repertoires stehen. Für stark informationsorientierte Nutzer sind soziale Netzwerkplattformen wie Facebook und Twitter als Zugang zu traditionellen publizistischen Quellen genauso wie zu Nischen- oder Gegenöffentlichkeiten attraktiv.

In einer Folgestudie sollen Nutzerpraktiken um die Quellenauswahl auf Facebook und Twitter mithilfe eines Tracking-Tools und einer kontextualisierende Befragung erfasst werden um weitere Strategie des Informationsmanagements abzubilden.

Die Arbeit ist im Forschungsprogramm 1 "Transformation öffentlicher Kommunikation: Journalistische und intermediäre Funktionen im Prozess der Meinungsbildung" angesiedelt und greift dessen Schwerpunkte wie die Herstellung von Öffentlichkeit unter gewandelten Kommunikationsbedigungen bzw. die Funktion von journalistischen Angeboten und Informationsintermediären im Medienrepertoire auf. Die Arbeit wird von PD Dr. Wiebke Loosen und Prof. Dr. Uwe Hasebrink vom Hans-Bredow-Institut betreut.

Ansprechpartner

Lisa Merten, M. A.

Hans-Bredow-Institut

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20148 Hamburg

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