Kommunikationsarbeit in Online-Medien – eine explorative Berufsfeldstudie

  • Engels, K. (2003): Kommunikationsarbeit in Online-Medien. Eine explorative Studie zur beruflichen Entwicklung kommunikativer Erwerbstätigkeiten aus institutionentheoretischer Perspektive. Opladen.

Gegenstand des Projekts ist die Institutionalisierung beruflicher Strukturen von Kommunikationsarbeit im Umfeld von Online-Medien. Auf der Basis einer Inhaltsanalyse von 290 Stellenanzeigen und einer leitfadengestützten Expertenbefragung wurde untersucht, welche Tätigkeits- und Qualifikationsmuster professioneller Kommunikation sich mit der Entwicklung der digitalen und multimedialen Online-Medienproduktion ausbilden. Für das Verständnis dieses Prozesses wurden einerseits die gesellschaftlichen, ökonomischen und technischen Rahmenbedingungen ausgeleuchtet, also etwa Fragen der Branchenentwicklung und der Rationalisierung von Arbeitsprozessen. Andererseits sind die Bedeutungsaspekte der Tätigkeitsfelder, d. h. die Zielsetzungen und Begründungslogiken der Arbeitszusammenhänge analysiert worden. Und schließlich war relevant, welche normativen Elemente für eine Verberuflichung sich ausprägender Tätigkeits- und Qualifikationsstrukturen eine Rolle spielen.

Die wichtigsten Befunde der Studie wurden anhand einer Typologie der Tätigkeitsfelder zusammengefasst. Sie sind charakterisiert durch Aufgabenbeschreibungen, Qualifikationen, Tätigkeitsbezeichnungen, Branchen, Medienprodukte und Arbeitsorganisation. Die Auswertung der Expertengespräche ermöglichte es darüber hinaus, die Interpretationsschemata zu benennen, nach denen einzelne Tätigkeitsbereiche voneinander abgegrenzt werden.

Die Frage der beruflichen Normierung wurde unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet: etwa im Hinblick auf die Geltung und Aussagekraft von Tätigkeitsbezeichnungen oder im Zusammenhang der berufspolitischen Argumentationen. So zeigte sich beispielsweise im Kontext der Themen Ausbildung und Qualifikation ein konflikthaftes Verhältnis zwischen der Entstehung neuer Tätigkeitsfelder und etablierten berufspolitischen Standards. Deutlich wurde ein außerordentliches Spannungsverhältnis zwischen der Entwicklung neuer Strukturen in Tätigkeits- und Qualifikationsprofilen einerseits und einem normativ gefestigten Sinngefüge, das sich auf den journalistischen Beruf gründet, andererseits. Journalismus wurde im Rahmen des Untersuchungsansatzes als das dominierende und traditionelle Schema des Kommunikationsberufs aufgefasst und bestätigt, in einem institutionentheoretisch aufgeladenen, berufssoziologischen Blickwinkel jedoch nicht als das einzig mögliche.

Publikationen

  • Engels, K. (2003): Kommunikationsarbeit in Online-Medien. Eine explorative Studie zur beruflichen Entwicklung kommunikativer Erwerbstätigkeiten aus institutionentheoretischer Perspektive. Opladen.

  • Engels, K. (2002) (Hrsg.): Themenheft "Neue Medien - neue Qualifikationen?". Medien & Kommunikationswissenschaft 1 (50) (abstracts).

  • Engels, K. (2002): Kommunikationsarbeit in Online-Medien. Ergebnisse einer explorativen Berufsfeldstudie. Hamburg (Arbeitspapiere des Hans-Bredow-Instituts, Nr. 11, Download als pdf-Datei).

  • Engels, K. (2002): Kommunikationsberufe im sozialen Wandel. Theoretische Überlegungen zur Veränderung institutioneller Strukturen erwerbsorientierter Kommunikationsarbeit. In: Medien & Kommunikationswissenschaft 1 (50), S. 7-25 (abstract).

Ansprechpartner

Prof. Dr. Uwe Hasebrink

Hans-Bredow-Institut
Dependance
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20354 Hamburg

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