Governance, Regulierung, Innovation und neue soziale Konventionen in veränderten Medienumgebungen
DFG-Kooperationsprojekt zwischen Hans-Bredow-Institut und dem Centre of Excellence for Creative Industries and Innovation (CCI) in Brisbane
Fortschreitende Veränderungen und Verschiebungen im Medienbereich erfordern ein Überdenken der derzeitigen Medien-Governance und -regulierung. Die Entwicklung von neuen sozialen Konventionen durch Nutzercommunities in besonderen Medienumgebungen, vor allen in neuen und sozialen Medien, müssen in diesen Prozess miteinbezogen werden, und die Medienpolitik muss sich sowohl mit diesen neuen nutzergenerierten Konventionen als auch mit der strukturierenden Macht der technischen Architektur von Hardware- und Software-Konfigurationen, dem Code, auseinandersetzen. Es geht dabei auch um eine Frage von Medieninnovation - in Zusammenarbeit zwischen Medienorganisationen, Technologieentwicklern, Aufsichtsbehörden und den Nutzercommunities selbst.
Regulierung und Governance von digitalen Medien verlangen heute eine internationale und interdisziplinäre Zusammenarbeit, diese genau will das Projekt leisten. Über die Kooperation sollen Modelle für Governance-Formen von selbstorganisierenden und adaptiven offenen Systemen entwickelt werden.
Das Projekt umfasst zwei bilaterale Workshops, die diese Themen behandeln sollen. Der erste wird Ende 2011/Anfang 2012 in Brisbane, Australien, stattfinden, der zweite folgt Mitte 2012 in Hamburg. Die Workshops sollen die bereits bestehende, langfristig angelegte Zusammenarbeit zwischen dem Hans-Bredow-Institut in Hamburg und dem ARC Centre of Excellence for Creative Industries and Innovation (CCI) in Brisbane weiter stärken und ausbauen; beide Institutionen gehören in ihren jeweiligen Ländern zu den führenden Forschungseinrichtungen für Medien- und Kommunikationsforschung.
Die Partner wollen vor allem zwei Gedankenstränge weiterverfolgen: Der erste beschäftigt sich mit der Innovation von Internetinhalten. Die Partner interessieren sich hier für Regulierungsstrukturen, die Innovationen in diesem Feld fördern können. Der zweite Gedankenstrang fokussiert sich auf Governancestrukturen in sozialen Medien. Beide Themen sind eng verbunden mit der derzeitigen Forschung in beiden Institutionen und sind aus gemeinsamen Aktivitäten entstanden. Die beiden Workshops sollen die fachlichen und persönlichen Verbindungen der Partner vertiefen und einer größeren Anzahl von Wissenschaftlern aus beiden Einrichtungen den akademischen Austausch ermöglichen. Auf den Workshops werden die teilnehmenden Wissenschaftler ihre aktuellen Arbeiten vorstellen und so zur Entwicklung von größeren Kooperationsprojekten beitragen, deren Förderung bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und deren australischen Pendant, der ARC, beantragt werden soll.
Ansprechpartner
Hans-Bredow-Institut
Heimhuder Straße 21
20148 Hamburg
Tel. +49 (0)40 45 02 17-0
Fax +49 (0)40 45 02 17-77
Drittmittelgeber
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)