Aufgaben und Ziele

Aufgabe des Hans-Bredow-Instituts ist die Erforschung medienvermittelter öffentlicher Kommunikation, unabhängig davon, auf welchen technischen Plattformen diese stattfindet. Ein besonderes Interesse gilt dabei den jeweils „neuen“ Medien und damit verbundenen Kommunikationsformen, zu deren Verständnis und Gestaltung das Institut beitragen will. Erforscht wird, wie einzelne Formen medienvermittelter Kommunikation und die Medienumgebung insgesamt verschiedene Lebensbereiche mitprägen und zu strukturellen Transformationen beitragen.

Die Digitalisierung aller Kommunikationsinfrastrukturen ist in den letzten Jahren wesentlicher Treiber solcher struktureller Transformationen gewesen. Die dadurch mögliche Konvergenz der Medien ist zur Selbstverständlichkeit im Alltag geworden. Sämtliche Lebensbereiche werden mit rasanter Geschwindigkeit „mediatisiert“. Wissen um die Zusammenhänge des Wandels der Kommunikationsformen mit der alltäglichen Lebensführung sowie organisationalen und gesellschaftlichen Prozessen – etwa der Entstehung von Öffentlichkeiten – gewinnt damit an Bedeutung. Diese Transformationen gehen mit Machtverschiebungen einher, wie sie derzeit etwa am Beispiel der zunehmenden Rolle von Intermediären wie Social Media oder Suchmaschinen diskutiert werden. Damit geben sie auch Anlass, die normativen Rahmenbedingungen zur Regulierung aber auch zum Schutz von Personen und Werten zu reflektieren und zu gestalten.

Forschungsgebiet: medienvermittelte öffentliche Kommunikation

Sämtliche Lebensbereiche sind heute vom Prozess der Mediatisierung betroffen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Bildung, Recht, Religion und weitere mehr. Die Forschungsprogramme des Instituts widmen sich zentralen Aspekten dieses Wandels. Es geht zum einen darum, wie die Gesellschaft sich unter diesen Bedingungen informiert, und zum anderen um die entstehenden Regelungsstrukturen. Daneben werden Impulse aus der Praxis aufgenommen und in Transferforschungsprojekten umgesetzt. Das Institut leistet damit einen Beitrag zur kontinuierlichen Beobachtung und Reflexion der kommunikativen Grundlagen der Gesellschaft; zugleich bringt es seine Expertise in die Gestaltung der Medien- und Kommunikationslandschaft ein.

Multidisziplinäre Perspektive

In seiner Forschung verbindet das Institut dazu verschiedene wissenschaftliche Disziplinen: Im Vordergrund stehen die Perspektiven einer empirisch fundierten Sozialwissenschaft sowie einer auf Regulierungsprozesse ausgerichteten Rechtswissenschaft. Die Verbindung dieser beiden Perspektiven ist eine der Besonderheiten, die das Institut gegenüber anderen Forschungseinrichtungen in Deutschland und im Ausland auszeichnen.

Unabhängige Grundlagenforschung und praxisorientierte Expertise

Das Institut verknüpft die Bearbeitung langfristiger grundlagenwissenschaftlicher Fragestellungen produktiv mit praxisorientierter Expertise für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die Arbeit ist dabei stets den Maßstäben wissenschaftlicher Exzellenz und dem Grundsatz der Unabhängigkeit der Forschung verpflichtet.

Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Das Institut leistet einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, insbesondere in der Promotionsphase, und arbeitet dabei eng mit der Universität Hamburg und anderen Einrichtungen der Aus- und Fortbildung in Hamburg zusammen.

Großes Renommee der Forschung

Die Verankerung des Instituts an einem der wichtigsten europäischen Medienstandorte und die damit mögliche enge Kooperation mit politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Akteuren der Branche trug dazu bei, dass das Institut in den mehr als 65 Jahren seines Bestehens großes Renommee auch in der bundesweiten und internationalen Forschungslandschaft erwerben konnte. Bereits 1999 hat der Wissenschaftsrat das hohe Niveau dieser Forschung hervorgehoben und das Institut zu den renommiertesten Fachinstituten Deutschlands gezählt. 2007 hat der Rat erneut die besondere Stellung des Instituts innerhalb der Medien- und Kommunikationswissenschaft Deutschlands betont.

Internationale Vernetzung

Internationale Vernetzung genießt in der Arbeit des Instituts hohe Priorität. Mit Kooperationsprojekten auf europäischer und globaler Ebene, dem Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie internationalen Konferenzen und Fachveranstaltungen etabliert sich das Institut zunehmend als Knoten in einem internationalen Netzwerk von Forschungseinrichtungen.

M&K, Service und Transfer

Mit seiner öffentlich nutzbaren Bibliothek, regelmäßigen Publikationen, insbesondere der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Medien & Kommunikationswissenschaft“, bietet das Institut wichtige Serviceleistungen für die gesamte Kommunikations- und Medienwissenschaft und die Öffentlichkeit an. Hierzu gehört auch die verständliche Vermittlung des wissenschaftlichen Kenntnisstands gegenüber Journalismus, Politik und Zivilgesellschaft.