Arbeitsgruppe Internet und Gesellschaft

Diese Arbeitsgruppe bildet die Brücke zum Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) in Berlin. Viele Aktivitäten in diesem Bereich sind Gemeinschaftsprojekte mit dem HIIG.

Ausgangspunkt der Arbeit ist die Erkenntnis, dass internetbasierte Kommunikation die Strukturen der Öffentlichkeit grundlegend verändert hat. Während man früher auf der einen Seite das Private und auf der anderen die durch die Massenmedien konstruierte Öffentlichkeit sah, sind nun dazwischen viele Bereiche „privater Öffentlichkeiten” getreten, die etwa durch die Nutzung sozialer Netzwerke entstehen. Damit sind viele rechtliche Fragen angesprochen, etwa die ganz grundlegende nach den Auswirkungen derartiger Entwicklungen für die Selbstverständigung der Gesellschaft und demokratische Prozesse. Aber auch im gerichtlichen Alltag sind Probleme zu erkennen: Sind die Abwägungsregeln, etwa bei Konflikten von Meinungsäußerungsfreiheit und Persönlichkeitsrecht, die auf der Grundlage der Strukturen traditioneller Medien entstanden adäquat, um etwa die Äußerungen, die Schüler über ihre Lehrer auf Internet-Plattformen stellen, zu erfassen? Diesen Fragen geht ein Gemeinschaftsprojekt von HBI und HIIG nach.

Aus dem Bereich der traditionellen Medien wissen wir, dass gesellschaftlich relevante Kommunikation auf Intermediäre zurückgreift. Dies kann man auch bei Internet-Kommunikation erkennen, aber es sind zum Teil neue und andere Intermediäre, als wir sie aus dem Bereich der „Offline-Welt“ kennen. Hier interessiert die Arbeitsgruppe, welche Strukturen entstehen, welche Auswirkungen sie etwa auf die Produktion und Selektion von Inhalten haben und schließlich wiederum, was dies für Governance bedeutet. Daneben interessiert die Bearbeiterinnen und Bearbeiter, wie das Verhalten auf den Plattformen sozialer Medien strukturiert ist. Wovon hängt es ab, wie Nutzer auf diesen Plattformen mit anderen interagieren: Sind es rechtliche Regelungen, spielen informelle soziale Normen einer Rolle oder ist es das Software-Design, das letztlich den Ausschlag gibt? Forschung in diesem Bereich kann hilfreich sein, um Regulierung in diesem Feld wirksamer und adäquater werden zu lassen. Dies versucht ein Projekt näher zu ergründen, was in Kooperation mit dem HIIG und Kolleginnen und Kollegen der Universität Haifa derzeit untersucht (Social Media Governance).

Schließlich hat das HIIG Seed-Money zur Verfügung gestellt, um ein Projekt zu konzipieren, dass die Entwicklung zum  „Daten-Journalismus“ untersuchen möchte.

Die Zusammenarbeit mit dem HIIG wurde bereits beim „1st Berlin Symposium on Internet and Society: Exploring the Digital Future“ im Oktober 2011 erprobt, bei dem zahlreiche Kolleginnen und Kol-legen des HBI Beiträge zur wissenschaftlichen Diskussion geliefert haben.

Vorträge

  • "Thoughts about Online Platforms from a Legal Perspective", impulse talk by M. Lose at Cyberscholars Meta-Forum December 6th 2012 at Berkman Center for Internet and Society at Harvard University in Cambridge, USA.

Ansprechpartner

Ass. iur. Markus Oermann, M. A.

Hans-Bredow-Institut
Rothenbaumchaussee 36
20148 Hamburg

Tel. +49 (0)40 450217-36
Fax +49 (0)40 450217-77

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