Analyse des Jugendmedienschutzsystems - Jugendschutzgesetz und Jugendmedienschutz-Staatsvertrag
- Pressemitteilung vom 30.10.2007 (pdf-Datei)
- Zusammenfassung der Ergebnisse (pdf-Datei)
- Endbericht zum Download (pdf-Datei, 1951 kb, 394 Seiten)
- Teilstudie des JFF zur Akzeptanz des Jugendmedienschutzes
Im Jahr 2008 hat das Institut die Ergebnisse seiner Evaluation des Jugendmedienschutzsystems in vielfältiger Weise kommuniziert und erläutert. Das von Oktober 2006 bis Oktober 2007 durchgeführte Projekt hat das derzeitige Jugendmedienschutzsystem, wie es durch das Jugendschutzgesetz des Bundes und den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag der Länder etabliert wird, analysiert. Auf der Grundlage der Ergebnisse beabsichtigen Bund und Länder, eine Optimierung des Systems vorzunehmen.
Das Projektdesign zielte darauf, das Funktionieren der von den Gesetzen vorgegebenen Prozesse und Organisationen zu überprüfen; das Erkenntnisinteresse orientierte sich an den Bund-/ Länder-Eckpunkten sowie der Protokollerklärung der Länder zum JMStV. Die Analyse erfolgte in zwei Schritten, einer Funktionsanalyse und einer Vollzugsanalyse.
In der Funktionsanalyse wurden die in den gesetzlichen Grundlagen reformierten Prozesse daraufhin untersucht, inwieweit sie adäquat sind, das entsprechende jeweilige Regelungsziel – also den spezifischen Regelungszweck unter Berücksichtigung des Verfassungsrechts – zu erreichen. Die Funktionsanalyse sollte systematische Schwachstellen des Jugendmedienschutzsystems in den beobachteten Schwerpunktbereichen aufzeigen und die Zuordnung der Regelungskompetenzen, die Geltungsbereiche der Gesetzeswerke und die Einbeziehung der Selbstkontrollen überprüfen. Daneben wurden durch Workshops, Gruppen- und Einzelinterviews mit Eltern, Jugendlichen und medienpädagogischen Multiplikatoren sowie Experteninterviews Aussagen zur Akzeptanz bei relevanten Akteuren und Adressaten gewonnen. Die qualitative Befragung von Eltern, Jugendlichen und pädagogischen Bezugspersonen wurde dabei vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (München) durchgeführt.
Die Vollzugsanalyse, die auf diese Ergebnisse aufbaut, sollte überprüfen, inwieweit sich die vorgesehenen Regelungen in der Praxis bewähren, und ermitteln, welche Schwachstellen sich in der Praxis ergeben, auch im Hinblick auf die Praxistauglichkeit der Jugendschutzkriterien und die Leistungsfähigkeit der Aufsicht. Durch zusätzliche Fallstudien wurden Gründe für mögliche Schwachstellen ermittelt und Ansatzpunkte für Optimierungen identifiziert.
Gesamtergebnis der Analyse ist, dass sich der Jugendmedienschutz durch die Novelle im Jahr 2003 grundsätzlich verbessert hat; das Konzept der regulierten Selbstregulierung wurde von allen Akteuren angenommen. Die Studie weist aber an vielen Stellen auf Optimierungsmöglichkeiten im Einzelnen hin. Der 390-seitige Endbericht wurde den Auftraggebern im Oktober 2007 übergeben und auf der Homepage des Instituts zugänglich gemacht.
Publikationen
Schulz, W.; Dreyer, S. (2010): Stellungnahme zum Entwurf eines novellierten Jugendmedienschutz-Staatsvertrags. 20. Januar 2010. (pdf-Datei)
Schulz, W. (2009): Alles verändert Gesetze, Gesetze verändern nichts? Zur Evaluation der Wirkung komplexer gesetzlicher Steuerungsprogramme. Manuskript.
Hasebrink, U.; Lampert, C. (2008): Jugendmedienschutz im Netzwerk. Plädoyer für eine integrative Perspektive. In: medien + erziehung, Jg. 52, Nr. 1, S. 10-17.
Brunn, I.; Dreyer, S. (2008): Jugendschutz für Spiele – ein Spiel für den Jugendschutz? Was die Novellierung des Jugendmedienschutzes dem Bereich der Video- und Computerspiele gebracht hat. In: O. Zimmermann, T. Geißler (Hrsg.), Streitfall Computerspiele: Computerspiele zwischen kultureller Bildung, Kunstfreiheit und Jugendschutz. 2. Aufl. Berlin, S. 70-73.
Hasebrink, U. (2008): Zappen, surfen, simsen - Jugendmedienschutz im Mediendschungel. Überlegungen aus der Perspektive der Mediennutzungsforschung. In: Dörken-Kucharz, T. (Hrsg.): Medienkompetenz. Zauberwort oder Leerformel des Jugendmedienschutzes. Baden-Baden, S. 109-115.
Schulz, W.; Dreyer, S. (2008): Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation des Jugendmedienschutzes aus rechtlicher Sicht. In: medien + erziehung (merz), Nr. 1/2008, S. 39-46.
Schulz, W.; Dreyer, S. (2007): Verfassungsrecht und Jugendmedienschutz. Staatlicher Schutzauftrag und entgegenstehende Grundrechte. Artikel im Dossier „Verbotene Spiele?“ der Bundeszentrale für politische Bildung (abrufbar).
Hans-Bredow-Institut (Hrsg.) (2007): Analyse des Jugendmedienschutzsystems – Jugendschutzgesetz und Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Endbericht, Oktober 2007. Hamburg (pdf-Datei).
Schulz, W.; Dreyer, S. (2007): Möglichkeiten und Grenzen gesetzlicher Jugendschutzvorgaben. Über das Verhältnis von Recht und Realität im Jugendmedienschutz. Artikel im Dossier "Verbotene Spiele?" der Bundeszentrale für politische Bildung (abrufbar).
Brunn, I.; Dreier, H.; Dreyer, S.; Hasebrink, U.; Held, T.; Lampert, C.; Schulz, W. (2007): Das deutsche Jugendschutzsystem im Bereich der Video- und Computerspiele. Hamburg (pdf-Datei).
Schulz, W.; Dreyer, S. (2007): Community-Laws als Ausweg aus dem Web 2.0-Dilemma? Nutzergenerierte Inhalte als Herausforderung für den Jugendmedienschutz. In: tendenz 3/2007, S. 14-15.
Brunn, I.; Dreyer, S. (2007): Jugendschutz für Spiele – ein Spiel für den Jugendschutz? Was die Novellierung des Jugendmedienschutzes dem Bereich der Video- und Computerspiele gebracht hat. In: politik und kultur – Zeitung des Deutschen Kulturrates 1/2008, S. 37-38.
Schulz, W.; Dreyer, S. (2007): Möglichkeiten und Grenzen gesetzlicher Jugendschutzvorgaben. Über das Verhältnis von Recht und Realität im Jugendmedienschutz. Artikel im Dossier "Verbotene Spiele?" der Bundeszentrale für politische Bildung (abrufbar).
Veranstaltungen
„Jugendschutzgesetz – Verbesserung des gesetzlichen Vollzugs“, Runder Tisch auf Einladung der Bundesfamilienministerin am 28. November 2007 in Berlin.
- „Analyse des Jugendmedienschutzes – Jugendschutzgesetz und Jugendmedienschutz-Staatsvertrag“, Akteurs-Workshop am 1. und 2. Februar 2007 in Hamburg.
Vorträge
„Computerspiele – Ergebnisse der Analyse des Jugendmedienschutzsystems“, Vortrag von W. Schulz im Rahmen des Medientreffpunkt Mitteldeutschland am 6. Mai 2008 in Leipzig.
„Jugendmedienschutz in Deutschland. Regulierungskonzept, Ausgestaltung und Erfahrungen“, Vortrag von S. Dreyer im Rahmen der Veranstaltung „projuventute Jugendmedienschutzdialog“ am 18. April 2008 in Bern.
"Ergebnisse der Jugendschutzanalyse", Vortrag von W. Schulz im Rahmen der Klausurtagung der Arbeitsgemeinschaft FSFJ der CDU-Bundestagsfraktion und der Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion am 11. Februar 2008 in Hamburg.
„Ein Netz für Kinder“, Teilnahme von W. Schulz an der Kuratoriumssitzung in Bezug auf die Förderung von Kinderinternetangeboten in der Thüringer Staatskanzlei am 8. Februar 2008 in Erfurt.
„Analyse des Jugendmedienschutzsystems“, Vorstellung der Evaluationsergebnisse von W. Schulz am 24. Januar 2008 vor dem Untersuchungsausschuss Neue Medien des Bundestags in Berlin.
„Evaluierung des Jugendmedienschutzsystems – Ergebnisse der Untersuchung im Auftrag des BMFSFJ und der Jugendministerien der Länder“, Vortrag von T. Held auf der Veranstaltung „Next Generation Jugendmedienschutz?“ des „kölner forum medienrecht“ am 23. Januar 2008 in Köln.
"Analyse des Jugendmedienschutzsystems – Jugendschutzgesetz und Jugendmedienschutz-Staatsvertrag: Vorstellung der Untersuchungsergebnisse mit Relevanz für die FSK-Prüferinnen und Prüfer", Vortrag von S. Dreyer im Rahmen der FSK-Prüfertagung am 17. Dezember 2007 in Wiesbaden.
„Mediennutzung und Konsumorientierung – Auslöser oder Begleiter von Kriminalität“, Vortrag von W. Schulz im Rahmen der Gesprächsrunde „Herausforderung: Prävention – Strategien gegen Kinder- und Jugendkriminalität“ des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen am 13. Dezember 2007 in Düsseldorf.
"'Killer'-Spiele: Wegsehen? Verbieten? Verharmlosen?", Podiumsteilnahme von S. Dreyer im Rahmen der Tagung der AG Kinder- und Jugendschutz Hamburg und des Nordelbischen Jugendpfarramts am 7. Dezember 2007 in Hamburg.
„Was bleibt? Was ändert sich?“, Vortrag von W. Schulz zur Analyse und Bewertung der geltenden Jugendschutzbestimmungen im Rahmen der Medientage am 8. November 2007 in München.
„Das deutsche Jugendschutzsystem im Bereich der Video- und Computerspiele – Rahmenbedingungen, Umsetzungen und Handlungsoptionen“, Teilnahme von W. Schulz an der 12. Sitzung des Unterausschusses Neue Medien des Bundestags am 5. Juli 2007 in Berlin.
„Games als Gegenstand des Jugendschutzes“, Vortrag von W. Schulz im Rahmen der Ringvorlesung „Games – Zukunftsperspektiven interaktiver Medienangebote“ am 4. Juli 2007 in Hamburg.
Ansprechpartner
Hans-Bredow-Institut
Heimhuder Straße 21
20148 Hamburg
Tel. +49 (0)40 45 02 17 - 33
Fax +49 (0)40 45 02 17 - 77
Beteiligte
Kooperationspartner
C. Scheunert
Drittmittelgeber
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Abstimmung mit den Ländern