Szenen einer Ehe. Der Schriftsteller und die Medien
52-346 Szenen einer Ehe. Der Schriftsteller und die Medien
Qualifikationsziele
Vertiefung von Grundkenntnissen der Medienanalyse sowie Vermittlung relevanter theoretischer Modelle
Inhalt
Von „Geld, Geist und funkischer Form“ ist immer wieder die Rede, wenn es um die ökonomischen Bedingungen einer Existenz als freier Schriftsteller im Zusammenspiel von Buchmarkt und Medienarbeit geht. Doch die Frage nach der Literatur im Medienzeitalter fokussiert ein vielfältiges Zusammenspiel von Literatur und neuen technischen Medien im 20. Jahrhundert und beleuchtet komplexe Beziehungen von Medien und literarischer Öffentlichkeit. Um diese Themen im Seminar anzugehen, werden zwei Zugangsweisen gewählt. Zum einen erarbeiten sich die Seminarteilnehmer/innen einen Überblick über die verschiedenen methodischen Ansätzen, zum anderen werden Modellstudien angefertigt, die einzelne Autoren und ihre Medienarbeit in den Mittelpunkt stellen und die mit ihrer Medienarbeit exemplarische oder exzeptionelle Antworten gegeben haben. Beispiele hierfür sind Alfred Döblin, Günter Eich und Alfred Andersch sowie weitere Schriftsteller der Gruppe 47. Darüber hinaus sollen die Seminarteilnehmer/innen diese Fragestellungen auf aktuelle Entwicklungen übertragen und anhand von Gegenwartsautoren untersuchen.
Methodik
Wie erfasst man mediale Strategien, mit denen Autoren auf die sich wandelnden Herausforderungen reagieren? Wie beurteilt man deren nicht nur literarischen Handlungen, um sich in einem multimedialen Literaturbetrieb zu positionieren? Welche Autorenbilder und Rollenzuschreibungen begegnen in diesem Zusammenhang?
In diesem Seminar werden relevante literatur- und medienwissenschaftliche Instrumentarien erarbeitet (Bourdieu / literarisches Feld; Sozialgeschichte der Literatur; literarisches Handeln von Medienarbeiter).
Vorbereitendes Material
Jörg Hucklenbroich / Reinhold Viehoff (Hrsg.): Schriftsteller und Rundfunk. Konstanz 2002 (= Jahrbuch Medien und Geschichte).
Reinhold Viehoff: Schriftsteller und Hörfunk nach 1945 – ein unterschätztes Verhältnis. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik, Nr. 111, 1998, S. 102-125.