Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks In Norddeutschland
Über die Forschungsstelle
Die Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks in Norddeutschland (FGRN) ist ein Kooperationsprojekt des Hans-Bredow-Instituts mit der Universität Hamburg (Department Sprache Literatur Medien I) und dem NDR.
Ziel der Forschungsstelle ist es, medienhistorische Prozesse wissenschaftlich aufzuarbeiten, in Kooperation mit den Rundfunkanbietern den engen Austausch zwischen rundfunkhistorischer Forschung und Rundfunkpraxis zu fördern sowie in Kooperation mit der Universität Hamburg und anderen Forschungseinrichtungen die medienwissenschaftliche Forschungs- und Lehraktivitäten zu stärken.
Aktuelles
Neues Projekt: Biografien Hamburger Medienmacher
Die Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks in Norddeutschland recherchiert aktuell für ein neues Forschungsprojekt die Biografien bedeutender Hamburger Medienmacher. Dokumentiert und veröffentlicht werden diese im Online-Lexikon „Hamburger Persönlichkeiten“, das die Gesellschaft Harmonie von 1789 und das Museum für Hamburgische Geschichte 2009 ins Leben gerufen haben und pflegen. Den Bereich „Medien“ innerhalb des Personenlexikons haben die Schirmherren der Forschungsstelle Geschichte des Rundfunks in Norddeutschland anvertraut. Die Mitarbeiter der Forschungsstelle ergänzen das wachsende Online-Lexikon seit April 2012 um Kurzbiografien bedeutender Hamburger von Rudolf Augstein über Egon Monk bis Peter von Zahn.
Tagung: Medialer Aufbruch. Die innovativen Jahre von Fernsehen und Film in Hamburg 1962-1969
Am 20. und 21. Februar 2012 findet an der Universität Hamburg die Tagung „Medialer Aufbruch“ statt. In Vorträgen und in einer Podiumsdiskussion mit Helmut Herbst und Franz Winzentsen wird den Umbrüchen und Veränderungen in der Hamburger Film- und Fernsehentwicklung in den 1960er Jahren nachgegangen. Dabei sollen erstmalig die Rahmenbedingungen und Kontexte des medialen Aufbruchs systematisch analysiert werden, die einen entscheidenden Anteil an den weit reichenden gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche dieser als „dynamische Zeiten“ gekennzeichneten Dekade haben. Informationen zu dem von Joan Kristin Bleicher, Anja Ellenberger, Hans-Ulrich Wagner und Lea Wohl vorbereiteten Programm sowie die Anmeldeadresse finden Sie hier (pdf).
Neues Projekt: Analyse von Broadcast Sound Design in den 60er Jahren
"Sounds like… Geschichte der Radio-Ästhetik", heißt ein neues Projekt der Forschungsstelle, das sich mit Broadcast Sound Design in einer historischen Epoche befasst. Radiosender haben einen „Sound“, sie treten mit einem bestimmten ästhetischen Erscheinungsbild auf, das wiederum von ihrem Publikum entsprechend wahrgenommen wird. In der Konkurrenz im sog. „dualen System“ der bundesrepublikanischen Radiolandschaft spielen die Fragen der Anmutungen und der Erkennbarkeit eine entscheidende Rolle. Doch auch wenn es diesen Kampf der Anbieter in zurückliegenden Perioden der Radiogeschichte noch nicht gab, so bemühten sich schon früh die Programm-Macher, ihr Publikum zu erreichen – nicht nur durch ihren Inhalt, sondern auch durch ihre sonische Performanz. ...mehr
"Mediale Erinnerung und transkulturelle Kommunikation: Eine Spurensuche"
"Mediale Erinnerung und transkulturelle Kommunikation: Eine Spurensuche", so lautet der Titel einer Ringvorlesung, die Prof. Dr. Irene Neverla, Dr. Monika Pater, Dr. Hans-Ulrich Wagner und Judith Lohner (alle Research Center Media and Communication) im Wintersemester 2011/12 veranstalten. Ziel der Veranstaltung ist es, das Verhältnis von Transkulturalisierungsprozessen und gesellschaftlicher Erinnerungsarbeit in und durch Medien kritisch zu analysieren. Hierzu werden Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen referieren. Das Programm zur Vorlesung finden Sie hier (pdf).
Sport und Medien
Dietrich Leder (Kunsthochschule für Medien, Köln) und Hans-Ulrich Wagner legen Tagungsband zum Themenbereich Sport und Medien vor
Dreizehn Wissenschaftler und Journalisten stellen sich aktuellen Forschungsfragen aus dem Themenbereich Sport und Medien. Diese wurden auf der 40. Jahrestagung des Studienkreises Rundfunk und Geschichte e.V. 2010 intensiv diskutiert. Vor dem Hintergrund des 20. Jahrestages der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten bildete die Rolle der Medien beim Wettstreit der Systeme einen Schwerpunkt. Darüber hinaus versammelt der Band Aufsätze, die Einblicke geben in das Forschungs- und Berufsfeld Sport und Medien, speziell Fußball und Medien, sowie Fragen des Dopings als deutsch-deutsches Thema aufwerfen und wirtschaftliche Aspekte von Sport in den neuen Medien beleuchten. mehr (pdf)
Aufklärung statt Bewältigung
Audio-CD zur Berichterstattung von Axel Eggebrecht über den ersten Auschwitz-Prozess erschienen
Am 14. Juli 2011 erscheint eine Audio-CD mit Original-Tondokumenten aus den beiden Sendereihen, mit denen Axel Eggebrecht in den Jahren 1963-1965 für den NDR vom ersten Auschwitz-Prozess in Frankfurt am Main berichtete. Die in einem Kooperationsprojekt der Forschungsstelle mit der Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv entstandene CD trägt den Titel Aufklärung statt Bewältigung. Sie enthält Ausschnitte mit einer Gesamtlänge von über 68 Minuten. In einem umfangreichen Booklet stellen Florian Bayer und Hans-Ulrich Wagner die besondere Bedeutung dieses Audiomaterials vor. Ihr mit zahlreichen Abbildungen ausgestatteter Essay gibt darüber hinaus Informationen zu den zeit- und mediengeschichtlichen Hintergründen. mehr (pdf)
Electrified Voices
Electrified Voices: Medial, Socio-Historical and Cultural Aspects of Voice Transfer
“Sounds like the Sixties: Approaches to Analyze Radio Aesthetic in the Past” lautete der Beitrag auf der Konferenz „Electrified Voices: Medial, Socio-Historical and Cultural Aspects of Voice Transfer” vom 16. bis 18. Juni 2011 in Konstanz. Die Tagung erschloss das Phänomen der elektrifizierten Stimme mit interdisziplinären Zugängen aus medientechnischen, sozialhistorischen und kulturvergleichenden Perspektiven. Der Fokus richtete sich auf drei Problemkomplexe, welche die gesellschaftliche Reflexion über Aufgaben der elektrischen Stimmübertragung, die Mediation von gender- und berufsspezifischen Stimmstereotypen in audio- und audiovisuellen Formaten und die Genese dieser Stimmstereotypen in nationalen Radio- und Filmkulturen enthielten. Näheres zum Programm. Konzept und Organisation: PD Dr. Dmitri Zakharine, Universität Konstanz.
Machen Medien Europas Gedächtnis?
Unter diesem Titel fand am 12. Mai 2011 um 16 Uhr im Rahmen der Hamburger Europawoche eine öffentliche Veranstaltung statt. Über das Verhältnis von Transkulturalität und gesellschaftlicher Erinnerungsarbeit diskutierten die beiden Medienwissenschaftler Dr. Martin Zierold (Gießen) und Professor Dr. Andreas Hepp (Bremen) sowie die beiden Medienmacher Solveig Grothe (Spiegel Online/einestages) und Marco Otto (NDR Programmdirektion Fernsehen). Moderation: Professor Dr. Irene Neverla und Dr. Hans-Ulrich Wagner. Näheres zum Programm finden Sie hier (pdf)
Hilfsmittel zur NDR-Geschichte online: NDR-Bibliografie 1956-1980
Als ein Hilfsmittel für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der NDR-Geschichte versteht sich die NDR-Bibliografie 1956-1980. Sie verzeichnet Quellenschriften und wissenschaftliche Literatur, die zur Geschichte des Norddeutschen Rundfunks erschienen sind und in den öffentlichen Bibliotheken ausgewertet werden können. Es handelt sich um eine Auswahlbibliografie, die regelmäßig aktualisiert grundlegende Publikationen für die Beschäftigung mit der Organisations- und Programmgeschichte des Norddeutschen Rundfunks von seiner Gründung bis zur Kündigung des Staatsvertrags erfasst. mehr
Investigativer Fernsehjournalismus - "Anno" und der Start der politischen Fernsehmagazine in den 1960er Jahren
Zu Beginn des Jahres 1960 planten sowohl der Bayerische Rundfunk als auch der Nord- und Westdeutsche Rundfunkverband eine politische Magazinsendung. Am 25. Oktober 1960 ging „Anno“ auf Sendung, ein zeitkritisches Magazin des Bayerischen Rundfunks, aus dem zwei Jahre später „Report“ hervorging. Wenig später – am 4. Juni 1961– startete auch der NDR wöchentlich mit „Panorama“. „Anno“ kann demnach als erstes politisches Magazin gelten, sieht man einmal von einem „Panorama“-Vorläufer ab, der im Norden unter dem Reihentitel „Panorama – Worüber man spricht, worüber man sprechen sollte“ von 1957 bis Anfang 1958 zu sehen war. Lesen Sie mehr.
Ausschnitt aus dem Filmbeitrag „Deutschland – deine Klatschreporter“ (BR) vom 26. Januar 1961. Mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Rundfunks.
"Neues aus Waldhagen"
Am 11. November 1955 startete die Hamburger Schulfunkreihe "Neues aus Waldhagen". Die zwischen 1955 und 1985 ausgestrahlte Sendung ist eine der bekanntesten Programm-Marken in der Geschichte des NDR und gilt inzwischen als Radio-Kult. In über 300 Folgen spielten sich die Bewohner des Modelldorfes in die Herzen und in das Gedächtnis des Publikums. Was ist das Erfolgsrezept dieser Schulfunk-Hörfolgen? Lesen Sie dazu mehr in einem Beitrag für die Reihe „NDR-Geschichte(n)“.
Deutsch-deutsches Kochduell
Nordwestdeutsches Heft zur Rundfunkgeschichte zeigt, wie die ersten Fernsehköche in West- und Ostdeutschland ihr Publikum eroberten
Kochshows im Fernsehen boomen! Auf nahezu allen Sendern wird gebraten, gebacken und geschmort. Im Zuge dieser aktuellen Trends verdienen die Anfänge der deutschen Kochsendungen Aufmerksamkeit. Von 1953 an brutzelte Clemens Wilmenrod in seiner Sendung „Bitte in zehn Minuten zu Tisch“ allerlei fragwürdige Gerichte zusammen. Dass es nur kurze Zeit später auch einen Fernsehkoch in der DDR gab, ist vielen unbekannt. Kurt Drummer präsentierte ab 1958 im Deutschen Fernsehfunk (DFF) seine Kreationen. „Der Fernsehkoch empfiehlt“ hieß seine Kochshow.
Während sich die Westdeutschen langsam an ein Leben mit sozialer Marktwirtschaft und vielseitiger Nahrungsmittelauswahl gewöhnen durften, war das Leben im Osten stets von der sozialistischen Planwirtschaft und von Versorgungsengpässen geprägt. Wie die beiden Fernsehköche mit den jeweiligen gesellschaftlichen Gegebenheiten umgingen und was für (teils absurde) Anstrengungen dies vor allem für den Ostkoch bedeutete, zeigt Silvia Becker auf. Sie können das Heft hier als PDF herunterladen.
"Geschichte des Nordwestdeutschen Rundfunks" Band 2
Hsrg. von Hans-Ulrich Wagner
Hans-Ulrich Wagner (Hrsg.): Die Geschichte des Nordwestdeutschen Rundfunks. Band 2. Hamburg: Hoffmann und Campe, 2008. 400 Seiten, Pappband, mit Fotos und Illustrationen, EUR 40,– [D] / EUR 41,20 [A] / sFr. 69,90 [CH]
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