Schlechtwetter um bessere Aussichten?
Die Einführung der Wetterkarte vor 50 Jahren sorgte für Kontroversen
Nicht nur eitel Sonnenschein herrschte am 1. März 1960, als die neue animierte Wetterkarte der ARD zum ersten Mal über die bundesdeutschen Bildschirme ging. Die Karte ersetzte den ‚handgemachten’ Wetterbericht der Hamburger Meteorologen, die seit 1952 mit Kohlestift und großen Gesten dem deutschen Fernsehpublikum das Wetter erklärt hatten. Doch nicht nur der Verlust des ‚Human-Touch’ sorgte bei den Zuschauern in den 60er Jahren für Entrüstung. Auch in politischer Hinsicht brachte die neue Aufmachung des Wetters Zündstoff mit sich. Lesen Sie hier mehr über den umstrittenen Neubeginn im Wetter-Fernsehen.
„Von der Rechtlichkeit und Sauberkeit des Verfahrens überzeugen" - Die Berichterstattung des NWDR über den Nürnberger Prozess
„Hallo Nordwestdeutscher Rundfunk, hier spricht Andreas Günther aus dem Justizpalast in Nürnberg.“ Diese Worte leiteten ab dem 11. Mai 1946 den bis zu drei Mal täglich gesendeten „Bericht aus Nürnberg“ des NWDR an seine Hörer ein. Durch eine objektive und distanzierte Berichterstattung sollten die Berichte die deutsche Bevölkerung zur Auseinandersetzung mit den nationalsozialistischen Verbrechen bewegen. Eine alles andere als einfache Aufgabe jedoch für die Rundfunkjournalisten im ersten Nachkriegsjahr – wie der Artikel von Florian Bayer anhand zeitgenössischer Dokumente und Hörerbriefe sowie mit einem Hörbeispiel aufzeigt.
Vom Wellendetektiv verfolgt und an den Funkpranger gestellt.
Nordwestdeutsches Heft zur Rundfunkgeschichte erzählt Geschichte des Schwarzhörens.
In den 1920er Jahren stellte man sie an den „Funkpranger“, in den 50ern sollte der Wellendetektiv sie aufspüren, es gab Geldbußen, Gefängnisstrafen – und facettenreiche Versuche der geschickten Überzeugungsarbeit: Seit der Rundfunk 1923 auf Sendung ging, gibt es die Schwarzhörer – Menschen, die Angebote der gebührenfinanzierten Sender nutzen, ohne dafür selbst einen Beitrag zu leisten. Die Geschichte des Schwarzhörens und die bunten, ideenreichen, mitunter harschen, dann wieder gewitzten Methoden, ihm von Seiten der Sender beizukommen, erzählt Janina Fuge im jetzt erschienenen Nordwestdeutschen Heft zur Rundfunkgeschichte mit dem Titel „An den Funkpranger gestellt und mit dem Wellendetektiv gejagt: Die Schwarzhörer als Konstante der Rundfunkgeschichte.“ Sie können das Heft hier als PDF herunterladen.
Von „unappetitlich“ bis „Kochspieler“. Zeitgenössische Zuschriften zeigen auch die Kritik am Fernsehkoch Clemens Wilmenrod
Er brutzelte und schmorte ab 1953 im Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR): Clemens Wilmenrod war Deutschlands erster Fernsehkoch. Viele Zuschauer konnte er mit seinen eigenwilligen Rezepten begeistern, doch auch kritische Stimmen erreichten den selbst ernannten „Bundesfeinschmecker“. Er koche „unhygienisch und unappetitlich“, hieß es, und ein Vorwurf lautete, er koche gar nicht selbst: Machte Wilmenrod seinen Zuschauern elf Jahre lang etwas vor? Lesen Sie mehr – ein Artikel von Silvia Becker über die zeitgenössische Zuschauerpost."That Four Great Nations..." Der Nürnberger Prozess - Eine Bestandsaufnahme
Vom 1. bis 3.10.2009 fand im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg die internationale Fachtagung „'That Four Great Nations...' Der Nürnberger Prozess - Eine Bestandsaufnahme“ statt (Tagungsprogramm). Hans-Ulrich Wagner referierte am 1. Oktober zum Thema „Die Berichterstattung durch die deutschen Rundfunksender in den alliierten Besatzungszonen“ auf der öffentlichen Podiumsveranstaltung “Die mediale Rezeption des Nürnberger Prozesses im In- und Ausland“.